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Immobilienpreise in St. Gallen

Der Kanton St. Gallen bündelt vier sehr verschiedene Wohnungsmärkte: Obersee, Stadtregion, Rheintal und Bergtäler. Diese Seite ordnet Preise, Lagen und Recht mit Stand August 2026 ein.

6'985CHF/m²
Eigentumswohnung
6'980CHF/m²
Haus
22.25CHF/m²
Miete je Monat
3.8%
Bruttomietrendite
543'913
Einwohner

Stand August 2026 · Quelle: RealAdvisor

Der Immobilienmarkt in St. Gallen im Überblick

Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton St. Gallen im August 2026 durchschnittlich 6'985 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor, Stand August 2026). Häuser liegen mit rund 6'980 CHF je Quadratmeter praktisch gleichauf, für Mietwohnungen werden im Mittel 22.25 CHF je Quadratmeter und Monat verlangt. Über die vergangenen zwölf Monate stiegen die Wohnungspreise um 3,7 Prozent, die Häuserpreise um 2,8 Prozent.

Wie aussagekräftig ist dieser Kantonsschnitt?

Nur begrenzt — und das ist die zentrale Aussage dieser Seite. Der Kanton St. Gallen ist kein einheitlicher Wohnungsmarkt, sondern eine Kette von Teilmärkten, die sich in Preisniveau, Nachfragestruktur und Knappheit deutlich unterscheiden. Die belegte Spanne für Eigentumswohnungen reicht von 3'871 CHF je Quadratmeter in einfachen Lagen bis 12'127 CHF an den besten Adressen; bei Häusern von 3'522 bis 14'025 CHF. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Quadratmeter liegt damit der Faktor drei bis vier.

Auf Gemeindeebene wird das konkret. Rapperswil-Jona am oberen Zürichsee kommt auf rund 10'737 CHF je Quadratmeter für Eigentumswohnungen, Uzwil im Fürstenland auf rund 5'998 CHF. Dazwischen ordnen sich Bad Ragaz mit etwa 7'770 CHF, Buchs mit 7'273 CHF, Wil mit 7'214 CHF, Rorschach mit 7'117 CHF, Gossau mit 6'379 CHF und Altstätten mit 6'147 CHF ein. Wer den Kantonsschnitt als Verhandlungsanker verwendet, liegt in Rapperswil-Jona um mehr als die Hälfte zu tief und im Toggenburg deutlich zu hoch.

Wie knapp ist das Angebot?

Knapp, aber nicht überall gleich. Am 1. Juni 2025 standen im Kanton 3'760 von 275'324 Wohnungen leer, das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent (Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen auf Basis der Leerwohnungsstatistik des Bundesamts für Statistik). Der Wahlkreis Sarganserland wies 0,64 Prozent aus, Werdenberg 0,86 Prozent, einzelne Gemeinden wie Bad Ragaz mit 0,31 Prozent und Wartau mit 0,43 Prozent noch weniger. Am anderen Ende meldeten der Wahlkreis Rorschach 2,20 Prozent und die Stadt St. Gallen 2,30 Prozent.

Diese Spreizung erklärt mehr über die Verhandlungsposition als jede Preisangabe. Unter einem Prozent Leerstand ist der Markt faktisch geräumt; Kaufinteressierte konkurrieren dort um wenige Objekte, und Preisnachlässe sind die Ausnahme. Über zwei Prozent entsteht Auswahl, und die Vermarktungsdauer verlängert sich. Beide Zustände existieren im Kanton St. Gallen gleichzeitig, keine 60 Kilometer voneinander entfernt.

Der Wohnungsbestand des Kantons umfasste am 1. Juni 2025 insgesamt 275'324 Wohnungen. Allein die Stadt St. Gallen stellt davon 45'593 Einheiten, Rapperswil-Jona 14'432. Die Nachfrage kommt dabei zunehmend von kleineren Haushalten: Wo Einpersonen- und Paarhaushalte zunehmen, wächst der Bedarf an Wohnungen schneller, als es die Bevölkerungszahl allein vermuten lässt. Das erklärt, warum die Leerwohnungsziffer trotz reger Mietwohnungsbautätigkeit nicht steigt, sondern in Sarganserland und Werdenberg unter einem Prozent verharrt. Für Kaufinteressierte heisst das: Der statistische Zuwachs an Wohnungen entlastet den Markt nicht automatisch, weil ihn die Haushaltsentwicklung aufzehrt. Wer eine Drei- oder Vierzimmerwohnung im mittleren Preissegment sucht, konkurriert deshalb auch in Gemeinden mit sichtbarer Bautätigkeit.

Wer kauft und wer vermietet hier?

Die Nachfrage speist sich aus drei Quellen. Am Obersee und im Linthgebiet kaufen überwiegend Zuzügerinnen und Zuzüger aus dem Raum Zürich sowie Haushalte, die die Nähe zu den Tiefsteuergemeinden des Kantons Schwyz suchen; hier trifft überregionale Kaufkraft auf ein begrenztes Angebot. Im Rheintal und in Werdenberg entsteht Nachfrage über Arbeitsplätze: Der Industrie- und Technologiekranz zwischen Altstätten, Buchs und Sennwald sowie die Grenzen zu Liechtenstein und Vorarlberg binden Beschäftigte an die Region. In der Stadtregion St. Gallen und im Fürstenland dominieren lokale Eigennutzer, ergänzt um Kapitalanleger.

Für Renditeliegenschaften weist die St. Galler Kantonalbank für 2025 eine Bruttoanfangsrendite von 4,1 Prozent im Kanton aus, gegenüber 3,9 Prozent im Schweizer Mittel; gegenüber dem Vorjahr sank sie um 30 Basispunkte. Der Kanton bleibt damit renditeseitig auskömmlicher als die Grosszentren, verliert aber wie diese an Abstand, weil die Kaufpreise schneller steigen als die Mieten.

Wie viel wird gebaut?

2025 bewilligte der Kanton 857 Eigentumswohnungen und 345 Einfamilienhäuser, das sind 3,5 beziehungsweise 1,4 Einheiten je 1'000 Haushalte (St. Galler Kantonalbank). Der Wert bei den Einfamilienhäusern ist der tiefste der vergangenen zehn Jahre. Im Mietwohnungsbau fällt die Bilanz anders aus: 2'274 bewilligte Wohnungen oder 9,4 je 1'000 Haushalte liegen über dem Schweizer Vergleichswert von 8,0. Das Angebot verschiebt sich damit strukturell vom Eigenheim zur Mietwohnung.

Getragen wird die Nachfrage von einer wachsenden Bevölkerung. Ende 2025 zählte der Kanton 543'913 Personen der ständigen Wohnbevölkerung, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über zehn Jahre betrachtet wuchs die Bevölkerung um rund 8,9 Prozent, wobei Werdenberg und das Rheintal überdurchschnittlich zulegten. Wachsende Haushaltszahlen bei rückläufigem Einfamilienhausbau sind die Grundkonstellation, aus der sich die weiteren Abschnitte dieser Seite erklären.

