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Immobilienpreise in Glarus

Der Kanton Glarus ist der günstigste Wohneigentumsmarkt der Deutschschweiz und zugleich der einzige mit nur drei Gemeinden. Diese Seite ordnet Preise, Recht und Nachfrage ein.

6'095CHF/m²
Eigentumswohnung
5'464CHF/m²
Haus
21.17CHF/m²
Miete je Monat
4.2%
Bruttomietrendite
42'371
Einwohner

Stand August 2026 · Quelle: RealAdvisor (Stand August 2026)

Der Immobilienmarkt in Glarus im Überblick

Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton Glarus im August 2026 durchschnittlich 6'095 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor, Stand August 2026). Damit ist Glarus der günstigste Wohneigentumsmarkt der Deutschschweiz — in der Stadt Zürich zahlen Käuferinnen und Käufer ein Vielfaches, und selbst im benachbarten Linthgebiet auf St. Galler Boden liegt das Niveau spürbar höher.

Diese eine Zahl braucht allerdings eine Einordnung, denn die Datenlage im kleinsten Deutschschweizer Kanton ist dünn. Wer im Kanton Glarus eine Wohnung sucht, findet je nach Quelle einen anderen Mittelwert: RealAdvisor nennt 6'095 CHF je Quadratmeter, Neho auf Basis von 374 ausgewerteten Wohnungstransaktionen der vorangegangenen zwölf Monate 6'878 CHF (Stand Juni 2026), und Wüest Partner kommt im Auftrag der Glarner Kantonalbank für ein standardisiertes Vergleichsobjekt — 110 Quadratmeter Wohnfläche, fünf Jahre alt, leicht überdurchschnittliche Lage — auf 828'000 CHF und damit rund 7'500 CHF je Quadratmeter (2. Quartal 2025). Die belegte Spanne für den Kantonsschnitt liegt also zwischen etwa 6'100 und 7'500 CHF je Quadratmeter, je nachdem, ob der gesamte Bestand oder ein neuwertiges Referenzobjekt gemessen wird. Wir führen auf dieser Seite den tieferen, breiter abgestützten Portalwert als Leitzahl und weisen die Abweichungen dort aus, wo sie eine Rolle spielen.

Wie gross ist der Glarner Markt überhaupt?

Klein. Der Kanton zählte Ende 2024 42'371 Einwohnerinnen und Einwohner, verteilt auf drei Gemeinden: Glarus Nord mit 19'810, die Gemeinde Glarus mit 12'886 und Glarus Süd mit 9'675 Personen (Wüest Partner für die Glarner Kantonalbank). Die Bevölkerung wächst langsam, aber stetig — 2022 waren es 41'471, 2023 dann 42'056 Personen. Auf dieser Basis entstanden 2023 lediglich 143 neue Wohneinheiten oder 0,6 Prozent des Bestands. Ein Markt dieser Grösse produziert wenige Transaktionen, und wenige Transaktionen bedeuten breitere Unsicherheitsbereiche in jeder Statistik. Genau deshalb arbeiten wir hier mit belegten Spannen statt mit Kommastellen.

Warum ist Glarus so viel günstiger als die Nachbarkantone?

Weil Angebot und Nachfrage historisch anders austariert sind. Das Glarnerland war über Generationen ein Industriekanton — Textil zuerst, danach Maschinenbau, Baustoffe und Wasserkraft. Wohnraum entstand entlang der Fabriken im Talboden, nicht als Renditeobjekt für auswärtiges Kapital. Verkehrlich lag der Kanton lange im Windschatten: Wer nach Zürich pendelte, tat das über Umwege. Erst seit Juni 2014 fährt die S 25 stündlich direkt von Zürich HB über Glarus nach Linthal, und der Anschluss ans Linthgebiet und an die A3 bringt Glarus Nord auf rund 49 Autominuten an Zürich heran. Diese Erreichbarkeit ist der zentrale Grund, weshalb sich das Preisgefälle zum Zürichsee in den vergangenen Jahren zu schliessen beginnt — von einem sehr tiefen Ausgangsniveau aus.

Wie angespannt ist der Markt heute?

Deutlich angespannter, als die Preise vermuten lassen. Die Leerwohnungsziffer im Kanton fiel von 1,7 Prozent im Jahr 2022 auf 0,6 Prozent im Jahr 2025, in absoluten Zahlen von 405 auf 146 leere Wohneinheiten. Schweizweit lag die Quote am 1. Juni 2025 bei 1,0 Prozent — Glarus liegt also deutlich darunter. In Glarus Nord standen 2025 gerade noch neun Wohnungen leer, das entspricht 0,1 Prozent des Bestands; in der Gemeinde Glarus waren es 95 Wohnungen oder 1,4 Prozent, in Glarus Süd 42 oder 0,6 Prozent. Auf dem Mietmarkt zeigt sich dasselbe Bild: In Glarus Nord waren im 2. Quartal 2025 nur 2,6 Prozent des Bestands zur Vermietung ausgeschrieben, der tiefste Wert seit Erhebungsbeginn 2013 und klar unter dem landesweiten Durchschnitt von 3,7 Prozent.

Wer kauft und wer vermietet hier?

Die Käuferschaft besteht überwiegend aus Eigennutzerinnen und Eigennutzern aus der Region sowie aus Zuziehenden aus dem Grossraum Zürich, die das Preisgefälle nutzen. Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger treten seltener auf als in den Zentren, weil das Transaktionsvolumen klein und die Handelsliquidität entsprechend gering ist: Der Kanton zählte im 2. Quartal 2025 2'525 Firmen und 17'769 Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten, das sind 41,9 Prozent der Bevölkerung. In Glarus Süd kommt die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen dazu, in Braunwald und Elm prägt sie den Markt sogar. Die Arbeitslosenquote lag 2024 bei 1,3 Prozent gegenüber 2,4 Prozent schweizweit — der Arbeitsmarkt ist stabil, das Einkommensniveau aber tiefer als im Landesmittel: Das Bruttoinlandprodukt je Kopf betrug 2022 75'430 CHF gegenüber 89'800 CHF in der Schweiz.

Wie hoch sind die Mieten im Kanton Glarus?

