Immobilienpreise in Graubünden
Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton Graubünden im August 2026 rund 9'971 CHF je Quadratmeter. Zwischen St. Moritz und den peripheren Talgemeinden liegt der Faktor vier.
Stand August 2026 · Quelle: RealAdvisor
Der Immobilienmarkt in Graubünden im Überblick
Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton Graubünden im August 2026 durchschnittlich 9'971 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor). Ein Haus liegt mit 8'061 CHF je Quadratmeter darunter, was in einem Alpenkanton weniger widersprüchlich ist, als es zunächst klingt: Der Wohnungsmarkt wird von den Ferienorten geprägt, der Häusermarkt von den Talgemeinden. Der Medianpreis einer Wohnung beträgt rund 897'000 CHF, jener eines Hauses rund 1'257'000 CHF. Über zwölf Monate haben Wohnungen um 3,1 Prozent und Häuser um 3,0 Prozent zugelegt. Damit setzt sich eine Aufwärtsbewegung fort, die seit rund einem Jahrzehnt kaum unterbrochen wurde.
Wie gross ist die Spreizung innerhalb des Kantons?
Kein anderer Schweizer Kanton fächert sich so weit auf. Das untere Preisband beginnt bei 4'239 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 2'755 CHF je Quadratmeter für Häuser, das obere endet bei 24'331 beziehungsweise 19'898 CHF. Zwischen einer Wohnung in einer peripheren Talgemeinde und einer Wohnung an bester Oberengadiner Lage liegt damit gut der Faktor vier, und zwar innerhalb derselben Steuerhoheit und desselben Grundbuchsystems. Auf Gemeindeebene zeigt sich dasselbe Bild: St. Moritz führt mit 18'922 CHF je Quadratmeter, gefolgt von Laax mit 13'706, Davos mit 12'795 und Arosa mit 11'722 CHF. Die Kantonshauptstadt Chur liegt mit 8'810 CHF je Quadratmeter unter dem kantonalen Mittel.
Wer kauft in Graubünden?
Die Käuferschaft zerfällt in zwei klar unterscheidbare Gruppen. In den Tourismusgemeinden dominieren ausserkantonale und ausländische Erwerber mit Zweitwohnsitzabsicht; ihre Zahlungsbereitschaft ist weitgehend von den lokalen Einkommen entkoppelt und richtet sich nach Vermögenslage, Lage der Liegenschaft und Verfügbarkeit. In Chur, Domat/Ems, Landquart und den Talgemeinden der Surselva, der Viamala und der Moesa kaufen dagegen Eigennutzer: Familien, Pendlerhaushalte und ältere Ehepaare, die aus einem grossen Einfamilienhaus in eine Etagenwohnung wechseln. Kapitalanleger treten vor allem im Churer Rheintal auf, wo dauerhafte Vermietung ohne Erstwohnungsauflagen möglich ist. Diese Zweiteilung erklärt, warum kantonale Durchschnittswerte für Graubünden mit Vorsicht zu lesen sind: Der Mittelwert beschreibt keinen realen Markt, sondern liegt zwischen zwei Märkten, die kaum miteinander kommunizieren. Wer eine Liegenschaft im Kanton einordnen will, kommt an der Gemeinde als Bezugsgrösse nicht vorbei.
Wie entwickeln sich Bevölkerung und Angebot?
Der Kanton zählte Ende 2025 nach provisorischen Ergebnissen des Amts für Wirtschaft und Tourismus 207'334 Personen ständige Wohnbevölkerung, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber den definitiven 206'138 Personen von Ende 2024. Das Wachstum stammt vollständig aus der Wanderung: Rund 9'000 Zuzügen standen etwa 7'000 Wegzüge gegenüber, während 1'413 Geburten die rund 1'900 Todesfälle nicht aufwogen. Am stärksten wuchs 2025 die Region Moesa mit plus 1,7 Prozent, gefolgt von Landquart mit plus 1,19, Viamala mit plus 1,03 und Engiadina Bassa/Val Müstair mit plus 0,86 Prozent; die Regionen Albula und Bernina waren rückläufig. Der Kanton ist damit demografisch von Zuwanderung abhängig, und diese Zuwanderung verteilt sich sehr ungleich über die Täler.
Dem steht ein Angebot gegenüber, das sich kaum ausdehnen lässt. Die schweizweite Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 bei 1,0 Prozent, und Graubünden blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert; fünfzehn Kantone lagen unter der Marke von einem Prozent. Das Portal Neho weist für Bündner Mietwohnungen einen Leerstand von 0,57 Prozent aus. Mit 28,8 Einwohnern je Quadratkilometer ist Graubünden zwar der am dünnsten besiedelte Kanton der Schweiz, doch nutzbare Bauzonen liegen fast ausschliesslich in schmalen Talböden, zwischen Gefahrenzonen, Wald und Schutzgebieten. Fläche und verfügbares Bauland sind hier zwei völlig verschiedene Grössen, und genau darin unterscheidet sich der Kanton von den flächenmässig kleineren, aber baulich dehnbareren Mittellandkantonen.
Was heisst das für Mietende und Vermietende?
Die durchschnittliche Angebotsmiete liegt bei 337 CHF je Quadratmeter und Jahr, umgerechnet rund 28.10 CHF je Quadratmeter und Monat, mit einer Spanne von 143 bis 822 CHF je Quadratmeter und Jahr (RealAdvisor, August 2026). Dieser Mittelwert ist mit Vorsicht zu behandeln: Er enthält möblierte Ferienwohnungen im Oberengadin und in Davos, die je Quadratmeter ein Vielfaches dessen erzielen, was in Chur oder Ilanz für eine dauernd vermietete Dreizimmerwohnung bezahlt wird. Für die rechnerische Bruttomietrendite, die diese Seite aus Miete und Kaufpreis ermittelt, bedeutet das eine systematische Verzerrung nach oben. Mietrechtlich gilt im Übrigen der gewöhnliche schweizerische Rahmen: Eine Mietpreisbremse nach deutschem Vorbild existiert nicht, und der Kanton hat auch die Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Artikel 270 Absatz 2 des Obligationenrechts nicht eingeführt. Bestehende Mietverhältnisse orientieren sich am hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, der seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent liegt und im Juni 2026 bestätigt wurde.
Wie haben sich die Preise entwickelt?
