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Immobilienpreise Bayern

Bayern ist der grösste und am stärksten gespreizte Immobilienmarkt Deutschlands. Zwischen München und dem Landkreis Hof liegt bei Wohnungen mehr als das Viereinhalbfache.

Blick über die Dächer Münchens mit den Türmen der Frauenkirche und der Alpenkette am Horizont

Der bayerische Immobilienmarkt im Überblick

Bayern ist der grösste Immobilienmarkt Deutschlands – und der am stärksten gespreizte. Im Berichtsjahr 2025 wechselten 142.712 Immobilien den Eigentümer, der Geldumsatz stieg auf 56 Milliarden Euro nach 50,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Bayern steht damit für rund 20 Prozent des bundesweiten Geldumsatzes am Immobilienmarkt.

Wer nur den Landesdurchschnitt betrachtet, übersieht das Wesentliche. Eine Bestandswohnung kostet im bayerischen Mittel 3.600 Euro je Quadratmeter. Hinter diesem Wert liegt eine Spanne von 1.700 Euro je Quadratmeter im Landkreis Hof bis 7.900 Euro je Quadratmeter in der Landeshauptstadt München. Bei Einfamilienhäusern ist der Abstand noch grösser: 155.000 Euro im Landkreis Kronach stehen 2.070.000 Euro im Landkreis München gegenüber – das Dreizehnfache.

Diese Spreizung folgt einer klaren Geografie. Der Süden rund um München, das Alpenvorland und die oberbayerischen Seen bilden das Hochpreisband. Die grossen Universitäts- und Industriestädte in Franken und Schwaben liegen im Mittelfeld. Der Nordosten – Oberfranken mit Hof, Wunsiedel und Kronach – markiert das untere Ende und gehört zu den günstigsten Regionen Westdeutschlands.

Verwaltungsmässig gliedert sich der Freistaat in sieben Regierungsbezirke mit 2.056 Gemeinden. 96 Gutachterausschüsse werten die notariellen Kaufverträge aus und liefern die amtliche Datengrundlage:

  • Oberbayern – München, Rosenheim, Ingolstadt, Alpenvorland und Seen; das mit Abstand teuerste Preisniveau
  • Schwaben – Augsburg, Kempten und das Allgäu; der Grossraum Augsburg als Ausweichmarkt für München
  • Niederbayern – Landshut, Passau, Deggendorf; moderates Niveau mit Wachstum entlang der A92
  • Oberpfalz – Regensburg als klare Preisspitze, Amberg und Weiden deutlich darunter
  • Mittelfranken – Nürnberg, Fürth, Erlangen; die zweitgrösste Ballungsregion Bayerns
  • Unterfranken – Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg; Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet
  • Oberfranken – Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof; die günstigsten Einstiegspreise des Landes

Bayern in Zahlen

≈ 4.421€/m²
Eigentumswohnung
immowelt, Bayern-Schnitt 7/2026
≈ 3.726€/m²
Haus (Bestand)
immowelt, Bayern-Schnitt 7/2026
≈ 10,64€/m²
Angebotsmiete im Monat
ImmoScout24, 2. Quartal 2026
142.712
Kauffälle 2025
+11,8 % gegenüber 2024
3,5%
Grunderwerbsteuer
Niedrigster Satz Deutschlands

Marktlage 2025 und 2026

Der bayerische Markt hat die Zinswende hinter sich, aber nicht vergessen. Vom Höchststand im ersten Quartal 2022 fielen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um 5,3 Prozent von 3.738 auf 3.540 Euro je Quadratmeter, bei Häusern um 5,5 Prozent von 4.172 auf 3.943 Euro je Quadratmeter.

Seit 2024 dreht der Markt – zuerst an der Menge, erst danach am Preis. Die Zahl der Kauffälle stieg 2024 um 13,3 Prozent auf 127.638 und 2025 nochmals um 11,8 Prozent auf 142.712. Der Geldumsatz legte im selben Zeitraum von 50,5 auf 56 Milliarden Euro zu.

2026 steigen die Wohnungspreise in Bayern wieder um rund 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bewegung ist allerdings kleinteilig geworden: Innerhalb derselben Stadt laufen Wohnungen und Häuser inzwischen in unterschiedliche Richtungen.