Wie zügig der Markt läuft, zeigt der Mietbereich: Die durchschnittliche Ausschreibungsdauer einer Mietwohnung lag 2025 bei 27 Tagen nach 28 Tagen im Vorjahr, die Angebotsmieten stiegen im vierten Quartal 2025 um 2,3 Prozent. Für den Kaufmarkt führt der Kanton keine vergleichbare Statistik; die tiefen Leerstände in Sarganserland, Werdenberg und am Obersee lassen dort ebenfalls kurze Vermarktungszeiten erwarten, während in der Stadt St. Gallen und im Wahlkreis Rorschach mehr Zeit und mehr Verhandlung einzuplanen sind.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Über zwanzig Jahre betrachtet hat sich Wohneigentum im Kanton St. Gallen deutlich verteuert. Der Preisindex für Eigentumswohnungen liegt im August 2026 um 84,3 Prozent über dem Stand von 2006, um 40,9 Prozent über dem von 2016 und um 20,4 Prozent über dem von 2021 (RealAdvisor). Auf den heutigen Durchschnitt von 6'985 CHF je Quadratmeter zurückgerechnet entspricht das rund 3'790 CHF im Jahr 2006, 4'957 CHF im Jahr 2016 und 5'802 CHF im Jahr 2021.

Was hat sich seit der Zinswende 2022 verändert?

Die Zinswende hat den Anstieg im Kanton St. Gallen gebremst, aber nicht gedreht. In den Grosszentren führten die höheren Hypothekarzinsen ab 2022 zu spürbaren Korrekturen bei den Spitzenpreisen; im St. Galler Mittelfeld fiel der Effekt schwächer aus, weil die Einstiegspreise tiefer und die Käuferschaft stärker eigennutzerorientiert ist. Wer selbst einzieht, verkauft nicht wegen eines Zinsschritts. Der Index stieg deshalb auch zwischen 2021 und 2025 weiter, von rechnerisch 5'802 auf 6'736 CHF je Quadratmeter.

Ab 2024 kam ein zweiter Effekt hinzu: Der hypothekarische Referenzzinssatz sank auf 1,25 Prozent und blieb dort seit dem 2. September 2025 unverändert (Bundesamt für Wohnungswesen). Ein stabiler Referenzzinssatz nimmt Druck aus den laufenden Mietverhältnissen und macht das Halten von Bestandsliegenschaften planbarer. Gleichzeitig verbilligte sich die Finanzierung neuer Käufe, was die Nachfrage stützte, ohne dass die Tragbarkeitsregeln gelockert worden wären.

Wie stark steigen die Preise aktuell?

Über die vergangenen zwölf Monate legten Eigentumswohnungen um 3,7 Prozent und Einfamilienhäuser um 2,8 Prozent zu (RealAdvisor, August 2026). Die St. Galler Kantonalbank kommt auf Transaktionsbasis für das vierte Quartal 2025 zu ähnlichen Werten: plus 3,7 Prozent bei Eigentumswohnungen und plus 3,9 Prozent bei Einfamilienhäusern. Zwei methodisch unabhängige Quellen zeigen damit in dieselbe Richtung, was die Aussage belastbarer macht als eine einzelne Portalzahl.

Ein belastbarer kantonaler Aufschlag für Neubauten gegenüber Bestandsobjekten lässt sich aus den geprüften Quellen nicht ableiten; weder RealAdvisor noch die St. Galler Kantonalbank weisen die beiden Segmente für den Kanton getrennt aus. Belegen lässt sich dagegen die Mengenverschiebung: 857 bewilligte Eigentumswohnungen gegenüber 345 Einfamilienhäusern im Jahr 2025 bedeuten, dass Neubauangebot fast ausschliesslich im Wohnungssegment entsteht. Wer ein neues Einfamilienhaus sucht, findet praktisch nur Bestand, und dieser ist im Kanton St. Gallen überwiegend älter als drei Jahrzehnte. Die Preisdifferenz zwischen einem sanierten und einem unsanierten Objekt derselben Lage übersteigt in der Praxis regelmässig den Unterschied zwischen zwei benachbarten Gemeinden.

Welche Quellen widersprechen sich?

Beim Preisniveau, nicht bei der Richtung. Neho weist für Juni 2026 einen Durchschnitt von 7'830 CHF je Quadratmeter aus, Acheteur.ch für August 2026 7'807 CHF — beide also gut zwölf Prozent über dem hier geführten RealAdvisor-Wert von 6'985 CHF. Solche Abstände entstehen durch unterschiedliche Erhebungsbasen: Angebotspreise liegen systematisch über realisierten Transaktionspreisen, und je nach Gewichtung von Neubau und Bestand verschiebt sich der Mittelwert.

Wir führen den tieferen RealAdvisor-Wert, weil dessen Zwölfmonatstrend mit den Transaktionsdaten der St. Galler Kantonalbank übereinstimmt. Beim Trend selbst weicht Neho deutlicher ab: minus 0,1 Prozent bei Wohnungen für Juni 2026 gegenüber plus 3,7 Prozent bei RealAdvisor. Diese Differenz sollten Sie kennen, bevor Sie eine Preisvorstellung fixieren — und sie ist ein Argument dafür, den Wert einer konkreten Liegenschaft nicht aus einem Kantonsdurchschnitt abzuleiten.

Wie entwickeln sich die Mieten?

Langsamer als die Kaufpreise. Die Angebotsmieten im Kanton St. Gallen stiegen im vierten Quartal 2025 um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Kaufpreise für Wohnungen um 3,7 Prozent zulegten. Das aktuelle Niveau liegt bei rund 22.25 CHF je Quadratmeter und Monat für Wohnungen und etwa 17.50 CHF für Häuser (RealAdvisor, August 2026). Dass Häuser je Quadratmeter günstiger vermietet werden als Wohnungen, ist kein Widerspruch: Grosse Flächen erzielen regelmässig tiefere Quadratmeterpreise.

Eine kantonale Mietpreisreihe über mehrere Jahre veröffentlicht keine der geprüften Quellen in vergleichbarer Form; die Fachstelle für Statistik weist zudem auf einen Zeitreihenbruch durch die Methodenumstellung ab 2018 hin. Die Preisgrafik auf dieser Seite zeigt deshalb bewusst nur die Kaufseite. Wir schätzen keine Mietwerte für Jahre, für die keine belastbare Quelle vorliegt.

Für die Bruttomietrendite bedeutet die Schere zwischen 3,7 Prozent Preis- und 2,3 Prozent Mietwachstum, dass sie rechnerisch sinkt, solange sich das Verhältnis nicht dreht. Die St. Galler Kantonalbank beziffert den Rückgang der Bruttoanfangsrendite bei Mehrfamilienhäusern für 2025 auf 30 Basispunkte, auf nunmehr 4,1 Prozent.

Preisentwicklung

Preisentwicklung im Kanton St. Gallen

3'7904'9575'8026'7366'98520062016202120252026

Die Punkte sind die Referenzhorizonte des RealAdvisor-Index, zurückgerechnet auf 6'985 CHF/m² im August 2026: plus 84,3 Prozent über 20 Jahre, plus 40,9 über zehn, plus 20,4 über fünf. Zwischenjahre und eine Mietreihe publiziert die Quelle nicht.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor-Index Kanton SG, August 2026

Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?

Im Kanton St. Gallen kosten Wohnungen und Häuser je Quadratmeter fast dasselbe: rund 6'985 CHF für Eigentumswohnungen und rund 6'980 CHF für Häuser (RealAdvisor, August 2026). Das unterscheidet den Kanton von den Grosszentren, wo Eigentumswohnungen je Quadratmeter regelmässig deutlich über dem Haussegment liegen.

Warum liegen Wohnung und Haus je Quadratmeter gleichauf?

Weil in St. Gallen die Lage stärker wirkt als die Objektart. In einem Markt mit hoher Bodenknappheit und vertikaler Verdichtung zahlt man für die Wohnung einen Lageaufschlag, den das Haus im Umland nicht erzielt. Im Kanton St. Gallen ist Bauland ausserhalb des Obersees und der Kernstädte vergleichsweise verfügbar, und ein grosser Teil der Häuser steht in genau den Gemeinden, in denen auch die Wohnungen gehandelt werden. Der Quadratmeterpreis nähert sich dadurch an.