Über die letzten zwölf Monate sind die Bündner Wohnungspreise um 3,1 Prozent und die Hauspreise um 3,0 Prozent gestiegen (RealAdvisor, August 2026). Über fünf Jahre summiert sich das auf plus 29,8 Prozent, über zehn Jahre auf plus 49,1 Prozent, über zwanzig Jahre auf plus 102,7 Prozent und über fünfundzwanzig Jahre auf plus 125,7 Prozent. Eine Wohnung, die 2001 rechnerisch 4'418 CHF je Quadratmeter kostete, liegt heute bei 9'971 CHF. Der Kanton hat damit über ein Vierteljahrhundert eine Verdoppelung des Quadratmeterpreises hinter sich, ohne dass eine ausgeprägte Korrekturphase dazwischen läge.
Wie ist die Reihe im Diagramm zu lesen?
Die Punkte der Preisreihe sind aus den veröffentlichten Intervallveränderungen auf den Stand August 2026 zurückgerechnet. Sie sind deshalb ungleich über die Zeitachse verteilt und nicht als lückenlose Jahresreihe zu verstehen: Zwischen 2006 und 2016 fehlt ein Stützpunkt, weil für diesen Zeitraum kein publizierter Intervallwert vorliegt. Eine kantonale Mietpreisreihe in vergleichbarer Qualität existiert für Graubünden nicht. Wir zeigen deshalb bewusst nur die Kaufpreisreihe, statt eine Mietkurve zu konstruieren, für die keine belastbare Quelle vorliegt. Diese Lücke ist die grösste Datenschwäche der Seite und sollte beim Lesen der Renditekennzahl mitgedacht werden.
Was hat die Zinswende von 2022 bewirkt?
Der Bruch, den viele deutsche und österreichische Märkte 2022 und 2023 erlebten, fällt in Graubünden auffällig milde aus. Der Anstieg von 7'682 CHF je Quadratmeter im Jahr 2021 auf 9'671 CHF im Jahr 2025 zeigt keine Delle, sondern eine Verlangsamung des Tempos. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens sind die Schweizer Hypothekarzinsen nie auf ein Niveau gestiegen, das Kaufkraft im gleichen Ausmass vernichtet hätte. Zweitens werden Käufe in den Ferienregionen häufig mit hohem Eigenmittelanteil oder ganz ohne Fremdfinanzierung getätigt, sodass der Zinspfad die Nachfrage dort nur gedämpft erreicht. Drittens hatte das Zweitwohnungsgesetz das Angebot bereits vorher so verknappt, dass eine schwächere Nachfrage nicht auf ein wachsendes Angebot traf.
Warum weichen die Portale voneinander ab?
Die publizierten Werte für Graubünden liegen weiter auseinander als in fast jedem anderen Kanton. RealAdvisor nennt für August 2026 einen Wohnungsdurchschnitt von 9'971 CHF je Quadratmeter, Neho für Juni 2026 einen von 11'026 CHF und weist zugleich eine Zwölfmonatsveränderung von plus 12,1 Prozent aus, gegenüber plus 3,1 Prozent bei RealAdvisor. Beim Haussegment ist es umgekehrt: ImmoScout24 nennt einen Medianwert von 6'772 CHF je Quadratmeter, deutlich unter den 8'061 CHF von RealAdvisor. Diese Abweichungen sind keine Fehler, sondern Folgen unterschiedlicher Stichproben.
Wo viele hochpreisige Ferienobjekte in die Berechnung eingehen, steigt der Mittelwert; wo Bestandsobjekte in den Talgemeinden dominieren, sinkt er. Ein einzelnes verkauftes Penthouse in St. Moritz bewegt einen kantonalen Durchschnitt spürbar, wenn die Grundgesamtheit klein ist, und Graubünden hat mit rund 207'000 Einwohnern und einer geringen Zahl jährlicher Transaktionen eine kleine Grundgesamtheit. Wir führen deshalb beide Werte an, statt sie stillschweigend zu mitteln, und stützen die Leitzahlen dieser Seite auf RealAdvisor, weil dort Spannen, Median und Intervallveränderungen konsistent nebeneinander ausgewiesen werden.
Was treibt die Preise derzeit?
Auf der Angebotsseite wirkt das Zweitwohnungsgesetz wie eine dauerhafte Mengenbegrenzung: In Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent sind neue Zweitwohnungen grundsätzlich nicht bewilligungsfähig, und praktisch alle Bündner Ferienorte liegen über dieser Schwelle. Wohnungen, die am 11. März 2012 bereits bestanden oder rechtskräftig bewilligt waren, geniessen Bestandesschutz und sind frei nutzbar. Genau diese altrechtlichen Objekte bilden inzwischen ein eigenes Preissegment, das sich vom übrigen Bestand abgekoppelt hat. Auf der Nachfrageseite stützt der tiefe Referenzzinssatz, der die Finanzierungskosten für Erstwohnungskäufe im Rheintal erträglich hält.
Dämpfend wirken zwei Faktoren: das Geburtendefizit von 487 Personen im Jahr 2025, das den Kanton bei der Binnennachfrage von Zuwanderung abhängig macht, und die vom Bundesrat vorgeschlagene Kürzung der Lex-Koller-Kontingente, die im Oberengadin und in Davos/Klosters eine spürbare Käufergruppe betrifft. Bemerkenswert ist zudem, dass Wohnungen und Häuser im Kantonsmittel nahezu im Gleichschritt zulegten, auf Gemeindeebene aber auseinanderlaufen. In Davos liegen Häuser mit 13'998 CHF je Quadratmeter über den Wohnungen mit 12'795 CHF, in Chur Häuser mit 9'548 über Wohnungen mit 8'810 CHF. In St. Moritz kehrt sich das Bild um: Dort kostet die Wohnung mit 18'922 CHF je Quadratmeter mehr als das Haus mit 16'940 CHF, weil die Nachfrage nach Zweitwohnungen an zentraler Lage die Zahlungsbereitschaft für Etagenwohnungen über jene für abgelegenere Einfamilienhäuser hebt.
Preisentwicklung im Kanton Graubünden
Die Punkte sind aus den RealAdvisor-Intervallwerten auf August 2026 zurückgerechnet: plus 3,1 Prozent über zwölf Monate, plus 29,8 über fünf, plus 49,1 über zehn und plus 125,7 Prozent über 25 Jahre. Die Stützjahre sind ungleich verteilt.
Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor, Intervallwerte 08/2026
Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?