Wo es 2026 auseinanderläuft

  • Wohnungen teurer: Bamberg +2,6 Prozent, Augsburg +2,0 Prozent, München +1,4 Prozent
  • Wohnungen günstiger: Erlangen −1,2 Prozent, Rosenheim −1,2 Prozent, leichte Rückgänge in Würzburg und Schweinfurt
  • Häuser teurer: Rosenheim +3,5 Prozent, Regensburg +2,8 Prozent, Landshut +2,5 Prozent
  • Häuser günstiger: Nürnberg −1,0 Prozent, Ingolstadt −0,9 Prozent, leichter Rückgang in München

Besonders auffällig ist Rosenheim: Dort geben die Wohnungspreise nach, während Häuser deutlich zulegen. Für Bayern insgesamt wird bis Ende 2028 ein Preisplus von rund 1,8 Prozent erwartet – eine Erholung, aber keine Rückkehr zu den Steigerungsraten vor 2022.

Eigentumswohnungen: Quadratmeterpreise im Städtevergleich

02'5005'0007'50010'0008'0785'1114'9224'4354'4274'2334'2153'6883'6613'3971'789MünchenRosenheimRegensburgAugsburgErlangenIngolstadtWürzburgNürnbergBambergPassauHof

Quelle: immowelt, Quadratmeterpreise Eigentumswohnungen; Stand je Stadt zwischen 1/2026 und 7/2026

Wohnung, Reihenhaus oder freistehendes Haus?

Die Wahl des Objekttyps verschiebt den Einstiegspreis in Bayern stärker als in den meisten anderen Bundesländern, weil das Grundstück den grössten Teil der regionalen Preisunterschiede trägt. Der Bodenrichtwert für Wohnbauland liegt im bayerischen Mittel bei 400 Euro je Quadratmeter – die Spanne reicht von 30 bis 1.790 Euro.

Eine Eigentumswohnung bleibt der günstigste Einstieg, weil sich der Grundstücksanteil auf alle Miteigentümer verteilt. Reihenhäuser und Doppelhaushälften liegen dazwischen: Sie benötigen weniger Grundstück und teilen mindestens eine Wand. In München kosten Reihenhäuser und Doppelhaushälften rund 8.600 Euro je Quadratmeter, freistehende Einfamilienhäuser dagegen etwa 12.000 Euro – ein Aufschlag von rund 40 Prozent für dieselbe Wohnfläche.

Den grössten Sprung macht jedoch nicht der Objekttyp, sondern das Baujahr. Eine neu gebaute Eigentumswohnung kostet in Bayern im Mittel 7.400 Euro je Quadratmeter, eine Bestandswohnung 3.600 Euro. Wer Neubau kauft, zahlt landesweit im Schnitt gut das Doppelte.

Objekttypen in Bayern im Vergleich

ObjekttypBayern-MittelSpanne in BayernMerkmal
Eigentumswohnung, Bestand3.600 €/m²1.700 (Hof) – 7.900 (München)Günstigster Einstieg, WEG-Beschlüsse
Eigentumswohnung, Neubau7.400 €/m²keine amtliche SpanneRund doppelt so teuer wie Bestand
Reihenhaus / Doppelhaushälfte390.000 €100.000 (Kronach) – 995.000 €Weniger Grundstück, geteilte Wand
Einfamilienhaus, Bestand480.000 €155.000 (Kronach) – 2.070.000 €Grösste regionale Spreizung
Baugrundstück400 €/m²30 – 1.790 €/m²Knappheit am Alpenrand treibt

Quelle: Immobilienmarktbericht Bayern 2026 (Oberer Gutachterausschuss), Berichtsjahr 2025, Weiterverkäufe

Städte, Landkreise und Lagen im Vergleich

München ist mit rund 8.078 Euro je Quadratmeter für Eigentumswohnungen nicht nur die teuerste Stadt Bayerns, sondern Deutschlands. Die Spanne innerhalb der Stadt reicht von 4.936 bis 15.244 Euro. Häuser liegen in München bei durchschnittlich 9.083 Euro je Quadratmeter.