Die Spannen zeigen den Unterschied trotzdem. Bei Eigentumswohnungen reicht die belegte Bandbreite von 3'871 bis 12'127 CHF je Quadratmeter, bei Häusern von 3'522 bis 14'025 CHF. Das Haussegment ist also nach unten und nach oben weiter gespreizt: Ein sanierungsbedürftiges Einfamilienhaus im Toggenburg und eine Seeliegenschaft in Rapperswil-Jona sind beides Häuser, aber nicht derselbe Markt.

Was heisst das für den Einstiegspreis?

Der Unterschied verlagert sich von der Fläche auf die Gesamtsumme. Eine Eigentumswohnung mit 90 Quadratmetern kostet zum Kantonsschnitt rund 630'000 Franken; der Einstieg beginnt in einfachen Lagen bei etwa 310'000 Franken. Ein Reihenhaus von 130 Quadratmetern liegt bei rund 900'000 Franken, mit Einstiegen ab etwa 490'000 Franken. Für eine Doppelhaushälfte ist ab rund 530'000 Franken zu rechnen, für ein Einfamilienhaus von 160 Quadratmetern ab rund 560'000 Franken in peripheren Lagen.

In Rapperswil-Jona verschiebt sich die gesamte Rechnung. Dort liegt der Quadratmeterpreis für Häuser bei etwa 11'172 CHF, dasselbe Einfamilienhaus von 160 Quadratmetern kostet also über 1,7 Millionen Franken. Die Objektart entscheidet in diesem Kanton weniger über den Preis als die Frage, in welchem der vier Teilmärkte das Objekt steht.

Eine Schweizer Besonderheit betrifft die Rechtsform: Eigentumswohnungen werden als Stockwerkeigentum erworben, verbunden mit einer Wertquote am Gesamtgrundstück und der Mitgliedschaft in der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Vor dem Kauf lohnt der Blick in die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und in den Erneuerungsfonds: Ist dieser dünn dotiert und steht eine Fassaden-, Dach- oder Heizungssanierung an, trägt die Käuferschaft den Anteil an den kommenden Kosten mit. Bei Häusern entfällt diese Prüfung, dafür liegt das gesamte Instandhaltungsrisiko bei einer einzigen Partei. Diese Abwägung zwischen geteilter und alleiniger Verantwortung ist für viele Kaufinteressierte entscheidender als eine Differenz von wenigen Franken je Quadratmeter.

Wie wirkt der Rückgang im Einfamilienhausbau?

Er verknappt genau das Segment, das ohnehin am schwersten zu ersetzen ist. Mit 345 bewilligten Einfamilienhäusern erreichte 2025 den tiefsten Wert der vergangenen zehn Jahre, das sind 1,4 Einheiten je 1'000 Haushalte (St. Galler Kantonalbank). Bei Eigentumswohnungen waren es mit 857 Bewilligungen und 3,5 Einheiten je 1'000 Haushalte mehr als das Doppelte. Wer ein neu gebautes Einfamilienhaus sucht, findet im Kanton St. Gallen ein strukturell dünnes Angebot und weicht auf den Bestand aus.

Im Mietsegment ist das Bild umgekehrt: 2'274 bewilligte Wohnungen entsprechen 9,4 Einheiten je 1'000 Haushalte und liegen über dem Schweizer Wert von 8,0. Die Bautätigkeit richtet sich also auf Renditeobjekte aus, nicht auf Wohneigentum. Für Eigennutzer verschärft das die Konkurrenz um bestehende Häuser; für Kapitalanleger heisst es, dass in einzelnen Gemeinden neue Konkurrenz auf den Mietmarkt kommt.

Welche Rolle spielt der energetische Zustand?

Eine wachsende. Unsanierte Bestandsobjekte aus den Baujahrgängen der 1960er- bis 1980er-Jahre — im Kanton St. Gallen ein erheblicher Teil des Einfamilienhausbestands — werden zunehmend mit Abschlägen gehandelt, weil Käuferinnen und Käufer die Kosten für Heizungsersatz, Fenster und Dämmung einpreisen. Belastbare kantonale Zahlen zur Höhe dieses Abschlags liegen nicht vor; wir beziffern ihn deshalb nicht. Wer ein solches Objekt prüft, sollte die Sanierungskosten vor der Preisverhandlung offeriert haben, weil sie die Tragbarkeitsrechnung der Bank direkt betreffen.

Was kostet welche Objektart im Kanton St. Gallen?

ObjektartPreis je m²EinstiegspreisMerkmal
Eigentumswohnung≈ 6'985 CHF/m²ab rund 310'000 CHFSpanne 3'871–12'127 CHF/m²
Reihenhaus≈ 6'980 CHF/m²ab rund 490'000 CHFQuelle trennt Haustypen nicht
Doppelhaushälfte≈ 6'980 CHF/m²ab rund 530'000 CHFQuelle trennt Haustypen nicht
Einfamilienhaus≈ 6'980 CHF/m²ab rund 560'000 CHFSpanne 3'522–14'025 CHF/m²

Quelle: RealAdvisor, Kanton SG, Stand August 2026

Welche Lagen und Regionen gibt es?

Der Kanton St. Gallen zieht sich über rund 80 Kilometer vom oberen Zürichsee bis ins Rheintal und umfasst vier Teilmärkte mit unterschiedlicher Logik: Obersee und Linthgebiet, die Stadtregion mit dem Fürstenland, das Rheintal mit Werdenberg sowie Sarganserland und Toggenburg.

Was zeichnet Obersee und Linthgebiet aus?

Das teuerste Preisniveau des Kantons und die stärkste überregionale Nachfrage. Rapperswil-Jona kommt auf rund 10'737 CHF je Quadratmeter bei Eigentumswohnungen und liegt damit über 50 Prozent über dem Kantonsschnitt. Drei Faktoren treffen hier zusammen: die Lage am oberen Zürichsee, die S-Bahn-Anbindung nach Zürich und die unmittelbare Nachbarschaft zu den Tiefsteuergemeinden des Kantons Schwyz. Die St. Galler Kantonalbank zählt im Linthgebiet rund acht Interessentinnen und Interessenten je inserierte Mietwohnung, gegenüber zwei bis drei im kantonalen Mittel.

Für Kaufinteressierte heisst das kurze Reaktionszeiten und wenig Verhandlungsspielraum. Die Leerwohnungsziffer von Rapperswil-Jona lag am 1. Juni 2025 bei 1,98 Prozent, was zunächst entspannt wirkt; sie stammt jedoch aus einem Bestand von 14'432 Wohnungen mit hoher Fluktuation im Mietsegment und sagt über den Kaufmarkt wenig aus.

Wie tickt die Stadtregion St. Gallen?

Anders, als es die Grösse vermuten lässt. Die Stadt St. Gallen ist mit 45'593 Wohnungen der grösste Bestand des Kantons, aber nicht sein teuerster Markt. Ihre Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 bei 2,30 Prozent und damit deutlich über dem Kantonsmittel von 1,37 Prozent. Das schafft Auswahl und Verhandlungsspielraum, wie ihn Kaufinteressierte am Obersee nicht finden. Wer in der Stadt kauft, konkurriert weniger mit Zuzügern aus dem Raum Zürich und stärker mit lokalen Eigennutzern.