Auf dem Angebotsmarkt liegen sie bei rund 21 CHF je Quadratmeter und Monat, was den 254 CHF je Quadratmeter und Jahr von RealAdvisor entspricht (August 2026). Die effektiv bezahlten Bestandesmieten sind spürbar tiefer, weil ein grosser Teil des Glarner Bestands seit Jahren unverändert vermietet ist: Wüest Partner weist für das 2. Quartal 2025 190 CHF je Quadratmeter und Jahr aus, also rund 15.80 CHF im Monat. Nach Gemeinden gestaffelt sind es 200 CHF in Glarus Nord, 190 CHF in der Gemeinde Glarus und 165 CHF in Glarus Süd. Die inserierten Mieten stiegen zwischen dem 2. Quartal 2024 und dem 2. Quartal 2025 um rund 3 Prozent. Für die auf dieser Seite ausgewiesene Bruttomietrendite macht der Unterschied einiges aus: Auf Basis der Angebotsmieten ergeben sich gut vier Prozent, auf Basis der Bestandesmieten rund drei.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Der Glarner Markt hat in den vergangenen fünf Jahren drei Phasen durchlaufen: einen kräftigen Anstieg im Tiefzinsumfeld bis 2022, eine kurze Konsolidierung während der Zinserhöhungen 2023 und 2024, und seit der Rückkehr zu tiefen Zinsen einen erneuten, teils sehr steilen Aufwärtstrend.

Was zeigt die Zeitreihe genau?

Die Kurve auf dieser Seite bildet den standardisierten Vergleichspreis von Wüest Partner ab — eine fünf Jahre alte Eigentumswohnung mit 110 Quadratmetern Wohnfläche in leicht überdurchschnittlicher Lage —, umgerechnet auf den Quadratmeter. Sie liegt deshalb systematisch über dem Portalschnitt für den gesamten Bestand, gibt die Bewegung aber sauber wieder. Von rund 6'100 CHF je Quadratmeter im Jahr 2021 stieg der Wert auf 6'555 CHF (2022), 6'968 CHF (2023) und 7'070 CHF (2024), um im 2. Quartal 2025 7'527 CHF zu erreichen. Der Punkt für 2021 ist aus der von der Glarner Kantonalbank publizierten Vorjahresveränderung von 7,5 Prozent zurückgerechnet und deshalb etwas weniger belastbar als die übrigen. Die Mietkurve daneben zeigt Bestandesmieten: 14.00 CHF je Quadratmeter und Monat (2022), 14.83 CHF (2023), 15.67 CHF (2024) und 15.83 CHF im 2. Quartal 2025.

Was ist 2023 und 2024 passiert?

Die Zinswende. Als die Hypothekarzinsen anzogen, geriet vor allem der Einfamilienhausmarkt unter Druck: Im Kantonsmittel sanken die Einfamilienhauspreise 2023 um 2,3 Prozent, in Glarus Süd war die Entwicklung ausgesprochen volatil. Eigentumswohnungen hielten sich besser, ihr Anstieg verlangsamte sich 2024 aber auf 1,5 Prozent nach 6,3 Prozent im Vorjahr. In der Gemeinde Glarus fielen die Einfamilienhauspreise so weit zurück, dass sie erst im Jahr darauf wieder das Niveau von 2022 erreichten. Es war eine Pause, keine Trendwende — der Bestand war zu klein und die Nachfrage zu breit, als dass sich ein längerer Abschwung hätte einstellen können.

Wie stark war die Erholung 2025?

Ungewöhnlich stark. Zwischen dem 2. Quartal 2024 und dem 2. Quartal 2025 verteuerten sich Eigentumswohnungen im Kanton um 6,4 Prozent und Einfamilienhäuser um mehr als 13 Prozent (Glarner Kantonalbank / Wüest Partner). Innerhalb des Kantons lief die Entwicklung auseinander: In der Gemeinde Glarus legten mittlere Eigentumswohnungen um 9,5 Prozent zu und damit stärker als im kantonalen wie im landesweiten Vergleich; in Glarus Nord wurden gängige Einfamilienhäuser für rund 15 Prozent mehr gehandelt als im Vorjahresquartal; in Glarus Süd stiegen die Kaufpreise im mittleren Einfamilienhaussegment um 9,3 Prozent. Der Vergleich der Transaktionspreisindizes zeigt, dass der Kanton damit wieder Anschluss an die Dynamik der Nachbarregionen March-Höfe und Sarganserland gefunden hat.

Wie haben sich die Mieten entwickelt?

Kontinuierlich nach oben, aber von einem tiefen Niveau. Die mittlere Wohnungsmiete im Kanton stieg von 168 CHF je Quadratmeter und Jahr (2022) über 178 CHF (2023) auf 188 CHF (2024) — Zuwächse von 5,7 und 5,8 Prozent, nachdem 2022 noch ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche stand. Im 2. Quartal 2025 lag der Wert bei 190 CHF. Schweizweit bewegte sich die mittlere Miete im selben Zeitraum von 211 auf 235 CHF je Quadratmeter und Jahr; Glarus bleibt also rund ein Fünftel günstiger als das Landesmittel, hat den Abstand zuletzt aber nicht weiter vergrössert. Nach der Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes im September 2025 auf 1,25 Prozent ist bei bestehenden Mietverhältnissen mit leichten Rückgängen zu rechnen, während die Angebotsmieten angesichts der Angebotsverknappung weiter anziehen dürften.

Und wie geht es 2026 weiter?

Verhaltener. Die Portalerhebungen für 2026 weisen für die zwölf Monate bis August 3,9 Prozent bei Wohnungen und 3,2 Prozent bei Häusern aus (RealAdvisor); Neho nennt für Juni 2026 5,6 Prozent bei Wohnungen. Diese Werte liegen unter dem Sprung von 2025, bleiben aber klar positiv. Widersprüchlich ist die Datenlage bei den Häusern: Neho weist für die zwölf Monate bis Juni 2026 ein Minus von 6,2 Prozent aus, während dieselbe Quelle für drei und sechs Monate deutliche Zuwächse zeigt. Wir halten uns hier an die Portalwerte von RealAdvisor und an die Transaktionsdaten von Wüest Partner, die beide auf steigende, aber langsamer steigende Preise deuten.

Preisentwicklung

Preisentwicklung im Kanton Glarus

Kaufpreis (CHF/m²)Miete (CHF/m²)
6'0976'5556'9687'0707'527141415161620212022202320242025

Kaufwerte: standardisierter Vergleichspreis von Wüest Partner (110 m², fünf Jahre alt, gute Lage), auf den Quadratmeter umgerechnet; 2025 = 2. Quartal. Da neuwertig, liegt die Reihe über dem Portalschnitt. Mietwerte sind Bestandesmieten.

Stand: 2025-06-30 · Quelle: GLKB/Wüest Partner, Immobilienmarkt GL

Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?

Der Glarner Markt kennt im Kern zwei Objektarten: die Eigentumswohnung im Talboden und das freistehende Einfamilienhaus. Reihen- und Doppeleinfamilienhäuser gibt es durchaus, sie sind aber so selten, dass für sie keine eigene Kantonsstatistik geführt wird — ein Grund, weshalb die Vergleichstabelle auf dieser Seite dort bewusst leer bleibt, statt geschätzte Zahlen auszuweisen.