Münchner Stadtteile

  • Schwabing: rund 12.000 bis 16.000 Euro je Quadratmeter – das obere Ende des Marktes
  • Bogenhausen: rund 10.000 bis 12.500 Euro je Quadratmeter
  • Altstadt-Lehel, Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt: durchgängig über 10.000 Euro je Quadratmeter
  • Sendling: rund 8.000 bis 9.500 Euro je Quadratmeter
  • Feldmoching-Hasenbergl: ab rund 7.300 Euro je Quadratmeter – einer der günstigeren Stadtteile

Bemerkenswert ist dabei, dass selbst der günstigste Münchner Stadtteil teurer bleibt als jede andere bayerische Stadt.

Die Städte nach München

Rosenheim führt das Feld hinter der Landeshauptstadt mit rund 5.111 Euro je Quadratmeter an – eine Folge der Nähe zu Chiemsee und Alpenrand. Regensburg folgt mit 4.922 Euro, gestützt durch Universität, Welterbe-Altstadt und starke Industrie. Augsburg mit 4.435 Euro und Erlangen mit 4.427 Euro liegen praktisch gleichauf, wobei Augsburg vom Münchner Preisdruck profitiert und Erlangen von Siemens und Universität.

Im Mittelfeld liegen Kempten (4.249 Euro), Ingolstadt (4.233 Euro), Würzburg (4.215 Euro), Fürth (4.141 Euro) und Landshut (4.074 Euro). Nürnberg fällt mit 3.688 Euro aus dem Rahmen: Bayerns zweitgrösste Stadt ist deutlich günstiger als mehrere kleinere Städte – ein Muster, das man in Deutschland selten findet. Häuser kosten dort 4.766 Euro je Quadratmeter.

Am unteren Ende stehen Bamberg (3.661 Euro), Bayreuth (3.597 Euro), Passau (3.397 Euro) sowie Wunsiedel (1.851 Euro) und Hof (1.789 Euro). In Hof und Wunsiedel liegen die Hauspreise mit 2.021 beziehungsweise 1.769 Euro je Quadratmeter teilweise unter den Wohnungspreisen – ein typisches Zeichen für Märkte mit Abwanderung und hohem Altbestand.

Die teuersten Landkreise

Ausserhalb der Städte bilden die oberbayerischen Seen- und Alpenlandkreise die Spitze. Für Eigentumswohnungen in den Landkreisen Starnberg und Miesbach werden je nach Erhebung rund 4.900 bis 7.500 Euro je Quadratmeter aufgerufen; die Quellen gehen hier weit auseinander, weil der Markt klein und von einzelnen Spitzenobjekten geprägt ist. Verlässlich ist die amtliche Aussage zu Einfamilienhäusern: Im Landkreis München liegt der Mittelwert bei 2.070.000 Euro, im Landkreis Kronach bei 155.000 Euro.

Mieten

Bei den Mieten wiederholt sich dasselbe Muster in gestauchter Form. Bayernweit liegt die Angebotsmiete im zweiten Quartal 2026 bei 10,64 Euro je Quadratmeter und Monat nach 10,24 Euro ein Jahr zuvor – ein Plus von 3,9 Prozent. München liegt mit 20,28 Euro fast beim Doppelten des Landesschnitts; Augsburg folgt mit 12,87 Euro und dem stärksten Zuwachs von 5,5 Prozent.

Angebotsmieten im Städtevergleich

0613192520.2812.8712.2211.9711.8810.64MünchenAugsburgRegensburgNürnbergWürzburgBayern

Quelle: ImmoScout24 Mietspiegel, 2. Quartal 2026

Bayerns Extreme: teuerster und günstigster Markt

KennzahlTeuerster MarktGünstigster MarktFaktor
Eigentumswohnung, BestandMünchen 7.900 €/m²Hof 1.700 €/m²4,6-fach
Einfamilienhaus, BestandLK München 2.070.000 €LK Kronach 155.000 €13,4-fach
Reihenhaus / DoppelhaushälfteLK München 995.000 €LK Kronach 100.000 €10,0-fach
Baugrundstück1.790 €/m²30 €/m²59,7-fach

Quelle: Immobilienmarktbericht Bayern 2026, Weiterverkäufe im Berichtsjahr 2025

Was Bayern rechtlich von anderen Bundesländern unterscheidet

Bayern ist beim Erwerb der steuerlich günstigste Immobilienstandort Deutschlands – und zugleich das Land mit dem dichtesten Mieterschutz ausserhalb der Stadtstaaten. Diese Kombination prägt jede Kaufentscheidung im Freistaat.