Der Bündner Markt ist ein Wohnungsmarkt. Eigentumswohnungen kosten im Kantonsmittel 9'971 CHF je Quadratmeter, Häuser 8'061 CHF (RealAdvisor, August 2026), eine Konstellation, die man in Flachlandkantonen selten findet. Sie entsteht daraus, dass die teuersten Lagen des Kantons Ferienorte sind, in denen Stockwerkeigentum die vorherrschende Eigentumsform ist, während Einfamilienhäuser überwiegend dort stehen, wo Bauland verfügbar und günstiger war: im Churer Rheintal, in der Surselva und in den Talgemeinden. Wer Quadratmeterpreise zwischen den Objektarten vergleicht, vergleicht in Graubünden deshalb immer auch zwei unterschiedliche Geografien.
Was unterscheidet die vier Objektarten?
Der Objektartenvergleich weiter unten führt die vier üblichen Kategorien getrennt auf. Für Eigentumswohnungen liegt die belegte Spanne bei 4'239 bis 24'331 CHF je Quadratmeter, der Medianpreis eines Objekts bei rund 897'000 CHF. Reihenhäuser, Doppeleinfamilienhäuser und freistehende Einfamilienhäuser werden von den Portalen für Graubünden nicht getrennt ausgewiesen, sondern gemeinsam im Haussegment geführt; dessen Spanne reicht von 2'755 bis 19'898 CHF je Quadratmeter bei einem Medianpreis von rund 1'257'000 CHF. Wir weisen die Zeilen deshalb mit dem gemeinsamen Quadratmeterwert aus und benennen den Unterschied in der Merkmalspalte, statt eine Differenzierung vorzutäuschen, welche die Datenlage nicht hergibt.
Was kostet der Einstieg, und wie steht es um Neubau und Bestand?
Unterhalb von 400'000 CHF gibt es im Kanton noch Angebote, aber praktisch nur in den peripheren Regionen: in Teilen der Surselva, der Viamala, im Val Müstair und in der Moesa. Rechnerisch entspricht das einer Wohnung von rund neunzig Quadratmetern am unteren Preisband. Im Churer Rheintal beginnt der realistische Einstieg für eine Dreizimmerwohnung deutlich höher, in den Tourismusgemeinden liegt er noch einmal um ein Mehrfaches darüber. Für ein Einfamilienhaus im Kanton ist der Medianpreis von rund 1'257'000 CHF die nüchterne Bezugsgrösse.
Eine belastbare kantonale Aufteilung nach Neubau und Bestand liegt für Graubünden nicht vor; wir verzichten deshalb auf eine Zahl. Strukturell ist die Lage aber eindeutig. In den Gemeinden über der Zwanzig-Prozent-Schwelle ist Neubau für den Zweitwohnungsmarkt praktisch ausgeschlossen, sodass dort ein Neubauzuschlag im üblichen Sinn gar nicht entsteht. Stattdessen zahlt der Markt einen Aufschlag für altrechtliche Wohnungen ohne Nutzungsbeschränkung. In Chur, Domat/Ems und Landquart, wo weiterhin gebaut wird, verhält sich das Verhältnis von Neubau zu Bestand dagegen ähnlich wie in anderen Schweizer Regionen mit knappem Bauland. Für die Preisfindung heisst das: In den Ferienorten bestimmt der rechtliche Status einer Wohnung deren Wert oft stärker als Baujahr oder Ausbaustandard, im Rheintal bleiben Zustand, Grundriss, Energiekennwert und Zentrumsnähe entscheidend.
Wie viel Eigenkapital und welche Tragbarkeit sind nötig?
Die schweizerischen Finanzierungsregeln gelten in Graubünden unverändert. Banken verlangen mindestens 20 Prozent Eigenmittel, wovon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule stammen darf; die übrigen zehn Prozent müssen aus echten Ersparnissen, der Säule 3a, einer Erbschaft oder einer Schenkung kommen. Beim Bündner Medianpreis einer Wohnung von rund 897'000 CHF sind das etwa 179'000 CHF Eigenmittel, davon mindestens rund 90'000 CHF harte Mittel, dazu rund 21'000 CHF Erwerbsnebenkosten, die nicht mitfinanziert werden. Die Tragbarkeit prüfen die Institute nicht mit dem tatsächlichen, sondern mit einem kalkulatorischen Zinssatz von banküblich 4,5 bis 5 Prozent. Zusammen mit einer Pauschale von einem Prozent für Unterhalt und Nebenkosten sowie der Amortisation darf die Belastung ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen; die Belehnung ist zudem binnen fünfzehn Jahren auf zwei Drittel des Verkehrswerts zurückzuführen. Wer zwischen einer SARON-Hypothek und einer Festhypothek wählt, entscheidet sich zwischen einer variablen Belastung mit tieferem Erwartungswert und einer festen Grösse über die Laufzeit; an der Tragbarkeitsrechnung der Bank ändert diese Wahl nichts.
Was ist bei Ferienobjekten anders?
Bei Objekten in Tourismusgemeinden kommen drei Prüfpunkte hinzu, die im Rheintal keine Rolle spielen. Erstens der Nutzungsvermerk im Grundbuch: Ist eine Wohnung als Erstwohnung angemerkt, darf sie nicht als Zweitwohnung genutzt werden, und der Käuferkreis verengt sich auf Personen mit Wohnsitz vor Ort. Zweitens die Lex Koller, die den Erwerb durch Personen im Ausland bewilligungspflichtig und kontingentiert macht. Drittens die Finanzierung selbst: Für Zweitwohnungen verlangen viele Institute höhere Eigenmittel als die üblichen zwanzig Prozent und rechnen die Tragbarkeit strenger, weil weder ein Vorbezug aus der zweiten Säule noch eine Verpfändung von Vorsorgegeldern zulässig ist. Hinzu kommen laufende Kosten, die bei Ferienobjekten überdurchschnittlich ins Gewicht fallen: Stockwerkeigentümergemeinschaften in den Bergen bilden für Dach, Fassade und Erschliessung höhere Erneuerungsfonds, die Gemeinden erheben Kurtaxen und teilweise Zweitwohnungsabgaben, und die energetische Sanierung älterer Chalets ist wegen Lage, Bauweise und Ortsbildschutz aufwendiger als im Mittelland.