Was spricht für die Eigentumswohnung?

Der Preis und die Verfügbarkeit. Mit 6'095 CHF je Quadratmeter im Kantonsschnitt (RealAdvisor, August 2026) kostet eine 75-Quadratmeter-Wohnung rechnerisch rund 450'000 CHF; die Spanne reicht von etwa 2'766 CHF je Quadratmeter für ältere Objekte in Randlagen bis 10'784 CHF für neuwertige Wohnungen in guter Lage. Wüest Partner beziffert die standardisierte Wohnung auf 828'000 CHF im Kantonsmittel, mit 860'000 CHF in Glarus Nord, 823'000 CHF in der Gemeinde Glarus und 785'000 CHF in Glarus Süd. Wer neu bauen lassen will, stösst allerdings an Grenzen: In Glarus Nord waren im Sommer 2025 lediglich rund 20 neue Eigentumswohnungen baubewilligt, in Glarus Süd wurden zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 praktisch keine bewilligt.

Wann lohnt sich der Blick aufs Einfamilienhaus?

Wenn Grundstück und Ausbaustandard wichtiger sind als die Erreichbarkeit. Im Schnitt liegt der Quadratmeterpreis für Häuser mit 5'464 CHF unter dem für Wohnungen (RealAdvisor, August 2026) — ein für ländliche Schweizer Kantone typisches Muster, weil im Hauspreis mehr Fläche und weniger Lage steckt. Als Gesamtpreis erhob Wüest Partner für ein neuwertiges Einfamilienhaus mit 920 Kubikmetern und 500 Quadratmetern Grundstück im 2. Quartal 2025 1'221'000 CHF im Kantonsmittel. Die Streuung zwischen den Gemeinden ist erheblich: 1'448'000 CHF in Glarus Nord, 1'217'000 CHF in der Gemeinde Glarus und 1'010'000 CHF in Glarus Süd. Wer in Glarus Süd sucht, findet damit ein neuwertiges Haus zu einem Preis, der im Grossraum Zürich nicht einmal für eine mittlere Eigentumswohnung reicht.

Neubau oder Bestand?

Der Unterschied ist im Glarnerland grösser als anderswo, weil ein sehr grosser Teil des Bestands aus der Industriezeit stammt. Wüest Partner hält für Glarus Nord ausdrücklich fest, dass in Mollis, Niederurnen und Mühlehorn zwar zunehmend Angebote mit Quadratmeterpreisen über 7'000 CHF auftauchen, ältere Bestandesobjekte an denselben Lagen aber zu deutlich tieferen Preisen gehandelt werden. In der Gemeinde Glarus stammen die meisten inserierten Häuser wegen der geringen Bautätigkeit aus älteren Baujahren und liegen in der Regel wesentlich unter der Marke von einer Million Franken, während ein neuwertiges mittleres Einfamilienhaus rund 1,2 Millionen CHF kostet. Wer diesen Preisabstand nutzen will, sollte den Sanierungsbedarf ehrlich rechnen — energetische Anforderungen und Handwerkerkapazitäten im Tal setzen dem Rechenexempel Grenzen.

Was gilt für Stockwerkeigentum in touristischen Lagen?

Es bildet einen eigenen Teilmarkt mit eigener Logik. In Braunwald, Elm und am Kerenzerberg richtet sich die Nachfrage nicht nach Pendlerzeiten, sondern nach Schneesicherheit, Aussicht und Bewirtschaftbarkeit. Wüest Partner beschreibt Glarus Süd ausdrücklich als attraktiv sowohl für den Haupt- als auch für den Ferienwohnsitz und weist gleichzeitig auf regulatorische Restriktionen im Zweitwohnungsbau hin. Belastbare Quadratmeterpreise allein für Braunwald werden nicht publiziert; der Bestand ist zu klein für eine eigene Statistik.

Objektarten im Kanton Glarus

ObjektartPreis je m²EinstiegspreisMerkmal
Eigentumswohnung6'095 CHF/m²ab rund 450'000 CHF (75 m²)Grösster Teilmarkt, Talboden
Reihenhauskeine Kantonsstatistikkeine KantonsstatistikSelten; Näfels, Netstal, Ennenda
Doppeleinfamilienhauskeine Kantonsstatistikkeine KantonsstatistikVor allem in Glarus Nord
Einfamilienhaus5'464 CHF/m²1,01 bis 1,45 Mio. CHFNeuwertig, 5 Jahre, je Gemeinde

Quelle: RealAdvisor 08/2026 · GLKB/Wüest Partner Q2 2025

Welche Lagen und Regionen gibt es?

Der Kanton Glarus ist ein Tal mit drei Abschnitten, und diese drei Abschnitte sind seit 2011 exakt die drei Gemeinden. Das macht die Lagenfrage im Glarnerland ungewöhnlich übersichtlich — und den Preisunterschied zwischen den Landesteilen ungewöhnlich gut messbar.

Was zeichnet Glarus Nord aus?

Nähe zu Zürich und die höchsten Preise im Kanton. Glarus Nord umfasst die Linthebene bis Bilten sowie den Kerenzerberg am Walensee, zählte Ende 2024 19'810 Einwohnerinnen und Einwohner und wächst mit 0,9 Prozent schneller als der Kanton insgesamt. Die Ortschaften Mollis, Näfels und Niederurnen erzielen laut Wüest Partner Preisaufschläge, am teuersten ist Stockwerkeigentum in Mollis. Für eine standardisierte Eigentumswohnung wurden im 2. Quartal 2025 860'000 CHF bezahlt, für ein neuwertiges Einfamilienhaus 1'448'000 CHF — rund 43 Prozent mehr als in Glarus Süd. Der Leerstand liegt bei 0,1 Prozent. Wer hier sucht, konkurriert mit Zuziehenden, die Zürich in rund 49 Autominuten erreichen wollen. Längerfristig soll das Gebiet um den Bahnhof Näfels mit neuem Wohnraum verdichtet und aufgewertet werden.

Welche Rolle spielt die Gemeinde Glarus?

Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Mit 12'886 Einwohnerinnen und Einwohnern und 6'852 Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten kommen hier Arbeitsplätze im Umfang von 53,2 Prozent der Bevölkerung zusammen — der höchste Wert der drei Gemeinden. Der Bahnhof Glarus bietet die direkte Verbindung nach Zürich, mit dem Auto sind es rund 64 Minuten. Das Preisniveau liegt zwischen den beiden anderen Gemeinden: 823'000 CHF für die standardisierte Eigentumswohnung, 1'217'000 CHF für das neuwertige Einfamilienhaus. Auffällig ist die Dynamik: Eigentumswohnungen verteuerten sich im 2. Quartal 2025 um 9,5 Prozent im Jahresvergleich und damit stärker als im Kanton (6,4 Prozent) und in der Schweiz (4,4 Prozent). Gleichzeitig ist der Mietmarkt hier am liquidesten — 4,4 Prozent des Bestands standen zur Vermietung, und mit dem Kartoni-Areal in Ennenda, wo insgesamt 147 Wohnungen geplant sind, kommt in den nächsten drei bis vier Jahren spürbar Angebot dazu.