Grunderwerbsteuer: 3,5 Prozent – als einziges Bundesland

Seit 2006 dürfen die Länder den Steuersatz selbst festlegen. Fünfzehn Länder haben ihn seither erhöht, Bayern nicht. Mit 3,5 Prozent hat der Freistaat 2026 als einziges Bundesland den ursprünglichen Satz behalten; bundesweit reicht die Spanne bis 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Schleswig-Holstein. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro sind das 17.500 Euro statt 32.500 Euro – eine Differenz von 15.000 Euro allein durch den Standort.

Grundsteuer: wertunabhängiges Flächenmodell

Bayern nutzt seit dem 1. Januar 2025 ein eigenes, rein wertunabhängiges Flächenmodell. Massgeblich sind Grundstücks- und Gebäudefläche sowie die Nutzungsart – nicht der Verkehrswert und nicht die Lage. Angesetzt werden Äquivalenzzahlen von 0,04 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 0,50 Euro je Quadratmeter Gebäudefläche, für Wohnflächen um 30 Prozent ermässigt. Praktische Folge: Zwei gleich grosse Wohnungen in Schwabing und in Hof zahlen bei gleichem Hebesatz dieselbe Grundsteuer.

Mieterschutzverordnung: 285 Gemeinden seit Januar 2026

Zum 1. Januar 2026 hat Bayern die Mieterschutzverordnung neu gefasst und den Anwendungsbereich von 208 auf 285 Städte und Gemeinden ausgeweitet – rund 14 Prozent der 2.056 bayerischen Gemeinden. Ausgeweitet wurde vor allem im Grossraum München und im Oberland. Die Verordnung gilt bis Ende 2029 und bringt drei Instrumente:

  • Mietpreisbremse: bei Neuvermietung höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete
  • Abgesenkte Kappungsgrenze: höchstens 15 Prozent Mieterhöhung in drei Jahren statt 20 Prozent
  • Kündigungssperrfrist: zehn Jahre nach Umwandlung in Wohnungseigentum

Zweitwohnungsteuer und Zweckentfremdung

Die Zweitwohnungsteuer ist in Bayern kommunal geregelt und im Alpenraum ein ernstzunehmender Kostenfaktor. München erhebt seit 2022 18 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete. Im Tegernseer Tal – Gmund, Tegernsee, Bad Wiessee, Rottach-Egern und Kreuth – liegt der Satz bei 20 Prozent und damit rund doppelt so hoch wie der bayerische Durchschnitt von etwa 10 Prozent. Wer eine Ferien- oder Zweitwohnung am See erwägt, sollte diesen Posten von Anfang an einrechnen.

München untersagt die Zweckentfremdung von Wohnraum bereits seit 1972. Die geltende Wohnraumzweckentfremdungssatzung läuft am 30. August 2026 aus; eine Nachfolgeregelung ist zu erwarten. Die dauerhafte Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen oder Büros ist damit genehmigungspflichtig.

Einheimischenmodelle und Flächenknappheit

Viele bayerische Gemeinden vergeben Bauland verbilligt an Ortsansässige. Nach den 2017 mit der EU-Kommission abgestimmten Leitlinien ist das zulässig, wenn Einkommensgrenzen gelten und die Ortsansässigkeit in einem Punktesystem höchstens 50 Prozent Gewicht hat. Für Zuzügler bedeutet das: In begehrten Gemeinden ist ein Teil des Baulands faktisch nicht am freien Markt verfügbar.

Verschärft wird die Knappheit durch die bayerische Flächenpolitik. Der Freistaat verfolgt ein Fünf-Hektar-Ziel für den täglichen Flächenverbrauch bis 2030, die Lockerung des Anbindegebots wurde zurückgenommen, und der Alpenplan begrenzt seit über fünfzig Jahren die Erschliessung im Bergraum. Wo Bauland nicht vermehrbar ist, verschiebt sich der Wettbewerb in den Bestand – genau das beobachtet man am Tegernsee, im Werdenfelser Land und im Fünfseenland.