Objektarten im Vergleich
| Objektart | Preis je m² | Einstiegspreis | Merkmal |
|---|---|---|---|
| Eigentumswohnung | Ø 9'971 CHF/m² | ab rund 380'000 CHF | Spanne 4'239–24'331 CHF/m² |
| Reihenhaus | Ø 8'061 CHF/m² | ab rund 330'000 CHF | Portale führen es im Haussegment |
| Doppeleinfamilienhaus | Ø 8'061 CHF/m² | ab rund 380'000 CHF | Vor allem Chur, Landquart, Imboden |
| Einfamilienhaus | Ø 8'061 CHF/m² | Median 1'257'555 CHF | Spanne 2'755–19'898 CHF/m² |
Quelle: RealAdvisor, Kanton GR, Stand 08/2026
Welche Lagen und Regionen gibt es?
Graubünden gliedert sich in elf Regionen und rund hundert Gemeinden, doch für den Immobilienmarkt sind zwei Achsen entscheidend: die Tourismusorte auf der einen, das Churer Rheintal und die Talregionen auf der anderen Seite. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Preisband liegt gut der Faktor vier, und die Grenze verläuft nicht zwischen Nord und Süd oder zwischen Stadt und Land, sondern zwischen Orten mit und ohne internationale Zweitwohnungsnachfrage.
Was prägt das Oberengadin?
St. Moritz ist mit 18'922 CHF je Quadratmeter für Eigentumswohnungen und 16'940 CHF für Häuser die teuerste Adresse des Kantons und eine der teuersten der Schweiz. Das Oberengadin insgesamt, neben St. Moritz vor allem Silvaplana, Sils, Pontresina, Celerina, Samedan und Zuoz, bildet einen eigenen, weitgehend abgeschlossenen Markt. Angebot entsteht dort fast nur durch Weiterverkauf; die Zahl frei nutzbarer, altrechtlicher Wohnungen ist endlich und schrumpft, wenn Objekte dauerhaft in Erstwohnungsnutzung übergehen. Preisbestimmend sind Sonnenlage, Seesicht, Distanz zur Bergbahn und Ausbaustandard, nicht die Quadratmeterzahl allein.
Wie unterscheiden sich Davos, Klosters, Arosa, Flims-Laax und die Lenzerheide?
Davos liegt mit 12'795 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 13'998 CHF für Häuser im oberen Feld, unterscheidet sich vom Engadin aber in einem wesentlichen Punkt: Die Landschaft Davos ist mit rund elftausend Einwohnern eine funktionierende Ganzjahresgemeinde mit Spital, Schulen, Forschungsinstituten und Kongresszentrum. Der Erstwohnungsmarkt ist entsprechend gross, die Nachfrage weniger saisonal. Klosters teilt die Anbindung über den Vereinatunnel und lebt von einer traditionell internationalen Klientel. Arosa erreicht 11'722 CHF je Quadratmeter und ist über die Strasse ab Chur oder mit der Arosabahn erschlossen; die Endlage begrenzt das Einzugsgebiet, hält aber auch den Charakter.
Laax liegt mit 13'706 CHF je Quadratmeter überraschend hoch und damit über Davos. Die Region Flims-Laax-Falera profitiert von der kurzen Distanz nach Chur und Zürich, einem grossen zusammenhängenden Skigebiet und einer jüngeren Käuferschaft, die das Zweitobjekt auch an Wochenenden ausserhalb der Wintersaison nutzt. Ähnlich funktioniert die Lenzerheide in der Gemeinde Vaz/Obervaz, die zusätzlich vom Zusammenschluss der Skigebiete mit Arosa und von der Nähe zum Churer Arbeitsmarkt profitiert. Beide Destinationen liegen deutlich über der Zwanzig-Prozent-Schwelle des Zweitwohnungsgesetzes, womit auch dort kein neuer Zweitwohnungsbau mehr möglich ist.
Wie steht es um Chur und das Churer Rheintal?
Chur ist mit 8'810 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 9'548 CHF für Häuser der grösste Erstwohnungsmarkt des Kantons und liegt unter dem kantonalen Mittel. Die Stadt bündelt Kantonsverwaltung, Kantonsspital, Fachhochschule Graubünden und einen Grossteil der Dienstleistungsarbeitsplätze. Domat/Ems lebt von der Ems-Chemie als grösstem industriellem Arbeitgeber, Landquart vom Autobahnkreuz, der Logistik und dem Einkaufszentrum; die Region Landquart wuchs 2025 mit plus 1,19 Prozent überdurchschnittlich. Wer im Kanton eine Wohnung zur dauerhaften Vermietung sucht, findet hier die verlässlichsten Rahmenbedingungen, weil Erstwohnungsauflagen und Zweitwohnungsbeschränkungen keine Rolle spielen. Innerhalb des Rheintals bestehen dennoch deutliche Unterschiede: Die Hangdörfer über der Stadt erzielen höhere Preise als die Quartiere entlang der Bahnlinie, und in Landquart wirkt die Nähe zur Bündner Herrschaft mit Maienfeld, Malans und Jenins preisstützend.
Was passiert in Surselva, Viamala, Engiadina Bassa und Moesa?
Die peripheren Regionen bilden das untere Preisband des Kantons ab, mit Wohnungen ab 4'239 und Häusern ab 2'755 CHF je Quadratmeter. In der Surselva mit Ilanz und Disentis, in der Viamala mit Thusis und Splügen, in Engiadina Bassa/Val Müstair mit Scuol und Zernez sowie in der Moesa mit Roveredo und Mesocco ist der Markt dünn: wenige Transaktionen, lange Vermarktungszeiten, hohe Streuung zwischen einzelnen Objekten. Zugleich verzeichnete ausgerechnet die Moesa 2025 mit plus 1,7 Prozent das stärkste Bevölkerungswachstum aller Bündner Regionen, gefolgt von Viamala mit plus 1,03 und Engiadina Bassa/Val Müstair mit plus 0,86 Prozent; Albula und Bernina waren rückläufig.
Zu beachten ist, dass auch viele dieser Gemeinden über der Zwanzig-Prozent-Schwelle liegen. Der günstige Quadratmeterpreis bedeutet also nicht automatisch, dass ein Objekt als Ferienwohnung genutzt werden darf; darüber entscheiden der Nutzungsvermerk im Grundbuch und der kommunale Erstwohnungsanteilsplan, nicht der Preis und nicht die Entfernung zum nächsten Skilift. Die Erschliessung hält den Kanton trotz seiner Weitläufigkeit zusammen: Die A13 über den San Bernardino verbindet das Rheintal mit der Moesa und dem Tessin, der Vereinatunnel bringt Klosters und das Unterengadin per Autoverlad zusammen, und die Rhätische Bahn erschliesst mit der Albula- und der Berninalinie, seit 2008 UNESCO-Welterbe, auch abgelegene Täler ganzjährig. Für die Preisbildung ist die Fahrzeit nach Chur und Zürich in vielen Gemeinden die aussagekräftigere Grösse als die Luftlinie.