Im angrenzenden Fürstenland mit Gossau, Uzwil, Flawil und Wil bewegt sich das Preisniveau zwischen rund 5'998 CHF je Quadratmeter in Uzwil und 7'214 CHF in Wil. Wil profitiert von der Lage an der Achse nach Winterthur und Zürich und liegt deshalb über Gossau mit 6'379 CHF, obwohl beide Städte vergleichbare Grössen haben. Der Wahlkreis Rorschach am Bodensee bildet mit 2,20 Prozent Leerstand das entspannteste Teilsegment des Kantons; die Stadt Rorschach selbst kommt dennoch auf rund 7'117 CHF je Quadratmeter, weil Seelage knapp bleibt.

Was prägt Rheintal und Werdenberg?

Arbeitsplätze statt Aussicht. Zwischen Altstätten, Buchs und Sennwald arbeitet ein dichter Kranz von Industrie- und Technologiebetrieben, ergänzt durch die Grenzlage zu Liechtenstein und Vorarlberg mit ihren Arbeitsmärkten. Der Wahlkreis Werdenberg wies am 1. Juni 2025 mit 0,86 Prozent die zweittiefste Leerwohnungsziffer aller Wahlkreise aus, die Gemeinde Wartau sogar 0,43 Prozent; der Wahlkreis Rheintal kam auf 1,38 Prozent.

Die Preise bleiben dennoch moderat: rund 7'273 CHF je Quadratmeter in Buchs und 6'147 CHF in Altstätten. Der Grund liegt auf der Angebotsseite — Bauland ist hier weniger knapp als am Obersee, und die Nachfrage wird von Beschäftigung getragen, nicht von Lagegunst. Das macht den Teilmarkt konjunktursensibler: Ein Rückschlag in der exportorientierten Industrie schlägt hier schneller durch als am Zürichsee, wo die Nachfrage von ausserhalb kommt.

Wie steht es um Sarganserland und Toggenburg?

Beide sind touristisch geprägt, aber unterschiedlich angespannt. Das Sarganserland wies mit 0,64 Prozent die tiefste Leerwohnungsziffer aller Wahlkreise aus, Bad Ragaz mit 0,31 Prozent den tiefsten Gemeindewert überhaupt; das Preisniveau in Bad Ragaz liegt bei rund 7'770 CHF je Quadratmeter und damit über dem Kantonsschnitt. Kur- und Tourismusnachfrage, wenig verfügbares Bauland und die Lage an der A3 wirken hier zusammen.

Im Toggenburg finden sich die günstigsten Quadratmeterpreise des Kantons; das untere Ende der kantonalen Spanne von 3'871 CHF je Quadratmeter bei Wohnungen und 3'522 CHF bei Häusern liegt in peripheren Lagen dieser Region und des oberen Rheintals. Gleichzeitig unterliegen mit Amden, Flums, Nesslau, Pfäfers, Quarten und Wildhaus-Alt St. Johann sechs Gemeinden dem Bauverbot des Zweitwohnungsgesetzes. Ihre Leerstände sind trotz peripherer Lage tief: Amden 1,81 Prozent, Wildhaus-Alt St. Johann 1,23 Prozent, Quarten 1,20 Prozent und Flums 0,97 Prozent.

Wohin verschiebt sich die Nachfrage?

Entlang der Erreichbarkeit. Wo S-Bahn oder Autobahn die Fahrzeit nach Zürich, Winterthur oder St. Gallen unter eine Stunde drücken, wächst die Nachfrage überproportional — das gilt für Linthgebiet und Obersee ebenso wie für die Achse Wil–Uzwil. Wo die Fahrzeit steigt, entscheidet der lokale Arbeitsmarkt. Werdenberg und das Rheintal legten in den vergangenen zehn Jahren bevölkerungsseitig stärker zu als die übrigen Wahlkreise, was ihre tiefen Leerstände erklärt.

Die Verkehrsachsen erklären die Preiskarte fast vollständig. Die Autobahn A1 verbindet Wil, Gossau, St. Gallen und Rorschach mit Winterthur und Zürich, die A3 führt vom Linthgebiet über Sargans Richtung Rheintal, die A13 verläuft der Rheintaler Achse entlang bis nach Graubünden. Parallel dazu erschliesst die S-Bahn St. Gallen die Stadtregion, während die Zürcher S-Bahn bis Rapperswil-Jona und Uznach reicht. Wo diese Netze überlappen, entstehen die knappsten Märkte des Kantons. Dazu kommen die Hochschulen: Die Universität St. Gallen und die OST mit ihren Standorten in Rapperswil und Buchs binden Studierende und Beschäftigte an genau die Orte, die auch preisseitig auffallen.

Was ist in St. Gallen anders als anderswo?

Drei Dinge unterscheiden den Kanton St. Gallen von seinen Nachbarn: Er erhebt eine Handänderungssteuer, während Zürich, Schwyz, Glarus und Schaffhausen keine kennen; er lässt Kaufverträge durch die Grundbuchämter beurkunden statt durch freie Notariate; und er vereint Zweitwohnungsgemeinden mit Bauverbot und industrielle Grenzregionen in einem einzigen Kanton.

Was kostet die Handänderung im Vergleich zu den Nachbarn?

Die Handänderungssteuer beträgt 1 Prozent des Kaufpreises. Sie ist eine Gemeindesteuer, ist im kantonalen Steuerrecht geregelt und damit in allen St. Galler Gemeinden gleich hoch; bezogen wird sie vom zuständigen Grundbuchamt. Steuerpflichtig ist die erwerbende Partei, die Verkaufspartei haftet solidarisch. Bei Handänderungen zwischen Eltern und Nachkommen sowie bei der Teilung des elterlichen Nachlasses unter Geschwistern sinkt der Satz auf 0,5 Prozent.

Der Vergleich mit den Nachbarn ist bemerkenswert: Zürich, Schwyz, Glarus und Schaffhausen erheben gar keine Handänderungssteuer. Auf einen Kaufpreis von 800'000 Franken sind das 8'000 Franken, die auf der einen Seite der Kantonsgrenze anfallen und auf der anderen nicht. Wer im Linthgebiet zwischen einem Objekt in Rapperswil-Jona und einem in March oder Höfe abwägt, sollte diesen Betrag ebenso einrechnen wie die unterschiedliche Einkommenssteuerbelastung.

Wie hoch sind Beurkundung und Grundbucheintrag?

Beurkundung des Kaufvertrags und Eintrag ins Grundbuch kosten je 2 Promille des Kaufpreises, zusammen also 4 Promille (Gebührentarif für die Grundbuchämter, sGS 914.5); für sehr hohe Kaufpreise gilt auf dem übersteigenden Teil ein reduzierter Satz. Beide Gebühren werden zwischen Käufer- und Verkaufspartei hälftig geteilt. Für die Käuferseite ergibt das rund 0,2 Prozent, weshalb dieser Wert im Kaufnebenkosten-Rechner dieser Seite hinterlegt ist.

In Summe liegt der Käuferanteil an den Kaufnebenkosten damit bei etwa 1,2 Prozent des Kaufpreises — bei 800'000 Franken rund 9'600 Franken. Eine Maklerprovision kommt für die Käuferseite in der Regel nicht hinzu: In der Schweiz trägt sie üblicherweise die Verkaufspartei, marktüblich sind 2 bis 3 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Provisionsanteil der Käuferschaft ist deshalb mit 0 Prozent hinterlegt.

Was gilt beim Verkauf?