Neubau: die Regionen laufen auseinander

Wie unterschiedlich sich die Regionen entwickeln, zeigt der Wohnungsneubau. 2025 wurden in Bayern 54.149 Wohnungen genehmigt, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr; 83,7 Prozent davon entfielen auf Neubauten. Im ersten Quartal 2026 kamen 15.325 Genehmigungen hinzu, ein Plus von 12,1 Prozent. Der Landesdurchschnitt verdeckt jedoch ein deutliches Auseinanderlaufen: In drei der sieben Regierungsbezirke ging das Volumen zurück.

Baugenehmigungen 1. Quartal 2026 nach Regierungsbezirk

-10520355042.628.818.86-2.5-4.1-19.2Mittelfr.Unterfr.Oberbay.OberpfalzSchwabenNiederbay.Oberfr.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Baugenehmigungen für Wohnungen im 1. Quartal 2026

Kaufnebenkosten in Bayern

Bayern ist beim Erwerb günstiger als jedes andere Bundesland, weil die Grunderwerbsteuer den grössten Einzelposten stellt. Ohne Makler liegen die Nebenkosten bei rund 5,0 bis 5,5 Prozent des Kaufpreises. Notarkosten von etwa 1,0 bis 1,5 Prozent und die Grundbucheintragung mit rund 0,5 Prozent richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und sind nicht verhandelbar.

Kommt ein Makler hinzu, ändert sich das Bild deutlich. Seit Dezember 2020 gilt beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Verbraucher die hälftige Teilung der Provision. Der Käuferanteil beträgt üblicherweise 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, sodass die Nebenkosten insgesamt auf rund 9 Prozent steigen. Diese Summe muss aus Eigenkapital aufgebracht werden – Banken finanzieren Nebenkosten in aller Regel nicht mit.

Kaufnebenkosten bei 500.000 Euro Kaufpreis

PostenSatzBetrag
Grunderwerbsteuer3,5 %17.500 €
Notarkostenca. 1,0 – 1,5 %5.000 – 7.500 €
Grundbucheintragungca. 0,5 %2.500 €
Zwischensumme ohne Maklerca. 5,0 – 5,5 %25.000 – 27.500 €
Maklerprovision, Käuferanteili. d. R. 3,57 % inkl. MwSt.17.850 €
Gesamt mit Maklerca. 8,6 – 9,1 %42.850 – 45.350 €

Quelle: Grunderwerbsteuersatz Bayern 3,5 %; Notar-, Grundbuch- und Maklerkosten als marktübliche Spannen

Grundbuch und Eigentumsübergang

Der Erwerb läuft in Bayern wie im übrigen Deutschland. Der Kaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung; der Notar beurkundet, klärt auf und wickelt ab, ist dabei aber beiden Seiten gegenüber neutral. Mit der Beurkundung allein entsteht noch kein Eigentum.

Gesichert wird der Käufer zunächst durch die Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Erst nach Zahlung des Kaufpreises, Vorlage der steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts und Löschung nicht übernommener Lasten wird die Eigentumsumschreibung vollzogen. Die Grunderwerbsteuer setzt das Finanzamt nach der Beurkundung fest; sie ist regelmässig innerhalb eines Monats fällig.

Ein Punkt, der in bayerischen Ballungsräumen regelmässig auftaucht, ist das gemeindliche Vorkaufsrecht nach dem Baugesetzbuch. Der Notar holt dazu vor der Umschreibung eine Erklärung der Gemeinde ein. In München bestehen zudem zahlreiche Erhaltungssatzungsgebiete, in denen für bauliche Änderungen und Umwandlungen zusätzliche Genehmigungspflichten greifen können.

Stand der Daten und Hinweis

Recherchiert am 29. Juli 2026; Erhebungszeitpunkte Januar bis Juli 2026 sowie amtliches Berichtsjahr 2025. Durchschnittswerte ersetzen keine Objektbewertung. Dieser Beitrag ist informativ und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt Bayern

Was kostet eine Eigentumswohnung in Bayern?

Im bayerischen Durchschnitt rund 4.421 Euro je Quadratmeter (immowelt, Stand 7/2026). Amtlich liegt der Mittelwert für Weiterverkäufe bei 3.600 Euro je Quadratmeter, für Neubauwohnungen bei 7.400 Euro. Die Differenz erklärt sich daraus, dass Portale Angebotspreise erfassen, die Gutachterausschüsse dagegen beurkundete Kaufpreise.

Wie teuer ist eine Wohnung in München?