Was ist in Graubünden anders als anderswo?
Graubünden ist der Zweitwohnungskanton der Schweiz. Kein anderer Kanton hat so viele Gemeinden, in denen der Wohnungsmarkt nicht von der lokalen Bevölkerung, sondern von auswärtiger Ferienwohnungsnachfrage bestimmt wird, und keiner spürt die Regulierung dieses Marktes so unmittelbar. Wer den Bündner Markt verstehen will, muss vier Regelwerke kennen: das Zweitwohnungsgesetz, die Lex Koller, die kommunalen Erstwohnungsanteilspläne und das kantonale Steuerrecht mit seiner Besonderheit bei der Handänderungssteuer.
Warum ist das Zweitwohnungsgesetz hier so bestimmend?
Seit dem Inkrafttreten des Zweitwohnungsgesetzes dürfen in Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent grundsätzlich keine neuen Zweitwohnungen mehr bewilligt werden. Das Bundesamt für Raumentwicklung führt das Inventar jährlich nach; in der Mitteilung vom 31. März 2026 waren schweizweit 331 Gemeinden betroffen, Lostallo befand sich im Prüfverfahren. Praktisch alle Bündner Tourismusgemeinden, von St. Moritz über Davos, Arosa, Flims und Laax bis Vaz/Obervaz, liegen seit Jahren deutlich über der Schwelle. Die Wirkung auf die Preise ist zweigeteilt.
Wohnungen, die am 11. März 2012 bereits bestanden oder rechtskräftig bewilligt waren, geniessen Bestandesschutz und dürfen frei genutzt, verkauft und umgebaut werden. Sie sind zu einem eigenen Gut geworden, dessen Menge nicht mehr wächst. Neubauten in denselben Gemeinden sind dagegen an eine Erstwohnungsnutzung oder an eine touristische Bewirtschaftung gebunden und richten sich damit an einen völlig anderen Käuferkreis. Zwei Wohnungen im selben Haus können deshalb strukturell verschieden bewertet sein, und der Unterschied steht nicht im Exposé, sondern im Grundbuch. Für Kaufinteressierte ist die Prüfung des Nutzungsvermerks damit ebenso wichtig wie die Besichtigung.
Wie wirkt die Lex Koller auf den Bündner Markt?
Der Erwerb von Ferienwohnungen durch Personen mit Wohnsitz im Ausland ist nach dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland bewilligungspflichtig und über kantonale Kontingente mengenmässig begrenzt. Schweizweit werden jährlich rund 1'500 Bewilligungen erteilt; Graubünden gehört neben dem Wallis und dem Berner Oberland zu den Kantonen mit der stärksten Nachfrage. Der Bundesrat hat eine Verschärfung in die Vernehmlassung geschickt, welche die Kontingente auf 600 Einheiten zuzüglich einer Reserve von 150 senken würde; die Vernehmlassung lief bis Mitte Juli 2026. Für den Kanton wäre das ein doppelter Effekt: Kurzfristig verknappt eine tiefere Bewilligungszahl das Angebot an frei erwerbbaren Objekten zusätzlich und stützt die Preise im Bestand, mittelfristig fällt eine Käufergruppe weg, die in St. Moritz, Davos und Klosters einen erheblichen Teil der Nachfrage im obersten Preissegment ausmacht. Welche Richtung überwiegt, lässt sich nach heutigem Stand nicht seriös beziffern.
Was bedeutet die kommunale Handänderungssteuer?
Anders als die meisten Kantone erhebt Graubünden keine kantonale Handänderungssteuer. Zuständig sind die Gemeinden, der gesetzliche Höchstsatz liegt bei 2 Prozent des Kaufpreises, und die Stadt Chur verlangt 1,5 Prozent. Für Kaufende heisst das: Der Nebenkostenrechner auf dieser Seite arbeitet mit dem Höchstsatz, in Ihrer Gemeinde kann der Betrag tiefer liegen. Bei einem Kaufpreis von einer Million Franken macht ein halber Prozentpunkt 5'000 CHF aus, ein Betrag, der die Abklärung des kommunalen Satzes vor der Beurkundung lohnt. Notariats- und Grundbuchgebühren summieren sich daneben auf rund 0,3 Prozent, und wird eine Hypothek errichtet, kommen für das Grundpfandrecht rund drei Promille der Pfandsumme hinzu.
Beim Verkauf greift die Grundstückgewinnsteuer, die Kanton und Gemeinde gemeinsam erheben. Gewinne bis 4'200 CHF bleiben steuerfrei, darüber setzt ein gestaffelter Tarif ab 5 Prozent ein. Ab dem zehnten Jahr der Besitzdauer sinkt die Steuer um 1,5 Prozent je weiteres volles Jahr, maximal um 51 Prozent nach 34 Jahren; bei einer Besitzdauer unter zwei Jahren kommt ein Spekulationszuschlag von 2 Prozent je Monat hinzu. Damit gehört Graubünden zu den milderen Kantonen für langjährige Eigentümerschaft und zu den unfreundlicheren für kurzfristige Weiterverkäufe. Die kantonale Steuerverwaltung stellt dafür einen Rechner bereit; die Liegenschaft selbst haftet für die Steuer, weshalb die Sicherstellung des Betrags Teil jeder sauberen Kaufabwicklung ist.
Welche Rolle spielen Dreisprachigkeit, Raumplanung und der Eigenmietwert?
Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz: Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch sind gleichberechtigte Amtssprachen. Das ist mehr als Folklore, denn Gemeindenamen, Grundbuchauszüge, Baupublikationen und Ortsplanungen erscheinen je nach Gemeinde in unterschiedlicher Sprache. Wer im Val Müstair, in der Surselva oder in der Moesa kauft, sollte sich die massgebenden Dokumente in einer Sprache vorlegen lassen, die er sicher beherrscht. Raumplanerisch stützen sich die Gemeinden auf das kantonale Raumplanungsgesetz (BR 801.100) und steuern ihren Wohnungsmarkt über Erstwohnungsanteilspläne und Zweitwohnungsanteilsbeschränkungen in der Ortsplanung, die Bauherrschaften verpflichten, einen Mindestanteil der Geschossfläche dauernd bewohnten Wohnungen vorzubehalten. Parzellengrenzen, Zonen- und Gefahrenzonenpläne sind über das kantonale Geoportal MapGR einsehbar.