Die Grundstückgewinnsteuer. Der Kanton besteuert den Gewinn aus dem Verkauf nach einem progressiven Tarif; Gewinne unter 2'200 Franken bleiben steuerfrei. Wer im ersten Besitzesjahr verkauft, zahlt einen Spekulationszuschlag von 5 Prozent, der jährlich um einen Punkt sinkt und ab dem sechsten Jahr entfällt. Umgekehrt wirkt lange Besitzesdauer: Bei selbst bewohntem Eigentum sind Ermässigungen von bis zu 40,5 Prozent möglich. Vom Ertrag gehen sieben Zwölftel an den Kanton und fünf Zwölftel an die Gemeinde.

Ein Steueraufschub ist möglich, wenn der Erlös innert Frist in selbst genutztes Wohneigentum reinvestiert wird. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die innerhalb des Kantons umziehen, verschiebt sich die Steuer damit auf den späteren Verkauf. Die Details prüfen Sie vor einem Verkauf bei der kantonalen Steuerverwaltung; diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.

Gilt hier eine Mietpreisbremse?

Nein. Das Schweizer Mietrecht kennt keine Mietpreisbremse deutscher Prägung. Das nächstliegende Instrument wäre die Formularpflicht für die Mitteilung des Anfangsmietzinses nach Art. 270 Abs. 2 OR — sie gilt im Kanton St. Gallen nicht. Das Verzeichnis des Bundesamts für Wohnungswesen für 2026 nennt nur Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Neuenburg, Waadt, Zug und Zürich. Wer eine Wohnung neu mietet, erfährt den Vormietzins hier also nicht automatisch.

Bestehende Mietverhältnisse sind dagegen über den hypothekarischen Referenzzinssatz gebunden, der seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent liegt. Sinkt er, entsteht ein Anspruch auf Mietzinssenkung; steigt er, kann die Vermieterschaft erhöhen. Für Kapitalanleger ist das die zentrale Grösse: Sie bestimmt, wie viel des Mietwachstums im Bestand tatsächlich durchsetzbar ist.

Welche kommunalen Regeln kommen hinzu?

Solche, die von Gemeinde zu Gemeinde variieren. Das kantonale Planungs- und Baurecht erlaubt den Gemeinden, überdimensionierte Bauzonen zu redimensionieren und die Verfügbarkeit von eingezontem Bauland mit Fristen zu verbinden. In den Tourismusgemeinden des Sarganserlands und des Toggenburgs kommen Erstwohnungsanteile und Regeln zur touristischen Bewirtschaftung hinzu. Diese Vorgaben stehen in den kommunalen Bauordnungen, nicht im kantonalen Recht, und lassen sich über das Geoportal des Kantons zusammen mit dem Zonenplan einsehen. Wer ein Grundstück oder eine Ferienwohnung prüft, sollte Zonenplan und Bauordnung der Standortgemeinde vor der Preisverhandlung gelesen haben — sie entscheiden darüber, was mit dem Objekt künftig überhaupt möglich ist.

Was verlangen die Banken bei der Finanzierung?

Den Schweizer Standard, ohne kantonale Sonderregeln. Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sind als Eigenmittel einzubringen, davon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule. Bei einer Wohnung von 100 Quadratmetern zum Kantonsschnitt — 698'500 Franken — sind das rund 140'000 Franken, wovon mindestens 70'000 Franken aus freien Mitteln oder der Säule 3a stammen müssen. Die Tragbarkeit rechnet die Bank mit einem kalkulatorischen Zinssatz von banküblich 4,5 bis 5 Prozent; Zins, Amortisation und Unterhalt dürfen zusammen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Die Hypothek ist zudem binnen 15 Jahren auf zwei Drittel des Belehnungswerts zu amortisieren.

In Rapperswil-Jona verdoppelt sich der Eigenmittelbedarf für dieselbe Fläche auf gut 214'000 Franken. Ob Sie zur SARON- oder zur Festhypothek greifen, ändert an dieser Rechnung nichts, weil die Bank ohnehin mit dem kalkulatorischen Satz prüft. Beim Eigenmietwert ist der Systemwechsel politisch beschlossen; das Inkrafttreten liegt nach heutigem Stand noch in der Zukunft, weshalb wir hier bewusst keine Jahreszahl nennen.

Regionale Besonderheiten

Was den Kanton St. Gallen prägt

Nachfrage & Zielgruppen

Obersee und Linthgebiet im Sog von Zürich und Schwyz

Rapperswil-Jona ist mit rund 10'737 CHF/m² der teuerste grosse Wohnungsmarkt des Kantons, über 50 Prozent über dem Schnitt (RealAdvisor, August 2026). Treiber sind die Zürichsee-Lage, die S-Bahn nach Zürich und die Schwyzer Tiefsteuergemeinden.

Marktstruktur

Leerstandsgefälle von 0,31 bis 2,30 Prozent

Am 1. Juni 2025 standen 3'760 von 275'324 Wohnungen leer, eine Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent. Dahinter liegen Welten: Sarganserland 0,64 Prozent, Bad Ragaz 0,31, dagegen Rorschach 2,20 und die Stadt St. Gallen 2,30 Prozent.

Bauzonen & Raumplanung

Einfamilienhausbau auf dem Zehnjahrestief

2025 bewilligte der Kanton nur 345 Einfamilienhäuser, 1,4 je 1'000 Haushalte und der tiefste Wert seit zehn Jahren (SGKB). Bei Mietwohnungen waren es 2'274 oder 9,4 je 1'000 Haushalte, über dem Schweizer Wert von 8,0.

Recht & Bewilligungen

Zweitwohnungsgesetz in sechs Tourismusgemeinden

Amden, Flums, Nesslau, Pfäfers, Quarten und Wildhaus-Alt St. Johann liegen über der 20-Prozent-Schwelle. Neue Zweitwohnungen sind dort nicht bewilligungsfähig, ausgenommen bewirtschaftete und geschützte Bauten. Der Altbestand ist fix begrenzt.

Infrastruktur & Erreichbarkeit

Rheintal und Werdenberg als Industrie- und Grenzregion

Zwischen Altstätten, Buchs und Sennwald arbeitet ein dichter Industriekranz, dazu die Grenzen zu Liechtenstein und Vorarlberg. Werdenberg meldet 0,86 Prozent Leerstand, Wartau 0,43. Die Preise bleiben mit 7'273 CHF/m² in Buchs dennoch moderat.

Steuern & Abgaben

Handänderungssteuer im Vergleich zu den Nachbarn

Mit 1 Prozent liegt St. Gallen im Mittelfeld, während die Nachbarn Zürich, Schwyz, Glarus und Schaffhausen gar keine Handänderungssteuer erheben. Auf 800'000 Franken sind das 8'000 Franken Unterschied allein über die Kantonsgrenze.

Stand: 2026-08-01

Recht & Kosten

Recht und Kosten kompakt

Handänderungssteuer
1.0 % des Kaufpreises. Notar und Grundbuch schlagen mit rund 0.2 % zu Buche.
Mietpreisbremse
Für St. Gallen nicht ausgewiesen.
Keine Formularpflicht für den Anfangsmietzins
Das BWO-Verzeichnis 2026 führt St. Gallen nicht als Kanton mit Formularpflicht nach Art. 270 Abs. 2 OR. Der Vormietzins muss beim Neuabschluss nicht offengelegt werden. Eine Anfechtung bleibt möglich, ist ohne Formular aber schwer zu belegen.
Beurkundung und Grundbucheintrag über das Grundbuchamt
Kaufverträge beurkunden im Kanton St. Gallen die Grundbuchämter. Beurkundung und Eintrag kosten je 2 Promille, zusammen 4 Promille, hälftig geteilt (Gebührentarif sGS 914.5). Der Käuferanteil von 0,2 Prozent ist im Rechner hinterlegt.
Grundstückgewinnsteuer mit Spekulationszuschlag
Ein progressiver Tarif belastet den Grundstückgewinn, Gewinne unter 2'200 Franken bleiben frei. Ein Verkauf im ersten Besitzesjahr kostet 5 Prozent Zuschlag, der bis zum sechsten Jahr entfällt. Lange Besitzesdauer senkt die Steuer um bis zu 40,5 Prozent.
Lex Koller für Käuferschaft ohne Schweizer Wohnsitz
Wer keinen Wohnsitz in der Schweiz hat, braucht für Wohnliegenschaften eine Bewilligung. Für selbst bewohntes Eigentum am eigenen Wohnsitz entfällt sie bei gültiger Aufenthaltsbewilligung. Ferienwohnungskontingente sind im Sarganserland knapp.

Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kaufnebenkosten

Was kostet der Kauf zusätzlich?

Kaufpreis500'000 CHF
Grunderwerbsteuer1.0 %5'000 CHF
Notar & Grundbuch0.2 %1'000 CHF
Nebenkosten gesamt1.2 %6'000 CHF
Gesamtaufwand506'000 CHF

Richtwerte für St. Gallen. Keine Steuer- oder Rechtsberatung — im Einzelfall weichen Notar- und Grundbuchkosten ab.

Miet- und Kaufmarkt

Mietmarkt und Kaufmarkt im Kanton St. Gallen

Mietmarkt

Mietmarkt: knapp, aber nicht überhitzt

Angebotsmiete Wohnungen
≈ 22.25 CHF/m²/Mt.
Angebotsmieten 12 Monate
+2,3 %
Leerwohnungsziffer Kanton
1,37 % (1.6.2025)
Ausschreibungsdauer
27 Tage
Kaufmarkt

Kaufmarkt: wenig Angebot, stetige Preise

Eigentumswohnung Ø
≈ 6'985 CHF/m²
Spanne Wohnungen
3'871–12'127 CHF/m²
Wohnungen 12 Monate
+3,7 %
Bewilligte ETW 2025
857 Einheiten

Beide Märkte sind angebotsseitig eng. Die Angebotsmieten legten im vierten Quartal 2025 um 2,3 Prozent zu, die Wohnungspreise über zwölf Monate um 3,7 Prozent. Die Kaufseite zieht damit stärker an, was die Bruttomietrendite rechnerisch drückt.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor, SGKB, Fachstelle für Statistik SG

Marktprognose

Wie geht es weiter im Kanton St. Gallen?

Grundtendenz: steigendHorizont: 12–24 Monate

Für weiter leicht steigende Preise sprechen 543'913 Einwohner mit plus 0,7 Prozent, eine Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent und nur 345 bewilligte Einfamilienhäuser. Dagegen stehen die Tragbarkeitsregeln und das Preisniveau am Obersee.

Basisszenario
+1 bis +4 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 55 Prozent

Das Angebot bleibt knapp, die Zuwanderung hält an, der Referenzzinssatz verharrt bei 1,25 Prozent. Die Wohnungspreise wachsen ähnlich wie zuletzt, mit mehr Dynamik in Linthgebiet, Obersee und Rheintal als in Stadt und Wahlkreis Rorschach.

Optimistisch
+4 bis +7 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 20 Prozent

Sinkende Hypothekarzinsen und eine anziehende Konjunktur in der Rheintaler Exportindustrie verstärken die Nachfrage. In den sechs Zweitwohnungsgemeinden verknappt das Bauverbot das Angebot zusätzlich, Bestandsobjekte werten stärker auf.

Konservativ
-3 bis +1 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 25 Prozent

Steigende Zinsen oder ein Rückschlag in der Industrie treffen zuerst Toggenburg und oberes Rheintal. Stadt St. Gallen und Wahlkreis Rorschach haben mit 2,30 und 2,20 Prozent Leerstand am wenigsten Puffer und sehen zuerst Preiszugeständnisse.

Einflussfaktoren

  • Bevölkerungswachstum · stützend · 543'913 Personen Ende 2025, plus 0,7 Prozent
  • Tiefe Leerstände · stützend · 1,37 Prozent im Kanton, 0,64 im Sarganserland
  • Schwacher Einfamilienhausbau · stützend · 345 Bewilligungen 2025, Zehnjahrestief
  • Stabiler Referenzzinssatz · stützend · 1,25 Prozent seit dem 2. September 2025
  • Strenge Tragbarkeitsregeln · belastend · kalkulatorischer Zins von 4,5 bis 5 Prozent
  • Zweitwohnungsgesetz · neutral · sechs Gemeinden über der 20-Prozent-Schwelle

Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: Veris Redaktion auf Basis SGKB, BFS, BWO

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt im Kanton St. Gallen

Was kostet eine Eigentumswohnung im Kanton St. Gallen?

Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton St. Gallen im August 2026 durchschnittlich 6'985 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor). Die belegte Spanne reicht von 3'871 CHF/m² in einfachen Lagen des Toggenburgs bis 12'127 CHF/m² an den besten Adressen am Obersee. Andere Portale liegen höher: Neho weist für Juni 2026 7'830 CHF/m² aus, Acheteur.ch für August 2026 7'807 CHF/m². Wir führen den tieferen RealAdvisor-Wert, weil dessen Zwölfmonatstrend mit den Transaktionsdaten der St. Galler Kantonalbank übereinstimmt.

Was kostet ein Haus im Kanton St. Gallen?

Häuser kosten im Kanton St. Gallen rund 6'980 CHF je Quadratmeter, praktisch gleich viel wie Eigentumswohnungen (RealAdvisor, August 2026). Die Spanne ist mit 3'522 bis 14'025 CHF/m² breiter als bei Wohnungen. Für ein Einfamilienhaus von 160 Quadratmetern beginnt der Markt damit bei rund 560'000 Franken in peripheren Lagen; in Rapperswil-Jona liegt der Quadratmeterpreis für Häuser bei etwa 11'172 CHF/m², was dasselbe Haus auf über 1,7 Millionen Franken bringt.

Welche Gemeinde im Kanton St. Gallen ist am teuersten?

Rapperswil-Jona ist mit rund 10'737 CHF/m² für Eigentumswohnungen die teuerste grössere Gemeinde des Kantons (RealAdvisor, August 2026). Es folgen Bad Ragaz mit etwa 7'770 CHF/m², Buchs mit 7'273 CHF/m², Wil mit 7'214 CHF/m² und Rorschach mit 7'117 CHF/m². Am unteren Ende der von uns geprüften Gemeinden stehen Uzwil mit rund 5'998 CHF/m², Altstätten mit 6'147 CHF/m² und Gossau mit 6'379 CHF/m².

Steigen oder fallen die Preise im Kanton St. Gallen?

Sie steigen: Eigentumswohnungen legten in zwölf Monaten um 3,7 Prozent zu, Häuser um 2,8 Prozent (RealAdvisor, August 2026). Die St. Galler Kantonalbank misst für das vierte Quartal 2025 auf Transaktionsbasis plus 3,7 Prozent bei Wohnungen und plus 3,9 Prozent bei Einfamilienhäusern. Neho kommt für Juni 2026 abweichend auf minus 0,1 Prozent bei Wohnungen; diese Abweichung sollten Sie kennen, bevor Sie einen Preis fixieren.

Wie hoch ist die Miete je Quadratmeter im Kanton St. Gallen?