Rund 8.078 Euro je Quadratmeter im Durchschnitt, mit einer Spanne von 4.936 bis 15.244 Euro (immowelt, 7/2026). Der amtliche Mittelwert für Weiterverkäufe liegt bei 7.900 Euro je Quadratmeter. München ist damit der teuerste Wohnungsmarkt Deutschlands.

Wo ist Bayern am günstigsten?

Im Nordosten, in Oberfranken. In Hof kostet eine Eigentumswohnung im Schnitt 1.789 Euro je Quadratmeter, in Wunsiedel 1.851 Euro. Der amtliche Wert für den Landkreis Hof liegt bei 1.700 Euro je Quadratmeter – der niedrigste in ganz Bayern.

Wie gross ist der Preisunterschied zwischen München und Hof?

Bei Eigentumswohnungen etwa das Viereinhalbfache: 7.900 gegenüber 1.700 Euro je Quadratmeter im amtlichen Weiterverkauf. Bei Einfamilienhäusern ist der Abstand mit dem Dreizehnfachen noch grösser (Landkreis München 2.070.000 Euro, Landkreis Kronach 155.000 Euro).

Was kostet ein Einfamilienhaus in Bayern?

Im Mittel 480.000 Euro beim Weiterverkauf. Die Spanne reicht von 155.000 Euro im Landkreis Kronach bis 2.070.000 Euro im Landkreis München. Kein anderer Objekttyp zeigt in Bayern eine so grosse regionale Streuung.

Was kostet ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte?

Im bayerischen Mittel 390.000 Euro, also rund 90.000 Euro weniger als ein freistehendes Einfamilienhaus. Die Spanne liegt zwischen 100.000 Euro im Landkreis Kronach und 995.000 Euro im Landkreis München.

Warum ist ein Reihenhaus günstiger als ein freistehendes Haus?

Weil es weniger Grundstück beansprucht und mindestens eine Wand mit dem Nachbarn teilt. In München kosten Reihenhäuser und Doppelhaushälften rund 8.600 Euro je Quadratmeter, freistehende Einfamilienhäuser dagegen etwa 12.000 Euro – ein Aufschlag von rund 40 Prozent.

Wie viel teurer ist Neubau gegenüber Bestand?

Ungefähr das Doppelte. Eine neu gebaute Eigentumswohnung kostet in Bayern im Mittel 7.400 Euro je Quadratmeter, eine Bestandswohnung 3.600 Euro. Der Abstand ist in den vergangenen Jahren durch gestiegene Bau- und Finanzierungskosten deutlich gewachsen.

Wie hoch sind die Mieten in Bayern?

Im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich 10,64 Euro je Quadratmeter und Monat, nach 10,24 Euro ein Jahr zuvor – ein Plus von 3,9 Prozent. Die Mieten steigen damit derzeit schneller als die Kaufpreise.

Was kostet Miete in München?

20,28 Euro je Quadratmeter und Monat im zweiten Quartal 2026, nach 19,61 Euro im Vorjahresquartal (+3,4 Prozent). Das ist fast das Doppelte des bayerischen Landesschnitts von 10,64 Euro.

Wie unterscheiden sich die Mieten in den bayerischen Grossstädten?

Nach München folgen Augsburg mit 12,87 Euro, Regensburg mit 12,22 Euro, Nürnberg mit 11,97 Euro und Würzburg mit 11,88 Euro je Quadratmeter (Q2 2026). Den stärksten Anstieg verzeichnet Augsburg mit 5,5 Prozent.

Wie hat sich der bayerische Markt seit 2022 entwickelt?

Vom Höchststand im ersten Quartal 2022 fielen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um 5,3 Prozent von 3.738 auf 3.540 Euro je Quadratmeter, bei Häusern um 5,5 Prozent von 4.172 auf 3.943 Euro. Seit 2024 steigen die Werte wieder leicht.

Steigen die Immobilienpreise in Bayern 2026 wieder?

Ja, aber moderat. Wohnungen legen 2026 um rund 1,6 Prozent zu. Am stärksten steigen sie in Bamberg (+2,6 Prozent), Augsburg (+2,0 Prozent) und München (+1,4 Prozent). Bis Ende 2028 wird ein Plus von rund 1,8 Prozent erwartet.

Gibt es Städte, in denen die Preise 2026 fallen?