Bleibt der Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung. Die Stimmberechtigten haben ihn am 28. September 2025 mit 57,7 Prozent angenommen; der Bundesrat hat das Inkrafttreten am 1. April 2026 auf den 1. Januar 2029 festgelegt. Bis Ende 2028 bleibt der Eigenmietwert nach heutigem Stand steuerbar, und Schuldzinsen sowie Unterhaltskosten bleiben abziehbar. Für einen Zweitwohnungskanton ist die Frage besonders relevant, weil die Kantone nach heutigem Stand auf Zweitliegenschaften eine Objektsteuer vorsehen können; für Graubünden ist die konkrete Umsetzung offen. Wer heute kauft und die Finanzierung über mehr als drei Jahre plant, sollte den späteren Wegfall des Schuldzinsenabzugs in der langfristigen Rechnung berücksichtigen. Diese Seite beschreibt die Rechtslage, ersetzt aber keine Steuerberatung im Einzelfall.
Was Graubünden vom Rest der Schweiz unterscheidet
Zweitwohnungsgesetz: Neubaustopp in den Ferienorten
In Gemeinden über 20 Prozent Zweitwohnungsanteil sind neue Zweitwohnungen gesperrt; laut ARE vom 31. März 2026 sind das 331 Gemeinden. St. Moritz, Davos, Arosa, Flims, Laax und Vaz/Obervaz liegen deutlich darüber.
Lex Koller: Kontingente für Käufer aus dem Ausland
Ferienwohnungskäufe durch Personen im Ausland sind bewilligungspflichtig; schweizweit werden jährlich rund 1'500 Bewilligungen erteilt. Der Bundesrat will auf 600 Einheiten plus 150 Reserve kürzen, Vernehmlassung bis Juli 2026.
Handänderungssteuer nur auf Gemeindeebene
Graubünden kennt keine kantonale Handänderungssteuer; zuständig sind die Gemeinden mit höchstens 2 Prozent, Chur mit 1,5 Prozent. Bei der Grundstückgewinnsteuer mildern Besitzdauerrabatte bis 51 Prozent die Belastung.
Erstwohnungsanteile und enge Talböden
Viele Gemeinden steuern den Markt über Erstwohnungsanteilspläne nach kantonalem Raumplanungsgesetz. Enge Talböden, Gefahrenzonen und Wald halten die Bauzonenreserve knapp – bei 28,8 Einwohnern je Quadratkilometer.
Zwei Märkte in einem Kanton
Im Oberengadin, in Davos/Klosters, Arosa, Flims-Laax und auf der Lenzerheide bestimmen auswärtige Zweitwohnungskäufer das Niveau – St. Moritz erreicht 18'922 CHF/m². In Chur, Domat/Ems und der Surselva dominieren Eigennutzer.
Erschliessung, Arbeitsplätze und drei Sprachen
Chur bündelt Verwaltung, Kantonsspital und Fachhochschule, Domat/Ems die Ems-Chemie, Landquart die Logistik. A13, Vereinatunnel und die Rhätische Bahn erschliessen die Täler. Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton.
Stand: 2026-08-01
Recht und Kosten kompakt
- Handänderungssteuer
- 2.0 % des Kaufpreises. Notar und Grundbuch schlagen mit rund 0.3 % zu Buche.
- Mietpreisbremse
- Für Graubünden nicht ausgewiesen.
- Bodenrichtwerte
- Geoportal MapGR ↗
- Handänderungssteuer je Gemeinde prüfen
- Der Kanton erhebt keine eigene Handänderungssteuer. Die Gemeinden verlangen höchstens 2 Prozent, Chur 1,5 Prozent. Der Nebenkostenrechner rechnet mit dem Höchstsatz.
- Zweitwohnungsgesetz und Erstwohnungsanteil
- Liegt die Liegenschaft in einer Gemeinde über 20 Prozent Zweitwohnungsanteil, ist eine Umnutzung zur Zweitwohnung meist ausgeschlossen. Prüfen Sie den Nutzungsvermerk im Grundbuch.
- Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf
- Steuerfrei bis 4'200 CHF Gewinn, danach Tarif ab 5 Prozent. Ab zehn Jahren 1,5 Prozent Nachlass je Jahr, maximal 51 Prozent. Unter zwei Jahren 2 Prozent Zuschlag je Monat.
- Lex Koller bei Käuferschaft im Ausland
- Personen mit Wohnsitz im Ausland brauchen für eine Ferienwohnung eine Bewilligung aus dem kantonalen Kontingent. Eine Kürzung von rund 1'500 auf 600 Einheiten ist in Vorbereitung.
Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Was kostet der Kauf zusätzlich?
| Kaufpreis | 500'000 CHF | |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 2.0 % | 10'000 CHF |
| Notar & Grundbuch | 0.3 % | 1'500 CHF |
| Nebenkosten gesamt | 2.3 % | 11'500 CHF |
| Gesamtaufwand | 511'500 CHF |
Richtwerte für Graubünden. Keine Steuer- oder Rechtsberatung — im Einzelfall weichen Notar- und Grundbuchkosten ab.
Mietmarkt und Kaufmarkt im Vergleich
Mietmarkt Graubünden
- Ø Angebotsmiete
- 28.10 CHF/m²/Mt.
- Jahresmiete je m²
- 337 CHF
- Spanne Jahresmiete
- 143–822 CHF/m²
- Referenzzinssatz
- 1,25 % seit 09/2025
Kaufmarkt Graubünden
- Ø Eigentumswohnung
- 9'971 CHF/m²
- Ø Haus
- 8'061 CHF/m²
- Spanne Wohnung
- 4'239–24'331 CHF/m²
- Trend 12 Mte.
- +3,1 % Wohnungen
Die kantonale Durchschnittsmiete ist von möblierten Ferienwohnungen im Oberengadin und in Davos nach oben gezogen und liegt über dem Niveau, das in Chur oder der Surselva für dauernd vermietete Wohnungen bezahlt wird.
Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor, BFS, BWO – Stand 08/2026
Wie geht es weiter?
Über zwölf Monate stiegen die Preise um 3,1 Prozent. Das Zweitwohnungsgesetz hat den Neubau in den Ferienorten gestoppt, die Leerwohnungsziffer bleibt tief, der Referenzzinssatz von 1,25 Prozent stützt. Der moderate Aufwärtstrend dürfte anhalten.