Für Mietwohnungen werden im Kanton St. Gallen rund 22.25 CHF je Quadratmeter und Monat verlangt, das entspricht 267 CHF je Quadratmeter und Jahr (RealAdvisor, August 2026). Bei Häusern sind es etwa 17.50 CHF/m² und Monat. Der Wert liegt über der reinen Bestandsmiete, weil er Angebotsmieten misst und kleine Wohnungen den Quadratmeterpreis nach oben ziehen. Die Angebotsmieten stiegen im vierten Quartal 2025 um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (SGKB).

Lohnt sich eine Kapitalanlage im Kanton St. Gallen?

Das hängt vom Segment ab. Die St. Galler Kantonalbank weist für Mehrfamilienhäuser im Kanton St. Gallen 2025 eine Bruttoanfangsrendite von 4,1 Prozent aus, gegenüber 3,9 Prozent im Schweizer Mittel; gegenüber 2024 sank sie um 30 Basispunkte. Für Renditeobjekte spricht die tiefe Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent, dagegen sprechen die um 3,7 Prozent gestiegenen Kaufpreise bei nur 2,3 Prozent Mietwachstum. Das ist eine Beschreibung der Marktlage, keine Anlageempfehlung.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich im Kanton St. Gallen rechnen?

Rechnen Sie als Käuferschaft mit rund 1,2 Prozent des Kaufpreises: 1 Prozent Handänderungssteuer plus rund 0,2 Prozent für Beurkundung und Grundbucheintrag. Bei 800'000 Franken sind das 8'000 Franken Steuer und rund 1'600 Franken Gebühren. Beurkundung und Eintrag kosten je 2 Promille und werden zwischen Käufer- und Verkaufspartei hälftig geteilt (Gebührentarif sGS 914.5). Eine Maklerprovision zahlt in der Schweiz üblicherweise die Verkaufspartei.

Gilt im Kanton St. Gallen die Mietpreisbremse?

Nein. Das Schweizer Mietrecht kennt keine Mietpreisbremse deutscher Prägung, und im Kanton St. Gallen gilt auch keine Formularpflicht für die Mitteilung des Anfangsmietzinses nach Art. 270 Abs. 2 OR. Das Verzeichnis des Bundesamts für Wohnungswesen für 2026 nennt nur Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Neuenburg, Waadt, Zug und Zürich. Laufende Mieten sind über den hypothekarischen Referenzzinssatz gebunden, der seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent liegt.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Kauf im Kanton St. Gallen?

Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenmittel, davon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule. Bei einer Eigentumswohnung von 100 Quadratmetern zum Kantonsschnitt von 6'985 CHF/m² sind das rund 140'000 Franken auf einen Preis von 698'500 Franken, wovon mindestens 70'000 Franken aus freien Mitteln oder der Säule 3a stammen müssen. In Rapperswil-Jona verdoppelt sich der Betrag auf gut 214'000 Franken, weil der Quadratmeterpreis dort bei etwa 10'737 CHF liegt.

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung im Kanton St. Gallen?

Für Mietwohnungen misst die St. Galler Kantonalbank eine durchschnittliche Ausschreibungsdauer von 27 Tagen, gegenüber 28 Tagen im Vorjahr. Im Verkaufssegment gibt es keine kantonale Statistik, doch die tiefe Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent und das knappe Angebot deuten auf kurze Vermarktungszeiten hin. Deutlich länger dauert es dort, wo der Leerstand hoch ist: In der Stadt St. Gallen liegt er bei 2,30 Prozent, im Wahlkreis Rorschach bei 2,20 Prozent.

Wie hoch ist die Handänderungssteuer im Kanton St. Gallen?

Sie beträgt 1 Prozent des Kaufpreises. Die Handänderungssteuer ist im Kanton St. Gallen eine Gemeindesteuer, im kantonalen Steuerrecht geregelt und deshalb in allen Gemeinden gleich hoch; bezogen wird sie vom Grundbuchamt. Steuerpflichtig ist die erwerbende Partei, die Verkaufspartei haftet solidarisch. Bei Handänderungen zwischen Eltern und Nachkommen sowie bei der Erbteilung unter Geschwistern sinkt der Satz auf 0,5 Prozent. Zürich, Schwyz, Glarus und Schaffhausen erheben gar keine.

Was kosten Beurkundung und Grundbucheintrag im Kanton St. Gallen?

Je 2 Promille des Kaufpreises, zusammen also 4 Promille (Gebührentarif für die Grundbuchämter, sGS 914.5); auf sehr hohen Kaufpreisen gilt für den übersteigenden Teil ein reduzierter Satz. Beide Gebühren teilen sich Käufer- und Verkaufspartei hälftig, sodass für die Käuferseite rund 0,2 Prozent bleiben. Bei 800'000 Franken sind das etwa 1'600 Franken. Beurkundet wird im Kanton St. Gallen durch das Grundbuchamt, nicht durch ein freies Notariat.

Wie funktioniert die Grundstückgewinnsteuer im Kanton St. Gallen?

Der Kanton besteuert den Gewinn aus dem Verkauf nach einem progressiven Tarif; Gewinne unter 2'200 Franken bleiben steuerfrei. Wer im ersten Besitzesjahr verkauft, zahlt einen Spekulationszuschlag von 5 Prozent, der jährlich um einen Punkt sinkt und ab dem sechsten Jahr entfällt. Lange Besitzesdauer wird umgekehrt belohnt: Bei selbst bewohntem Eigentum sind bis zu 40,5 Prozent Ermässigung möglich. Sieben Zwölftel des Ertrags gehen an den Kanton, fünf Zwölftel an die Gemeinde.

Wie hoch ist der Leerstand im Kanton St. Gallen?

Am 1. Juni 2025 standen im Kanton St. Gallen 3'760 von 275'324 Wohnungen leer, das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 1,37 Prozent (Fachstelle für Statistik Kanton St. Gallen, Basis BFS-Leerwohnungsstatistik). Die Spannweite ist gross: Der Wahlkreis Sarganserland kam auf 0,64 Prozent, Werdenberg auf 0,86 Prozent, der Wahlkreis Rorschach dagegen auf 2,20 Prozent und die Stadt St. Gallen auf 2,30 Prozent.

Welche Gemeinden im Kanton St. Gallen fallen unter das Zweitwohnungsgesetz?

Sechs Gemeinden liegen über der 20-Prozent-Schwelle: Amden, Flums, Nesslau, Pfäfers, Quarten und Wildhaus-Alt St. Johann. Dort dürfen keine neuen Zweitwohnungen bewilligt werden. Ausgenommen sind touristisch bewirtschaftete Wohnungen und Wohnungen in geschützten Bauten. Wer dort eine Ferienwohnung sucht, ist auf den bestehenden altrechtlichen Bestand angewiesen; der Bund führt die massgebliche Liste im jährlichen Wohnungsinventar.

Wie teuer ist Wohneigentum in der Stadt St. Gallen?

Die Stadt St. Gallen ist nicht der teuerste Markt des Kantons. Mit 45'593 Wohnungen ist sie der grösste Bestand, ihre Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 mit 2,30 Prozent aber deutlich über dem Kantonsmittel von 1,37 Prozent. Das schafft mehr Auswahl und mehr Verhandlungsspielraum als am Obersee. Wer in der Stadt kauft, konkurriert weniger mit Zuzügern aus dem Raum Zürich als in Rapperswil-Jona oder Schmerikon.

Warum ist Rapperswil-Jona so viel teurer als der Rest des Kantons?