Ja. Bei Wohnungen geben Erlangen und Rosenheim um jeweils 1,2 Prozent nach, auch in Würzburg und Schweinfurt sinken die Preise leicht. Bei Häusern verlieren Nürnberg (−1,0 Prozent) und Ingolstadt (−0,9 Prozent).

Wie viele Immobilien werden in Bayern jährlich verkauft?

2025 waren es 142.712 Kauffälle, 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg auf 56 Milliarden Euro nach 50,5 Milliarden Euro 2024. Bayern steht damit für rund 20 Prozent des bundesweiten Geldumsatzes.

Welche Regierungsbezirke hat Bayern und wie teuer sind sie?

Sieben: Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben. Oberbayern führt das Preisniveau mit München und dem Alpenvorland deutlich an, Oberfranken bildet mit Hof, Wunsiedel und Kronach das untere Ende.

Welche Stadt ist nach München die teuerste in Bayern?

Rosenheim mit rund 5.111 Euro je Quadratmeter für Eigentumswohnungen, gefolgt von Regensburg (4.922 Euro), Augsburg (4.435 Euro) und Erlangen (4.427 Euro). Rosenheim profitiert von der Nähe zu Chiemsee und Alpenrand.

Warum ist Nürnberg günstiger als kleinere bayerische Städte?

Mit 3.688 Euro je Quadratmeter liegt Bayerns zweitgrösste Stadt unter Rosenheim, Regensburg, Augsburg und Erlangen. Ursache ist ein grosser, breit gestreuter Wohnungsbestand ohne den Knappheitsdruck der kleineren Hochschul- und Alpenstandorte.

Welche Münchner Stadtteile sind am teuersten?

Schwabing mit rund 12.000 bis 16.000 Euro je Quadratmeter, gefolgt von Bogenhausen mit 10.000 bis 12.500 Euro. Altstadt-Lehel, Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt liegen durchgängig über 10.000 Euro.

Welcher Münchner Stadtteil ist am günstigsten?

Feldmoching-Hasenbergl mit Preisen ab rund 7.300 Euro je Quadratmeter, gefolgt von Sendling mit 8.000 bis 9.500 Euro. Bemerkenswert: Selbst der günstigste Münchner Stadtteil bleibt teurer als jede andere Stadt in Bayern.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Bayern?

3,5 Prozent des Kaufpreises. Bayern ist 2026 das einzige Bundesland, das noch den ursprünglichen Satz erhebt; bundesweit reicht die Spanne bis 6,5 Prozent. Bei 500.000 Euro Kaufpreis sind das 17.500 Euro.

Warum ist die Grunderwerbsteuer in Bayern so niedrig?

Seit 2006 dürfen die Länder den Satz selbst festlegen. Fünfzehn Bundesländer haben ihn seither erhöht, Bayern als einziges nicht. Gegenüber Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein mit 6,5 Prozent spart ein Käufer in Bayern bei 500.000 Euro rund 15.000 Euro.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Bayern?

Ohne Makler rund 5,0 bis 5,5 Prozent des Kaufpreises: 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer, 1,0 bis 1,5 Prozent Notar und rund 0,5 Prozent Grundbuch. Mit Maklerprovision steigen sie auf etwa 9 Prozent.

Wer zahlt in Bayern die Maklerprovision?

Beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern durch Verbraucher gilt seit Dezember 2020 bundesweit die hälftige Teilung. Der Käuferanteil beträgt üblicherweise 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer, bei 500.000 Euro also 17.850 Euro.

Wie wird die Grundsteuer in Bayern berechnet?

Seit dem 1. Januar 2025 über ein rein wertunabhängiges Flächenmodell. Angesetzt werden 0,04 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 0,50 Euro je Quadratmeter Gebäudefläche, für Wohnflächen um 30 Prozent ermässigt. Lage und Verkehrswert spielen keine Rolle.

Wo gilt in Bayern die Mietpreisbremse?

Seit dem 1. Januar 2026 in 285 Städten und Gemeinden statt zuvor 208 – rund 14 Prozent aller 2.056 bayerischen Gemeinden. Ausgeweitet wurde vor allem im Grossraum München und im Oberland. Die Verordnung gilt bis Ende 2029.

Was bedeutet die Mieterschutzverordnung für Vermieter?