Bestandeswohnungen ohne Nutzungsbeschränkung in St. Moritz, Davos und Flims-Laax bleiben knapp und teuer, Chur und Landquart wachsen mit dem Zuzug moderat weiter, periphere Täler bewegen sich seitwärts.
Bleiben die Finanzierungskosten tief und verknappt die verschärfte Lex Koller das frei erwerbbare Angebot, konzentriert sich die Nachfrage weiter auf den Bestand. Neho weist bereits plus 12,1 Prozent über zwölf Monate aus.
Steigende Hypothekarzinsen oder eine schwächere Konjunktur treffen zuerst die hochpreisigen Ferienlagen. Eine deutliche Kürzung der Lex-Koller-Kontingente könnte die ausländische Nachfrage im Oberengadin dämpfen.
Einflussfaktoren
- Zweitwohnungsgesetz · stützend · Neubau in Tourismusgemeinden praktisch gestoppt
- Lex Koller · belastend · Geplante Kürzung auf 600 Einheiten je Jahr
- Referenzzinssatz 1,25 Prozent · stützend · Tiefe Finanzierungskosten stützen die Nachfrage
- Bauland und Topografie · stützend · Enge Talböden begrenzen das Angebot dauerhaft
- Demografie · belastend · Geburtendefizit von 487 Personen im Jahr 2025
- Eigenmietwert-Systemwechsel · neutral · Wirkung erst ab 1. Januar 2029
Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.
Stand: 2026-08-01 · Quelle: Veris MarktRadar auf Basis RealAdvisor, BFS, ARE
Häufige Fragen zum Immobilienmarkt Graubünden
Was kostet eine Eigentumswohnung in Graubünden?
Im August 2026 durchschnittlich 9'971 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor). Die Spanne reicht von 4'239 CHF/m² in peripheren Talgemeinden bis 24'331 CHF/m² im Oberengadin, der Medianpreis eines Objekts liegt bei rund 897'000 CHF. Neho nennt für Juni 2026 mit 11'026 CHF/m² einen höheren Wert, weil dort mehr Ferienobjekte in die Stichprobe fallen.
Was kostet ein Haus in Graubünden?
Im Schnitt 8'061 CHF je Quadratmeter, der Medianpreis eines Objekts rund 1'257'000 CHF (RealAdvisor, August 2026). Die Spanne reicht von 2'755 bis 19'898 CHF/m². In St. Moritz werden 16'940 CHF/m² aufgerufen, in Davos 13'998 CHF/m², in Chur 9'548 CHF/m². ImmoScout24 nennt einen tieferen Medianwert von 6'772 CHF/m².
Welche Gemeinde in Graubünden ist am teuersten?
St. Moritz mit 18'922 CHF je Quadratmeter für Eigentumswohnungen (RealAdvisor, August 2026). Es folgen Laax mit 13'706 CHF/m², Davos mit 12'795 CHF/m² und Arosa mit 11'722 CHF/m². Chur liegt mit 8'810 CHF/m² deutlich darunter – zwischen Oberengadin und unterem Preisband liegt gut der Faktor vier.
Wo sind Immobilien in Graubünden am günstigsten?
In den peripheren Talregionen: Das untere Preisband liegt bei 4'239 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 2'755 CHF/m² für Häuser (RealAdvisor, August 2026). Betroffen sind vor allem Gemeinden in der Surselva, der Viamala-Region, im Val Müstair und in der Moesa – letztere wuchs 2025 mit plus 1,7 Prozent am stärksten aller Bündner Regionen.
Steigen oder fallen die Preise in Graubünden?
Sie steigen. Über zwölf Monate legten Eigentumswohnungen um 3,1 Prozent und Häuser um 3,0 Prozent zu, über fünf Jahre um 29,8 Prozent (RealAdvisor, August 2026). Neho weist für Wohnungen plus 12,1 Prozent aus; die Abweichung geht auf unterschiedliche Stichproben und den hohen Ferienwohnungsanteil zurück.
Wie hoch ist die Miete je Quadratmeter in Graubünden?
Die durchschnittliche Angebotsmiete liegt bei 337 CHF je Quadratmeter und Jahr, also rund 28.10 CHF je Quadratmeter und Monat (RealAdvisor, August 2026); die Spanne reicht von 143 bis 822 CHF/m² im Jahr. Der Mittelwert ist von möblierten Ferienwohnungen geprägt; in Chur und der Surselva liegt das Niveau tiefer.
Lohnt sich eine Kapitalanlage in Graubünden?
Die rechnerische Bruttomietrendite wird auf dieser Seite automatisch aus den Marktdaten ermittelt. Drei Bündner Besonderheiten sind mitzudenken: Der Mietmittelwert ist durch Ferienwohnungen nach oben verzerrt, Objekte können mit einer Erstwohnungspflicht belegt sein, und die Auslastung schwankt saisonal. Das ist eine Beschreibung der Marktlage, keine Anlageempfehlung.
Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich in Graubünden rechnen?
Mit rund 2,3 Prozent des Kaufpreises: die kommunale Handänderungssteuer von höchstens 2 Prozent sowie je rund 0,1 Prozent für Vertragserrichtung, Beurkundung und Grundbucheintrag. In Chur beträgt die Handänderungssteuer 1,5 Prozent. Wird eine Hypothek errichtet, kommen rund 3 Promille der Pfandsumme hinzu.
Gilt in Graubünden eine Mietpreisbremse?
Nein. Die Schweiz kennt keine Mietpreisbremse nach deutschem Muster, und Graubünden hat auch keine Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Art. 270 Abs. 2 OR eingeführt. Bestehende Mietzinse folgen dem hypothekarischen Referenzzinssatz, der seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent liegt (BWO).
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung in Graubünden?
Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises, wovon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule stammen darf. Beim Bündner Medianpreis von rund 897'000 CHF sind das etwa 179'000 CHF, davon mindestens 90'000 CHF echte Ersparnisse, dazu rund 21'000 CHF Nebenkosten. Die Tragbarkeit rechnen Banken mit 4,5 bis 5 Prozent kalkulatorischem Zins.
Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung in Graubünden?
Dazu liegt für Graubünden keine amtliche Statistik vor, weshalb wir bewusst keine Zahl nennen. Als Anhaltspunkt dient die Knappheit: Die schweizweite Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 bei 1,0 Prozent, in Graubünden blieb sie unverändert. In Zweitwohnungsgemeinden verengt eine Erstwohnungspflicht den Käuferkreis zusätzlich.