Weil dort drei Effekte zusammenkommen: Lage am oberen Zürichsee, S-Bahn-Anbindung nach Zürich und unmittelbare Nachbarschaft zu den Tiefsteuergemeinden des Kantons Schwyz. Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen liegt mit rund 10'737 CHF um mehr als 50 Prozent über dem Kantonsschnitt von 6'985 CHF (RealAdvisor, August 2026). Die Leerwohnungsziffer von 1,98 Prozent täuscht: Sie stammt aus einem Bestand von 14'432 Wohnungen mit hoher Fluktuation im Mietsegment.

Was macht das St. Galler Rheintal als Immobilienmarkt aus?

Das Rheintal ist ein Arbeitsplatzmarkt, kein Lagemarkt. Zwischen Altstätten, Buchs und Sennwald arbeitet ein dichter Kranz von Industrie- und Technologiebetrieben, dazu kommen die Grenzen zu Liechtenstein und Vorarlberg. Die Preise bleiben mit rund 6'147 CHF/m² in Altstätten und 7'273 CHF/m² in Buchs moderat, der Leerstand ist mit 1,38 Prozent im Wahlkreis Rheintal und 0,86 Prozent in Werdenberg jedoch tief. Nachfrage entsteht hier über Arbeitsplätze, nicht über Aussicht.

Wie viele Menschen leben im Kanton St. Gallen?

Ende 2025 lebten 543'913 Personen der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St. Gallen, ein Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Kanton St. Gallen, Statistik). Über zehn Jahre betrachtet wuchs die Bevölkerung um rund 8,9 Prozent. Das Wachstum verteilt sich nicht gleichmässig: Werdenberg und das Rheintal legten in den vergangenen zehn Jahren stärker zu als die übrigen Wahlkreise, was den tiefen Leerstand dort erklärt.

Wie viel wird im Kanton St. Gallen neu gebaut?

2025 wurden im Kanton St. Gallen 857 Eigentumswohnungen und 345 Einfamilienhäuser bewilligt, entsprechend 3,5 und 1,4 Einheiten je 1'000 Haushalte (St. Galler Kantonalbank). Der Wert bei den Einfamilienhäusern ist der tiefste der letzten zehn Jahre. Im Mietsegment liegt die Bautätigkeit mit 2'274 bewilligten Wohnungen und 9,4 je 1'000 Haushalte über dem Schweizer Durchschnitt von 8,0. Das Angebot verschiebt sich damit vom Eigenheim zur Mietwohnung.

Wie berechnet eine Schweizer Bank die Tragbarkeit?

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zinssatz von banküblich 4,5 bis 5 Prozent, nicht mit dem aktuellen Hypothekarzins. Zins, Amortisation und Unterhalt dürfen zusammen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Bei einer Wohnung zum Kantonsschnitt von 698'500 Franken und 20 Prozent Eigenmitteln braucht es damit rund 150'000 Franken Jahreseinkommen. Zusätzlich ist die Hypothek binnen 15 Jahren auf zwei Drittel des Belehnungswerts zu amortisieren.

SARON- oder Festhypothek für eine Immobilie im Kanton St. Gallen?

Beides ist im Kanton St. Gallen üblich; die Wahl hängt von Ihrer Risikofähigkeit ab, nicht vom Standort. Die SARON-Hypothek folgt dem kurzfristigen Geldmarktsatz und schwankt, die Festhypothek fixiert den Zins über die Laufzeit. Für die Tragbarkeitsrechnung ist das unerheblich, weil die Bank ohnehin mit 4,5 bis 5 Prozent kalkuliert. Wir beschreiben die Instrumente und geben keine Empfehlung.

Was gilt beim Kauf für Personen ohne Schweizer Wohnsitz?

Für sie greift die Lex Koller: Der Erwerb von Wohnliegenschaften ist bewilligungspflichtig. Wer eine gültige Aufenthaltsbewilligung hat und die Immobilie am eigenen Wohnsitz selbst bewohnt, braucht keine Bewilligung. Für Ferienwohnungen bestehen kantonale Kontingente, die im Sarganserland und im Toggenburg knapp sind. In den sechs Zweitwohnungsgemeinden des Kantons kommt das Bauverbot des Zweitwohnungsgesetzes hinzu.

Wo ist Wohneigentum im Kanton St. Gallen am günstigsten?

Unter den grösseren geprüften Gemeinden ist Uzwil mit rund 5'998 CHF/m² für Eigentumswohnungen am günstigsten, gefolgt von Altstätten mit 6'147 CHF/m² und Gossau mit 6'379 CHF/m² (RealAdvisor, August 2026). Das untere Ende der kantonalen Spanne liegt bei 3'871 CHF/m² und findet sich in peripheren Lagen des Toggenburgs und des oberen Rheintals. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Quadratmeter im Kanton liegt der Faktor drei.

Wo finde ich amtliche Angaben zu einem Grundstück im Kanton St. Gallen?

Über das Geoportal des Kantons St. Gallen, den gemeinsamen Kartenviewer von Bund, Kanton und Gemeinden. Dort finden Sie die amtliche Vermessung, den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen und die kommunalen Zonenpläne. Zuständig ist das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation. Einen Bodenrichtwert im deutschen Sinn gibt es in der Schweiz nicht; für die Bewertung zählen Vergleichstransaktionen und die amtliche Grundstückschätzung.

Was ändert sich beim Eigenmietwert?

Der Systemwechsel beim Eigenmietwert ist politisch beschlossen, das Inkrafttreten liegt nach heutigem Stand in der Zukunft. Wir nennen bewusst keine Jahreszahl, solange der Termin nicht abschliessend feststeht. Für Eigentümerinnen und Eigentümer im Kanton St. Gallen ändert sich damit vorerst nichts an der Besteuerung des Eigenmietwerts und am Abzug von Schuldzinsen und Unterhaltskosten. Prüfen Sie den Stand vor einer Steuerplanung bei der kantonalen Steuerverwaltung.

Stand der Daten

Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Datenstand

Datenstand

Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand August 2026 (RealAdvisor). Sie werden quartalsweise überprüft.

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Quellen

  1. RealAdvisor – Immobilienpreise pro m², Kanton St. Gallen · abgerufen 16.8.2026
  2. Neho – Quadratmeterpreis Kanton St. Gallen · abgerufen 16.8.2026
  3. Acheteur.ch – Immobilienbewertung Kanton St. Gallen · abgerufen 16.8.2026
  4. St. Galler Kantonalbank – Immobilienbericht Wohneigentum · abgerufen 16.8.2026
  5. St. Galler Kantonalbank – Immobilienbericht Rendite Wohnen · abgerufen 16.8.2026
  6. Fachstelle für Statistik SG – Leerwohnungsziffer 1997–2025 · abgerufen 16.8.2026
  7. Kanton St. Gallen – Wohnbevölkerung · abgerufen 16.8.2026
  8. BWO – Verzeichnis Formularpflicht Anfangsmietzins 2026 · abgerufen 16.8.2026
  9. BWO – Hypothekarischer Referenzzinssatz · abgerufen 16.8.2026
  10. Kanton St. Gallen – Weitere Steuern, Handänderungssteuer · abgerufen 16.8.2026
  11. Kanton St. Gallen – Grundstückgewinnsteuer · abgerufen 16.8.2026
  12. Gebührentarif für die Grundbuchämter, sGS 914.5 · abgerufen 19.8.2026
  13. ImmoScout24 – Grundstückgewinnsteuer St. Gallen · abgerufen 16.8.2026
  14. Kanton St. Gallen – Zweitwohnungen · abgerufen 16.8.2026
  15. homegate – Handänderungssteuer in der Schweiz · abgerufen 16.8.2026
  16. Kanton St. Gallen – Geoinformation und Geoportal · abgerufen 19.8.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: Informativ — keine Anlageberatung.
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