In den 285 betroffenen Gemeinden darf die Miete bei Neuvermietung höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Zusätzlich gilt eine abgesenkte Kappungsgrenze von 15 Prozent in drei Jahren und eine zehnjährige Kündigungssperrfrist nach Umwandlung.

Gibt es in Bayern eine Zweitwohnungsteuer?

Sie ist kommunal geregelt. München erhebt 18 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete, im Tegernseer Tal – Gmund, Tegernsee, Bad Wiessee, Rottach-Egern und Kreuth – sind es 20 Prozent. Der bayerische Durchschnitt liegt bei rund 10 Prozent.

Was ist ein Einheimischenmodell?

Eine vergünstigte Baulandvergabe an Ortsansässige. Nach den 2017 mit der EU-Kommission abgestimmten Leitlinien ist sie zulässig, wenn Einkommensgrenzen gelten und die Ortsansässigkeit in einem Punktesystem höchstens 50 Prozent Gewicht hat. Für Zuzügler ist dieser Teil des Baulands faktisch nicht verfügbar.

Wie entwickelt sich der Wohnungsneubau in Bayern?

2025 wurden 54.149 Wohnungen genehmigt, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr; im ersten Quartal 2026 kamen 15.325 hinzu (+12,1 Prozent). Regional läuft es weit auseinander: Mittelfranken legt um 42,6 Prozent zu, Oberfranken verliert 19,2 Prozent.

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Weiterlesen

Quellen

  1. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr – Immobilienmarktbericht Bayern 2026 · abgerufen 29.7.2026
  2. Bayerisches Landesportal – Immobilienmarktbericht Bayern 2026 · abgerufen 29.7.2026
  3. immowelt – Immobilienpreise Bayern, Quadratmeterpreise 7/2026 · abgerufen 29.7.2026
  4. immowelt – Immobilienpreise München, Quadratmeterpreise 7/2026 · abgerufen 29.7.2026
  5. immowelt – Immobilienpreise Nürnberg, Quadratmeterpreise 7/2026 · abgerufen 29.7.2026
  6. immowelt – Immobilienpreise Hof, Quadratmeterpreise 6/2026 · abgerufen 29.7.2026
  7. immowelt – Immobilienpreise Augsburg, Quadratmeterpreise 7/2026 · abgerufen 29.7.2026
  8. immowelt Ratgeber – Wo Häuser und Wohnungen in Bayern günstiger werden, April 2026 · abgerufen 29.7.2026
  9. ImmoScout24 – Immobilienpreise Bayern, Entwicklung und Prognose · abgerufen 29.7.2026
  10. ImmoScout24 – Mietspiegel Bayern 2026 · abgerufen 29.7.2026
  11. Bayerisches Landesamt für Statistik – Baugenehmigungen für Wohnungen, 1. Quartal 2026 · abgerufen 29.7.2026
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik – Baugenehmigungen für Wohnungen 2025 · abgerufen 29.7.2026
  13. Bayerisches Landesportal – Neufassung der Mieterschutzverordnung ab Januar 2026 · abgerufen 29.7.2026
  14. Bayerisches Landesamt für Steuern – Grundsteuer in Bayern, Flächenmodell · abgerufen 29.7.2026
  15. Landeshauptstadt München – Zweitwohnungsteuer · abgerufen 29.7.2026
  16. Landeshauptstadt München – Wohnraumzweckentfremdungssatzung · abgerufen 29.7.2026
  17. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr – Leitlinien für Einheimischenmodelle · abgerufen 29.7.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026Informativ — keine Anlageberatung.
Präsenz im D/A/CH-Raum

Unsere Standorte.

Von Luzern und Vorarlberg aus betreuen wir Eigentümer, Partner und Projekte im gesamten D/A/CH-Raum — persönlich, diskret und mit kurzen Wegen. Ein dritter Standort in München ist bereits in Planung und wird im Zuge der geplanten Expansion für Süddeutschland im 3. Quartal eröffnet.

Luzern
Hauptsitz · Schweiz

Luzern

Winkelriedstrasse 35
6002 Luzern

Vorarlberg
Niederlassung · Österreich

Vorarlberg

Naflastrasse 44d
6800 Feldkirch

München
In Eröffnung · Deutschland

München

München, Bayern
Standort in Eröffnung