Was findet man in Glarus Süd?

Raum, Ferienlagen und die tiefsten Preise. Glarus Süd erstreckt sich über rund 430 Quadratkilometer vom Talboden bei Mitlödi bis zum Tödi auf 3'614 Metern und ist damit flächenmässig die zweitgrösste Gemeinde der Schweiz. Zu ihr gehören Schwanden als Verwaltungssitz sowie Linthal, Elm, Engi, Matt, Luchsingen, Rüti, Betschwanden, Haslen, Sool, Schwändi, Mitlödi und Braunwald. Mit 9'675 Einwohnerinnen und Einwohnern und einem Bevölkerungswachstum von nur 0,2 Prozent ist die Gemeinde die schwächste der drei — und entsprechend am günstigsten: 785'000 CHF für die standardisierte Eigentumswohnung, 1'010'000 CHF für das neuwertige Einfamilienhaus, 165 CHF je Quadratmeter und Jahr an Bestandesmiete. Das Angebot ist trotzdem knapp: Im 2. Quartal 2025 befanden sich nur 1,6 Prozent des Wohnungsbestands in der Vermarktung.

Wie gross ist das Preisgefälle im Kanton?

Beim Stockwerkeigentum moderat, beim Einfamilienhaus erheblich. Zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde liegen bei der standardisierten Eigentumswohnung rund 10 Prozent (860'000 gegenüber 785'000 CHF), beim neuwertigen Einfamilienhaus dagegen 43 Prozent (1'448'000 gegenüber 1'010'000 CHF). Der Grund ist der Bodenpreis: In der Linthebene ist Bauland knapp und an die A3 angebunden, im hinteren Sernftal ist es weder das eine noch das andere. Innerhalb der Gemeinden ist die Streuung nochmals grösser als zwischen ihnen — die kantonale Preisspanne von 2'766 bis 10'784 CHF je Quadratmeter beschreibt genau diesen Unterschied zwischen einem sanierungsbedürftigen Objekt in einer Seitentallage und einer neuwertigen Wohnung mit Seesicht am Kerenzerberg.

Was ist in Glarus anders als anderswo?

Vier Dinge unterscheiden den Glarner Markt von jedem anderen Schweizer Kanton: die Gemeindestruktur, die Kaufnebenkosten, die Art, wie das Zweitwohnungsrecht hier greift, und die Abhängigkeit von einer einzigen Konjunktur.

Was bedeuten drei Gemeinden für Kaufinteressierte?

Radikale Vereinfachung. Am 7. Mai 2006 beschloss die Landsgemeinde die weitreichendste Gemeindereform der Schweiz: Auf den 1. Januar 2011 wurden sämtliche Orts-, Schul- und Fürsorgegemeinden sowie die Tagwen zu drei Einheitsgemeinden zusammengelegt. Allein in Glarus Süd gingen dreizehn frühere Gemeinden auf. Praktisch heisst das: drei Bau- und Zonenreglemente statt Dutzender, drei Bauverwaltungen, drei Steuerfüsse. Wer im Glarnerland ein Grundstück prüft, hat es mit einer überschaubaren Zahl von Ansprechstellen zu tun — ein Vorteil, den man erst zu schätzen weiss, wenn man dieselbe Frage in einem Kanton mit hundert Gemeinden geklärt hat. Die Kehrseite: Statistiken auf Gemeindeebene mischen sehr unterschiedliche Lagen. Ein Mittelwert für Glarus Süd fasst Mitlödi im Talboden und Braunwald auf 1'256 Metern in einer einzigen Zahl zusammen.

Warum sind die Kaufnebenkosten hier so tief?

Weil Glarus keine Handänderungssteuer erhebt. Der Kanton gehört zur Gruppe ohne diese Abgabe — neben Zürich, Zug, Schwyz, Uri, Schaffhausen, Aargau und Tessin. Beim Eigentumsübergang bleibt lediglich eine Grundbuchgebühr in der Grössenordnung von 0,1 bis 1,3 Promille des Kaufpreises, dazu die Beurkundungskosten. Realistisch sind insgesamt 0,2 bis 0,6 Prozent; in Kantonen mit Handänderungssteuer können es 3 Prozent und mehr sein. Die Belastung verschiebt sich dafür auf die Verkäuferschaft: Die Grundstückgewinnsteuer beträgt progressiv 10 bis 30 Prozent des Gewinns — 10 Prozent auf die ersten 5'000 Franken, danach 15, 20 und 25 Prozent in Schritten von je 5'000 Franken, ab 20'000 Franken Gewinn 30 Prozent. Sie wird ausschliesslich vom Kanton erhoben, nicht von den Gemeinden; der Satz ist in Bilten derselbe wie in Elm. Wer weniger als vier Jahre besitzt, zahlt einen Spekulationszuschlag von bis zu 30 Prozent; ab fünf Jahren greifen Rabatte, die nach 30 Jahren 90 Prozent erreichen. Die Maklerprovision von marktüblich 2 bis 3 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer trägt in der Schweiz üblicherweise die verkaufende Partei.

Wie wirkt das Zweitwohnungsrecht im Glarnerland?

Anders als in Graubünden oder im Wallis, weil die Fusion die Messgrösse verändert hat. Das Zweitwohnungsgesetz verbietet den Neubau von Zweitwohnungen grundsätzlich in Gemeinden, deren Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent liegt; per 31. März 2026 zählte das Bundesamt für Raumentwicklung schweizweit 331 solche Gemeinden. Massgebend ist immer die ganze Gemeinde. Seit 2011 werden die Ferienorte Braunwald und Elm gemeinsam mit dem Talboden von Mitlödi bis Linthal gerechnet — es entscheidet also der Gesamtanteil von Glarus Süd, nicht der Anteil des einzelnen Dorfs. Wer eine Ferienwohnung im Glarnerland plant, prüft den aktuellen Stand deshalb zwingend im Wohnungsinventar des ARE und nicht anhand des Augenscheins vor Ort. Dazu kommt die Lex Koller: Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und gültiger Aufenthaltsbewilligung erwerben eine selbst bewohnte Hauptwohnung bewilligungsfrei, für alle übrigen Personen im Ausland ist der Erwerb bewilligungspflichtig und bei Ferienwohnungen an ausgewiesene Fremdenverkehrsorte und die jährlichen Bundeskontingente gebunden.