Wer zahlt in Graubünden die Maklerprovision?
In aller Regel die Verkäuferschaft; marktüblich sind 2 bis 3 Prozent des Verkaufspreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Für Käuferinnen und Käufer ist der Provisionsanteil deshalb mit 0 Prozent hinterlegt und fliesst nicht in den Nebenkostenrechner ein. Abweichendes muss im Maklervertrag vereinbart werden.
Wie hoch ist die Handänderungssteuer in Graubünden?
Höchstens 2 Prozent des Kaufpreises – und sie ist eine reine Gemeindeabgabe, der Kanton selbst erhebt keine. Die Stadt Chur verlangt 1,5 Prozent. Weil der Satz von Gemeinde zu Gemeinde verschieden ist, kann derselbe Kaufpreis je nach Ort mehrere tausend Franken Unterschied bedeuten; klären Sie ihn vor der Beurkundung.
Wie funktioniert die Grundstückgewinnsteuer in Graubünden?
Kanton und Gemeinde besteuern den Gewinn gemeinsam. Bis 4'200 CHF bleibt er steuerfrei, darüber greift ein gestaffelter Tarif ab 5 Prozent. Ab zehn Jahren Besitzdauer sinkt die Steuer um 1,5 Prozent je weiteres Jahr, maximal um 51 Prozent nach 34 Jahren; unter zwei Jahren kommt ein Zuschlag von 2 Prozent je Monat hinzu.
Darf ich in Graubünden noch eine Zweitwohnung bauen?
In den meisten Bündner Tourismusgemeinden nicht. Das Zweitwohnungsgesetz untersagt neue Zweitwohnungen in Gemeinden über 20 Prozent Anteil; laut ARE vom 31. März 2026 sind das schweizweit 331 Gemeinden, darunter praktisch alle Bündner Ferienorte. Ausgenommen sind Wohnungen, die am 11. März 2012 bereits bestanden oder bewilligt waren.
Können Käufer aus dem Ausland in Graubünden eine Ferienwohnung erwerben?
Ja, aber nur mit Bewilligung aus einem begrenzten Kontingent. Die Lex Koller macht den Erwerb durch Personen im Ausland bewilligungspflichtig; schweizweit werden jährlich rund 1'500 Bewilligungen erteilt, und Graubünden zählt zu den am stärksten nachgefragten Kantonen. Der Bundesrat will auf 600 Einheiten plus 150 Reserve kürzen.
Was ändert die Abschaffung des Eigenmietwerts für Bündner Zweitwohnungen?
Vorerst nichts. Die Stimmberechtigten nahmen den Systemwechsel am 28. September 2025 mit 57,7 Prozent an, der Bundesrat legte das Inkrafttreten am 1. April 2026 auf den 1. Januar 2029 fest. Bis Ende 2028 bleibt der Eigenmietwert steuerbar. Nach heutigem Stand können die Kantone auf Zweitliegenschaften eine Objektsteuer vorsehen.
Was kostet eine Immobilie in Davos?
In Davos kostet eine Eigentumswohnung 12'795 CHF je Quadratmeter, ein Haus 13'998 CHF/m² (RealAdvisor, August 2026). Davos ist damit nach St. Moritz und Laax der drittteuerste der grossen Bündner Ferienorte. Dass Häuser über den Wohnungen liegen, verweist auf die knappe Zahl frei verfügbarer Einfamilienhäuser.
Was kostet eine Wohnung in Chur?
In Chur kostet eine Eigentumswohnung 8'810 CHF je Quadratmeter, ein Haus 9'548 CHF/m² (RealAdvisor, August 2026). Damit liegt die Kantonshauptstadt unter dem kantonalen Mittel von 9'971 CHF/m², weil hier der Erstwohnungsmarkt dominiert. Die Handänderungssteuer beträgt in Chur 1,5 Prozent statt der möglichen 2 Prozent.
Was kostet eine Wohnung in St. Moritz?
In St. Moritz kostet eine Eigentumswohnung 18'922 CHF je Quadratmeter, ein Haus 16'940 CHF/m² (RealAdvisor, August 2026) – knapp das Doppelte des kantonalen Mittels und das Vierfache des unteren Preisbands. Preistreibend wirken der faktische Neubaustopp, das Lex-Koller-Kontingent und die knappe Zahl altrechtlicher Wohnungen.
Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Datenstand
Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand August 2026 (RealAdvisor). Sie werden quartalsweise überprüft.
- Q3/2026 · Erstveröffentlichung, Datenstand August 2026
Wir aktualisieren die Bündner Marktdaten quartalsweise. Melden Sie sich an, wenn Sie die neuen Werte für Ihre Region per E-Mail erhalten möchten.
Update anfordernIhre Immobilie in Graubünden einschätzen
Ob Wohnung im Oberengadin, Einfamilienhaus in Chur oder Ferienobjekt auf der Lenzerheide: Wir ordnen Ihre Liegenschaft anhand aktueller Bündner Marktdaten ein – diskret und unverbindlich.
Weiter im MarktRadar
Quellen
- RealAdvisor – Immobilienpreise Kanton Graubünden · abgerufen 16.8.2026
- Neho – Quadratmeterpreis Kanton Graubünden · abgerufen 16.8.2026
- ImmoScout24 – Immobilienpreise Kanton Graubünden · abgerufen 16.8.2026
- Kanton Graubünden, AWT – Bevölkerungsstatistik 2025 · abgerufen 16.8.2026
- ARE – Zweitwohnungsanteile, Mitteilung vom 31. März 2026 · abgerufen 16.8.2026
- ARE – Wohnungsinventar und Zweitwohnungsanteil · abgerufen 16.8.2026
- BWO/BFS – Leerwohnungszählung 2025 · abgerufen 16.8.2026
- BWO – Hypothekarischer Referenzzinssatz · abgerufen 16.8.2026
- EFD – Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung · abgerufen 16.8.2026
- Steuerverwaltung GR – Rechner Grundstückgewinnsteuer · abgerufen 16.8.2026
- Engadimmo – Immobiliensteuern Graubünden · abgerufen 16.8.2026
- Bundesrat – Verschärfung der Lex Koller · abgerufen 16.8.2026
- Geoportal Kanton Graubünden (MapGR) · abgerufen 16.8.2026
- Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden (KRG) · abgerufen 16.8.2026