Welches Risiko trägt der Kanton, das andere nicht tragen?

Die Industriekonjunktur. Glarus ist stark auf verarbeitendes Gewerbe ausgerichtet, und Wüest Partner weist im Marktbericht ausdrücklich darauf hin, dass die US-Zollmassnahmen gerade in industriell geprägten Regionen eine Belastung darstellen können, wodurch die Mietwohnungsnachfrage im Kanton gewissen Abwärtsrisiken ausgesetzt ist. In einem Kanton mit 42'371 Einwohnerinnen und Einwohnern, 2'525 Firmen und 17'769 Beschäftigten schlägt ein einzelner grosser Arbeitgeber messbar auf die Wohnungsnachfrage durch — ein Konzentrationsrisiko, das in Zürich oder Bern nicht existiert. Positiv wirkt dagegen die Anziehungskraft als Ferienregion, die laut Wüest Partner durch das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Sommer 2025 zusätzlich gestärkt wurde.

Und was heisst das alles unter dem Strich?

Der Kanton Glarus ist der günstigste Wohneigentumsmarkt der Deutschschweiz mit den tiefsten Kaufnebenkosten und einem Leerstand deutlich unter dem Landesmittel — bei gleichzeitig sehr dünnem Angebot, kleinem Transaktionsvolumen und einer Datenlage, die Spannen statt Punktwerte verlangt. Für die Preisbildung heisst das: Einzelne Objekte weichen im Glarnerland stärker vom Mittelwert ab als in grösseren Märkten. Eine seriöse Einordnung braucht deshalb immer die konkrete Lage, den Baujahrgang und den Sanierungsstand — der Kantonsschnitt ist ein Ausgangspunkt, kein Ergebnis.

Regionale Besonderheiten

Was den Glarner Markt prägt

Marktstruktur

Nur drei Gemeinden seit 2011

Am 7. Mai 2006 beschloss die Landsgemeinde die radikalste Gemeindereform der Schweiz: Per 1. Januar 2011 entstanden aus allen Orts-, Schul- und Fürsorgegemeinden drei Einheitsgemeinden. Allein in Glarus Süd gingen dreizehn Gemeinden auf. Für den Markt heisst das: drei Bau- und Zonenreglemente statt Dutzender.

Steuern & Abgaben

Keine Handänderungssteuer, aber Grundstückgewinnsteuer

Glarus gehört zu den Kantonen ohne Handänderungssteuer. Beim Kauf bleibt nur die Grundbuchgebühr. Die Belastung verschiebt sich auf die Verkäuferschaft: Die Grundstückgewinnsteuer von progressiv 10 bis 30 Prozent erhebt ausschliesslich der Kanton, mit Zuschlägen bis 30 Prozent und Rabatten bis 90 Prozent.

Nachfrage & Zielgruppen

Zuzug aus dem Raum Zürich über das Linthgebiet

Seit 2014 fährt die S 25 stündlich von Zürich HB über Glarus nach Linthal. Mit dem Auto sind es ab Glarus Nord rund 49 Minuten nach Zürich, ab der Gemeinde Glarus etwa 64 Minuten. Wer den Preisunterschied zum Zürichsee nutzen will, findet in Bilten, Niederurnen, Näfels und Mollis die kürzesten Wege.

Bauzonen & Raumplanung

Sehr geringe Bautätigkeit, historisch tiefer Leerstand

2023 entstanden im Kanton nur 143 neue Wohneinheiten oder 0,6 Prozent des Bestands, davon neun in Glarus Süd. Die Leerwohnungsziffer fiel von 1,7 Prozent (2022) auf 0,6 Prozent (2025), in Glarus Nord auf 0,1 Prozent. In der Pipeline: 147 Wohnungen auf dem Kartoni-Areal Ennenda, 42 im Glärnischgarten.

Recht & Bewilligungen

Ferienwohnungen: Zweitwohnungsgesetz und Lex Koller

Das Zweitwohnungsgesetz begrenzt den Neubau in Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent; per 31. März 2026 zählte der Bund 331 solche Gemeinden. Weil die Fusion 2011 die Ferienorte Braunwald und Elm mit dem Talboden zusammenfasst, entscheidet der Gesamtanteil von Glarus Süd.

Infrastruktur & Erreichbarkeit

Braunwald: autofrei, nur über die Standseilbahn

Braunwald liegt auf 1'256 Metern, zählt rund 275 ständige Einwohnerinnen und Einwohner und ist seit 1907 ausschliesslich über die Standseilbahn ab Linthal erreichbar. Der Ort ist autofrei. Für den Markt bedeutet das einen sehr kleinen, illiquiden Bestand mit Ferienlogik statt Talbodenpreisen.

Stand: 2026-08-16

Recht & Kosten

Recht, Steuern und Kosten in Glarus

Mietpreisbremse
Für Glarus nicht ausgewiesen.
Grundstückgewinnsteuer nur beim Kanton
Die Gemeinden partizipieren nicht an der Grundstückgewinnsteuer. Der Satz ist in Bilten derselbe wie in Elm — die Gemeindewahl beeinflusst die Steuer beim Verkauf nicht, wohl aber der Zeitpunkt: unter vier Jahren bis 30 Prozent Zuschlag, ab fünf Jahren Rabatte bis 90 Prozent nach 30 Jahren.
Keine Formularpflicht für den Anfangsmietzins
Glarus hat die Möglichkeit nach Art. 270 Abs. 2 OR nicht genutzt. Vermieterinnen und Vermieter müssen den Vormietzins bei Neuvermietung nicht auf amtlichem Formular offenlegen. Die Formularpflicht gilt nur in acht Kantonen, darunter Zürich, Zug und Luzern.
Kantonaler Steuerfuss über die Landsgemeinde
Den kantonalen Steuerfuss legt die Landsgemeinde fest. Bei den Gemeinden liegt Glarus mit 56 Prozent am tiefsten, Glarus Nord und Glarus Süd bei je 63 Prozent (Stand 2025). Die Arbeitslosenquote lag 2024 bei 1,3 Prozent gegenüber 2,4 Prozent schweizweit.
Kein Bodenrichtwert-System
Die Schweiz kennt kein Pendant zum deutschen Bodenrichtwert. Amtliche Grundstücksdaten — amtliche Vermessung, Zonenpläne, öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen — finden Sie im Geoportal des Kantons Glarus. Marktwerte stammen aus Bankschätzungen und Erhebungen von Wüest Partner.

Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Miet- und Kaufmarkt

Mieten oder kaufen im Kanton Glarus

Mietmarkt

Mietmarkt

Angebotsmiete im Mittel
21,2 CHF/m² p. M.
Bestandesmiete im Mittel
190 CHF/m² p. a.
Leerwohnungsziffer
0,6 % (2025)
Inserierte Mieten
+3 % / 12 Mte.
Kaufmarkt

Kaufmarkt

Eigentumswohnung im Mittel
6'095 CHF/m²
Spanne Eigentumswohnung
2'766–10'784 CHF/m²
Einfamilienhaus im Mittel
5'464 CHF/m²
Preistrend Wohnungen
+3,9 % / 12 Mte.

Kaufpreise und Mieten stehen im Kanton Glarus in einem Verhältnis, das rechnerisch eine Bruttomietrendite von drei bis vier Prozent ergibt. Gegenzurechnen sind der kleine Transaktionsmarkt und die Abhängigkeit von der Industriekonjunktur.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor · GLKB/Wüest Partner

Marktprognose

Marktausblick

Grundtendenz: steigendHorizont: 12–24 Monate

Angebotsknappheit und tiefe Zinsen sprechen für weiter steigende Preise, allerdings mit abnehmender Dynamik gegenüber dem Sprung von 2025. Die Risiken liegen weniger im Wohnungsmarkt selbst als in der Industriekonjunktur des Kantons.

Basisszenario
+1 bis +4 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit rund 55 %

Das Angebot bleibt knapp, die Zinsen tief. Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser verteuern sich weiter, aber langsamer als 2025. Die grösseren Projekte in Ennenda, Glarus und Linthal erreichen den Markt erst gegen Ende des Horizonts.

Optimistisch
+4 bis +7 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit rund 25 %

Der Zuzug aus dem Raum Zürich verstärkt sich, der Referenzzinssatz bleibt bei 1,25 Prozent oder sinkt, und die Bewilligungen bleiben hinter der Nachfrage zurück. Vor allem neuwertige Objekte in Glarus Nord ziehen weiter an.

Konservativ
-2 bis 0 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit rund 20 %

Die US-Zollmassnahmen treffen die industriell geprägten Betriebe im Tal, Beschäftigung und Zuzug schwächen sich ab. In Glarus Süd, wo die Bevölkerung schon 2024 nur um 0,2 Prozent wuchs, wären die Auswirkungen zuerst sichtbar.

Einflussfaktoren

  • Knappes Wohnungsangebot · stützend · Leerwohnungsziffer 0,6 %, nur 143 Neubauten 2023
  • Tiefes Zinsniveau · stützend · Referenzzinssatz seit 09/2025 bei 1,25 Prozent
  • Zuzug aus dem Raum Zürich · stützend · Zürich ab Glarus Nord in rund 49 Autominuten
  • Industrieexponierung · belastend · US-Zollmassnahmen belasten Glarner Betriebe
  • Bereits kräftiger Preisanstieg · neutral · Wohnungen +6,4 %, Häuser +13,4 % bis Q2 2025
  • Anziehende Bautätigkeit · neutral · Kartoni-Areal Ennenda mit 147 Wohnungen geplant

Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.

Stand: 2026-08-16 · Quelle: Veris Redaktion nach GLKB/Wüest Partner

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt im Kanton Glarus

Was kostet eine Eigentumswohnung im Kanton Glarus?

Rund 6'095 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor, August 2026). Die Spanne reicht von etwa 2'766 CHF/m² für ältere Objekte in Randlagen bis 10'784 CHF/m² für neuwertige Wohnungen in guter Lage. Andere Erhebungen liegen höher: Neho weist für Juni 2026 6'878 CHF/m² aus, Wüest Partner kommt für ein standardisiertes, fünf Jahre altes Objekt mit 110 Quadratmetern auf rund 7'500 CHF/m² (Glarner Kantonalbank, 2. Quartal 2025). Als belegte Spanne für den Kantonsschnitt gelten damit etwa 6'100 bis 7'500 CHF/m².

Was kostet ein Haus im Kanton Glarus?

Im Schnitt 5'464 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor, August 2026). Als Gesamtpreis erhob Wüest Partner für ein neuwertiges Einfamilienhaus mit 920 Kubikmetern und 500 Quadratmetern Grundstück im 2. Quartal 2025 1'221'000 CHF im Kantonsmittel: 1'448'000 CHF in Glarus Nord, 1'217'000 CHF in der Gemeinde Glarus und 1'010'000 CHF in Glarus Süd (Glarner Kantonalbank). Einfamilienhäuser verteuerten sich im Jahresvergleich um 13,4 Prozent.

Welche Glarner Gemeinde ist am teuersten, welche am günstigsten?

Glarus Nord ist am teuersten, Glarus Süd am günstigsten. Für eine standardisierte Eigentumswohnung nannte Wüest Partner im 2. Quartal 2025 860'000 CHF in Glarus Nord, 823'000 CHF in der Gemeinde Glarus und 785'000 CHF in Glarus Süd. Bei Einfamilienhäusern ist der Abstand deutlich grösser: 1'448'000 gegenüber 1'010'000 CHF. Innerhalb von Glarus Nord gelten Mollis, Näfels und Niederurnen als Spitzenlagen mit Quadratmeterpreisen über 7'000 CHF.

Steigen oder fallen die Immobilienpreise im Kanton Glarus?

Sie steigen. Eigentumswohnungen legten zwischen dem 2. Quartal 2024 und dem 2. Quartal 2025 um 6,4 Prozent zu, Einfamilienhäuser um 13,4 Prozent (Glarner Kantonalbank / Wüest Partner). RealAdvisor weist für die zwölf Monate bis August 2026 +3,9 Prozent bei Wohnungen und +3,2 Prozent bei Häusern aus. Nach der Konsolidierung 2023 und 2024 im Zuge der Zinserhöhungen befindet sich der Markt damit wieder im Aufwärtstrend.

Wie hoch ist die Miete je Quadratmeter im Kanton Glarus?

Angebotsmieten liegen bei rund 21 CHF je Quadratmeter und Monat (RealAdvisor: 254 CHF je m² und Jahr, August 2026). Die effektiv bezahlten Bestandesmieten sind tiefer: Wüest Partner nennt für das 2. Quartal 2025 190 CHF je m² und Jahr, also rund 15.80 CHF monatlich — 200 CHF in Glarus Nord, 190 CHF in der Gemeinde Glarus und 165 CHF in Glarus Süd. Die inserierten Mieten stiegen im Jahresvergleich um rund 3 Prozent.

Lohnt sich eine Kapitalanlage im Kanton Glarus?

Rechnerisch liegt die Bruttomietrendite über dem Deutschschweizer Durchschnitt, weil die Kaufpreise tief sind. Mit der Angebotsmiete von 21 CHF je m² und Monat gegen 6'095 CHF Kaufpreis ergeben sich gut vier Prozent; auf Basis der tieferen Bestandesmieten sind es rund drei Prozent. Dem stehen ein sehr dünner Transaktionsmarkt, die Industrieexponierung des Kantons und eine geringe Handelsliquidität gegenüber. Das ist eine Beschreibung der Marktlage, keine Anlageempfehlung.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich im Kanton Glarus rechnen?

Mit rund 0,2 bis 0,6 Prozent des Kaufpreises und damit deutlich weniger als in den meisten Kantonen. Glarus erhebt keine Handänderungssteuer, sondern nur eine Grundbuchgebühr in der Grössenordnung von 0,1 bis 1,3 Promille; dazu kommen die Beurkundungskosten. Bei einem Kaufpreis von 800'000 CHF bleibt die Rechnung meist unter 5'000 CHF. Die Maklerprovision von marktüblich 2 bis 3 Prozent zuzüglich Mehrwertsteuer trägt in der Schweiz üblicherweise die Verkäuferschaft.

Gibt es im Kanton Glarus eine Handänderungssteuer?

Nein. Glarus gehört zu den Kantonen ohne Handänderungssteuer, neben Zürich, Zug, Schwyz, Uri, Schaffhausen, Aargau und Tessin. Beim Eigentumsübergang fällt nur eine Grundbuchgebühr an. Wer verkauft, zahlt dafür die kantonale Grundstückgewinnsteuer — die Belastung liegt in Glarus also bei der Verkäuferschaft, nicht bei der Käuferschaft.

Wie hoch ist die Grundstückgewinnsteuer im Kanton Glarus?

Progressiv 10 bis 30 Prozent des Gewinns: 10 Prozent auf die ersten 5'000 CHF, danach 15, 20 und 25 Prozent in Schritten von je 5'000 CHF, ab 20'000 CHF Gewinn 30 Prozent. Erhoben wird sie ausschliesslich vom Kanton, nicht von den Gemeinden — der Satz ist in Näfels derselbe wie in Elm. Bei einer Besitzesdauer unter vier Jahren kommt ein Zuschlag von bis zu 30 Prozent dazu; ab fünf Jahren greifen Rabatte, die nach 30 Jahren 90 Prozent erreichen.

Gilt im Kanton Glarus eine Mietpreisbremse?

Eine Mietpreisbremse nach deutschem Muster gibt es in der Schweiz nicht. Glarus kennt auch die Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Art. 270 Abs. 2 OR nicht; sie gilt nur in acht Kantonen, darunter Zürich, Zug und Luzern. Mietzinsanpassungen richten sich nach dem hypothekarischen Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen, der seit September 2025 bei 1,25 Prozent liegt.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Haus im Kanton Glarus?

Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises, davon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule. Bei einem Einfamilienhaus zu 1'221'000 CHF — dem Glarner Mittel für ein neuwertiges Objekt (Wüest Partner, 2. Quartal 2025) — sind das rund 244'000 CHF, davon mindestens 122'000 CHF aus freien Mitteln oder der Säule 3a. Die Kaufnebenkosten von einigen tausend Franken sind zusätzlich aus Eigenmitteln zu tragen.

Wie rechnen Banken die Tragbarkeit für eine Glarner Liegenschaft?

Mit einem kalkulatorischen Zinssatz von banküblich 4,5 bis 5 Prozent, zuzüglich rund 1 Prozent für Unterhalt und Nebenkosten sowie der Amortisation auf zwei Drittel Belehnung binnen 15 Jahren. Die Gesamtbelastung soll ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Für ein Haus zu 1,2 Millionen CHF mit 80 Prozent Belehnung führt das zu einem erforderlichen Haushaltseinkommen in der Grössenordnung von 200'000 CHF.

SARON oder Festhypothek für eine Immobilie in Glarus?

Beides ist im Kanton üblich; die Wahl hängt von der Risikofähigkeit ab, nicht vom Standort. Die SARON-Hypothek folgt dem Geldmarkt und ist derzeit günstig, schwankt aber; die Festhypothek sichert den Satz über die Laufzeit. Weil Glarner Objekte häufig ältere Bausubstanz mit Sanierungsbedarf aufweisen, planen viele Käuferinnen und Käufer die Sanierungskosten in die Tragbarkeit ein, bevor sie die Laufzeit festlegen.

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung im Kanton Glarus?

Kurz, weil das Angebot knapp ist. In der Gemeinde Glarus kamen im 2. Quartal 2025 im Schnitt zwei Kaufinteressenten auf jedes inserierte Einfamilienhaus; bei Eigentumswohnungen war die Zahl der Suchenden rund viermal so hoch wie das verfügbare Angebot (Glarner Kantonalbank). In Glarus Süd standen nur 1,6 Prozent des Wohnungsbestands in der Vermarktung. Eine kantonale Statistik zur Vermarktungsdauer wird nicht geführt.

Warum hat der Kanton Glarus nur drei Gemeinden?

Weil die Landsgemeinde am 7. Mai 2006 die radikalste Gemeindereform der Schweiz beschloss: Auf den 1. Januar 2011 wurden alle Orts-, Schul- und Fürsorgegemeinden sowie die Tagwen zu drei Einheitsgemeinden zusammengelegt. Allein in Glarus Süd gingen dreizehn frühere Gemeinden auf; mit rund 430 Quadratkilometern ist sie flächenmässig die zweitgrösste Gemeinde der Schweiz. Für Kaufinteressierte heisst das: drei Bau- und Zonenreglemente statt Dutzender.

Wie ist der Kanton Glarus an Zürich angebunden?

Stündlich mit der S 25 Zürich HB – Glarus – Linthal, die seit Juni 2014 verkehrt. Mit dem Auto sind es ab Glarus Nord rund 49 Minuten nach Zürich, ab der Gemeinde Glarus etwa 64 Minuten und ab Glarus Süd rund 82 Minuten (Raiffeisen Gemeindeinfo). Über den Anschluss ans Linthgebiet und die A3 sind vor allem Bilten, Niederurnen und Näfels für Pendlerinnen und Pendler attraktiv.

Wie hoch ist der Leerstand im Kanton Glarus?

0,6 Prozent des Wohnungsbestands oder 146 leere Wohneinheiten (Wüest Partner für die Glarner Kantonalbank, 2025). 2022 waren es noch 405 Wohnungen oder 1,7 Prozent. Am tiefsten liegt der Leerstand in Glarus Nord mit neun Wohnungen oder 0,1 Prozent, am höchsten in der Gemeinde Glarus mit 95 Wohnungen oder 1,4 Prozent. Schweizweit lag die Leerwohnungsziffer am 1. Juni 2025 bei 1,0 Prozent.

Wird im Kanton Glarus viel gebaut?

Wenig. 2023 entstanden 143 neue Wohneinheiten oder 0,6 Prozent des Bestands: 71 in Glarus Nord, 63 in der Gemeinde Glarus und nur 9 in Glarus Süd. In der Pipeline stehen das Kartoni-Areal in Ennenda mit 147 geplanten Wohnungen, die Überbauung Glärnischgarten in Glarus mit 42 Wohnungen und über 50 Wohnungen im Wohnpark Glarus Süd in Linthal. Ab 2027 könnte auf dem Möbelareal in Glarus weiterer Wohnraum entstehen.

Gilt im Kanton Glarus das Zweitwohnungsgesetz?

Das Zweitwohnungsgesetz gilt schweizweit; massgebend ist der je Gemeinde gemessene Zweitwohnungsanteil. Liegt er über 20 Prozent, dürfen grundsätzlich keine neuen Zweitwohnungen mehr bewilligt werden. Per 31. März 2026 zählte das Bundesamt für Raumentwicklung schweizweit 331 solche Gemeinden. Weil die Fusion 2011 die Ferienorte Braunwald und Elm mit dem Talboden zusammenfasst, entscheidet der Gesamtanteil von Glarus Süd; den Stand führt das Wohnungsinventar des ARE.

Können Personen aus dem Ausland im Kanton Glarus Immobilien kaufen?

Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und gültiger Aufenthaltsbewilligung erwerben eine selbst bewohnte Hauptwohnung bewilligungsfrei. Für übrige Personen im Ausland gilt die Lex Koller: Der Erwerb von Wohnliegenschaften ist bewilligungspflichtig, Ferienwohnungen sind nur in ausgewiesenen Fremdenverkehrsorten und im Rahmen der jährlichen Bundeskontingente möglich. In Glarus wird diese Frage praktisch vor allem in Braunwald und Elm relevant.

Was ändert sich mit der Abschaffung des Eigenmietwerts?

Der Eigenmietwert entfällt, dafür fallen die meisten Schuldzinsabzüge weg. Für Ersterwerbende ist ein befristeter Abzug vorgesehen, und die Kantone dürfen eine Objektsteuer auf überwiegend selbst genutzten Zweitliegenschaften erheben. Das Stimmvolk hat den Systemwechsel am 28. September 2025 angenommen. Den Termin des Inkrafttretens legt der Bundesrat fest; nach heutigem Stand ist damit nicht vor 2028 zu rechnen.

Was macht Braunwald als Immobilienstandort besonders?

Braunwald ist autofrei und ausschliesslich mit der Standseilbahn ab Linthal erreichbar, die seit 1907 fährt. Der Kurort auf 1'256 Metern zählt rund 275 ständige Einwohnerinnen und Einwohner und gehört seit 2011 zu Glarus Süd. Für den Markt heisst das: kein Erschliessungsverkehr, ein sehr kleiner Bestand und ein Preisgefüge, das eher der Ferienlogik als dem Talboden folgt. Belastbare Quadratmeterpreise allein für Braunwald werden nicht publiziert.

Wie hoch sind die Steuern im Kanton Glarus?

Die Gemeinde Glarus hat mit einem Steuerfuss von 56 Prozent den tiefsten Satz im Kanton, Glarus Nord und Glarus Süd liegen bei je 63 Prozent (Raiffeisen Gemeindeinfo, 2025). Den kantonalen Steuerfuss legt die Landsgemeinde fest. Das durchschnittliche steuerbare Einkommen lag 2022 bei 58'000 CHF in Glarus Nord, 57'000 CHF in der Gemeinde Glarus und 50'000 CHF in Glarus Süd.

Wer kauft im Kanton Glarus Wohneigentum?

Überwiegend Eigennutzerinnen und Eigennutzer aus der Region sowie Zuziehende aus dem Grossraum Zürich, die den Preisunterschied zum Zürichsee nutzen. In Glarus Süd kommt die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen dazu. Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger treten seltener auf als in den Zentren, weil das Transaktionsvolumen klein ist: Der Kanton zählt rund 42'400 Einwohnerinnen und Einwohner und 2'525 Firmen.

Wo finde ich amtliche Grundstücksdaten zum Kanton Glarus?

Im Geoportal des Kantons Glarus. Es zeigt die amtliche Vermessung, Eigentumsverhältnisse, Zonenpläne und öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen für alle drei Gemeinden; die Daten stehen als Open Data zur Verfügung. Ein Pendant zum deutschen Bodenrichtwert gibt es in der Schweiz nicht — Marktwerte stammen aus Bankschätzungen und den Erhebungen von Wüest Partner.

Wie entwickelt sich die Bevölkerung im Kanton Glarus?

Sie wächst langsam: von 41'471 Personen (2022) über 42'056 (2023) auf 42'371 Ende 2024, also +0,7 Prozent im letzten erfassten Jahr. Das Wachstum ist ungleich verteilt — Glarus Nord legte 2024 um 0,9 Prozent auf 19'810 Personen zu, die Gemeinde Glarus um 1,0 Prozent auf 12'886, Glarus Süd nur um 0,2 Prozent auf 9'675. Genau dieses Gefälle erklärt den Preisabstand zwischen Talboden und Sernftal.

Stand der Daten

Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Datenstand

Datenstand

Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand August 2026 (RealAdvisor (Stand August 2026)). Sie werden quartalsweise überprüft.

  • Q3/2026 · Ersterfassung Kanton Glarus, Datenstand August 2026
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Quellen

  1. Glarner Kantonalbank / Wüest Partner: Immobilienmarkt Kanton Glarus, Herbst 2025 · abgerufen 16.8.2026
  2. RealAdvisor: Immobilienpreise Kanton Glarus · abgerufen 16.8.2026
  3. Neho: Quadratmeterpreis Kanton Glarus · abgerufen 16.8.2026
  4. BFS / BWO: Leerwohnungszählung 2025 · abgerufen 16.8.2026
  5. BWO: Hypothekarischer Referenzzinssatz · abgerufen 16.8.2026
  6. Steuerverwaltung Kanton Glarus: Spezialsteuern · abgerufen 16.8.2026
  7. Neho: Grundstückgewinnsteuer Kanton Glarus · abgerufen 16.8.2026
  8. Geoportal Kanton Glarus · abgerufen 16.8.2026
  9. ARE: Zweitwohnungen und Wohnungsinventar · abgerufen 16.8.2026
  10. EFD: Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung · abgerufen 16.8.2026
  11. Raiffeisen Gemeindeinfo Glarus · abgerufen 16.8.2026
  12. Kanton Glarus: Bevölkerung · abgerufen 16.8.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: Informativ — keine Anlageberatung.
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