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Immobilienpreise in Thurgau

Der Thurgau verbindet Bodenseelagen mit S-Bahn-Distanz zu Zürich und St. Gallen — zu Preisen, die deutlich unter jenen des Nachbarkantons Zürich liegen. Dieser Überblick ordnet Preise, Kosten und Recht ein.

7'390CHF/m²
Eigentumswohnung
8'060CHF/m²
Haus
14.90CHF/m²
Miete je Monat
2.4%
Bruttomietrendite
300'097
Einwohner

Stand August 2026 · Quelle: TKB Eigenheim-Index

Der Immobilienmarkt im Kanton Thurgau im Überblick

Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton Thurgau rund 7'390 CHF je Quadratmeter — eine fünfjährige 115-Quadratmeter-Wohnung wechselt im Kantonsschnitt für etwa 850'000 CHF die Hand (TKB Eigenheim-Index, April 2026). Für ein Einfamilienhaus mit 180 Quadratmetern Wohnfläche sind rund 1,45 Millionen CHF zu veranschlagen, was etwa 8'060 CHF je Quadratmeter entspricht. Angebotsportale liegen tiefer: RealAdvisor weist für August 2026 6'927 CHF/m² für Wohnungen aus, Lookmove 7'301 CHF/m² für Häuser. Der Unterschied ist methodisch begründet — die Kantonalbank rechnet mit abgeschlossenen Transaktionen, die Portale mit hedonischen Bewertungsmodellen auf Angebotsbasis. Diese Seite nennt beide Werte und mittelt sie nicht.

Wie teuer ist der Thurgau im Vergleich zu den Nachbarkantonen?

Der Thurgau ist der günstige Nachbar. Dasselbe Musterhaus von 180 Quadratmetern kostet in Winterthur rund 2,5 Millionen und in der Stadt Zürich rund 4,5 Millionen CHF — im Thurgau also etwa ein Drittel des Zürcher Niveaus (TKB, April 2026). Diese Differenz ist der wichtigste einzelne Treiber des Thurgauer Marktes. Sie erklärt, warum die Bevölkerung 2025 um 1,1 Prozent auf 300'097 Personen zugenommen und der Kanton damit erstmals die Marke von 300'000 überschritten hat. Wer aus dem Raum Zürich oder Winterthur ausweicht, kauft im Thurgau Wohnfläche, die im Herkunftskanton unerschwinglich wäre, und bezahlt dafür mit Fahrzeit.

Die Anbindung macht den Ausweichweg praktikabel. Frauenfeld liegt an der Linie Zürich–Winterthur–Konstanz, Weinfelden ist Knotenpunkt zwischen Romanshorn, Konstanz und Wil, Amriswil und Romanshorn hängen an der Achse St. Gallen–Bodensee. Aus Frauenfeld erreicht man Winterthur in gut einer Viertelstunde und den Zürcher Hauptbahnhof in rund vierzig Minuten. Für viele Haushalte liegt der Thurgau damit im selben Pendelradius wie das Zürcher Oberland, kostet aber deutlich weniger. Die S-Bahn-Anbindung ist deshalb kein Nebenaspekt, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Preisgefälle überhaupt genutzt werden kann.

Wer kauft im Thurgau?

Vor allem Eigennutzer. Die Wohneigentumsquote liegt bei 45 Prozent und damit deutlich über dem schweizerischen Wert; 34 Prozentpunkte entfallen auf Einfamilienhäuser, 11 auf Stockwerkeigentum (Strukturerhebung 2020–2022, Amt für Daten und Statistik TG). Das prägt den Markt in zwei Richtungen. Zum einen ist das Angebot an Einfamilienhäusern gross — 61 Prozent aller gut 67'500 Gebäude mit Wohnnutzung sind Einfamilienhäuser. Zum anderen ist der Bestand an kleinen Wohnungen schmal: Nur 6 Prozent aller Wohnungen bleiben unter 50 Quadratmetern, die durchschnittliche Wohnung misst 115 Quadratmeter.

Kapitalanleger finden im Thurgau folglich ein anderes Umfeld vor als in einer Zentrumsstadt. Renditeobjekte im klassischen Zuschnitt — kleine Wohnungen in dichter Lage — sind selten, dafür ist das Preisniveau tiefer und die Bruttomietrendite rechnerisch höher als im Kanton Zürich. Die auf dieser Seite ausgewiesene Rendite beruht auf der durchschnittlichen Bestandsmiete aus der Strukturerhebung und fällt deshalb konservativ aus; mit Angebotsmieten für jüngere Wohnungen liegt sie höher. Eine Empfehlung ist damit ausdrücklich nicht verbunden.

Wie steht es um Angebot und Leerstand?

Der Thurgau ist kein Mangelmarkt. Am 1. Juni 2025 standen 2'074 Wohnungen leer, das entspricht 1,41 Prozent des Bestands. Der schweizerische Vergleichswert liegt bei 1,00 Prozent, der Kanton Zürich bei 0,48 Prozent, St. Gallen mit 1,37 Prozent nahezu gleichauf mit dem Thurgau (Amt für Daten und Statistik TG). Innerhalb des Kantons ist die Streuung erheblich: Der Bezirk Frauenfeld weist 1,10 Prozent aus, der Bezirk Arbon 1,69 Prozent — letzterer hat sich damit von rund 4 Prozent im Jahr 2020 deutlich erholt.

Gleichzeitig ist die Bautätigkeit verhalten. 2023 beliefen sich die Bauausgaben auf 1,93 Milliarden CHF, davon 1,81 Milliarden Bauinvestitionen. 59 Prozent flossen in den Wohnbau, dessen Volumen mit 1,1 Milliarden CHF gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent zurückging. Zwei Drittel der Investitionen entfielen auf Neubauten, ein Drittel auf Umbauten, 80 Prozent stammten von privaten Auftraggebern. Der Wohnungsbestand wuchs 2024 um 1,4 Prozent auf über 145'000 Wohnungen — etwas langsamer als in den Vorjahren, aber weiterhin schneller als die Bevölkerung.

Die Nachfrageseite speist sich dabei nicht allein aus dem Binnenwachstum. Von den 300'097 Personen Ende 2025 waren rund 81'700 oder 27,2 Prozent ausländische Staatsangehörige; der Zuwachs von 3'286 Personen im Jahr 2025 fiel geringer aus als in den Vorjahren, die 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent erreichten. Das Wachstum verlangsamt sich also, bleibt positiv und verteilt sich über achtzig Gemeinden. Für den Wohnungsmarkt heisst das: Der Zuzug stützt die Nachfrage weiterhin, liefert aber keinen Schub, der die Preise unabhängig von den Finanzierungsbedingungen treiben würde.

Was heisst das für die Mietseite?

Mieten ist im Thurgau vergleichsweise günstig. Die durchschnittliche Nettomiete über alle Wohnungsgrössen liegt bei 1'350 CHF im Monat, eine Vierzimmerwohnung kostet im Mittel 1'493 CHF (Strukturerhebung 2020–2022). Neubauwohnungen bis zwei Jahre Alter liegen bei 1'587 CHF, Vierzimmerwohnungen mit Baujahr ab 2015 bei rund 1'856 CHF. Regional wohnt man im Bezirk Arbon mit 1'334 CHF für vier Zimmer am günstigsten, im Bezirk Kreuzlingen mit 1'534 CHF am teuersten. Eine Mietpreisbremse nach deutschem Vorbild kennt das Schweizer Recht nicht; die Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Artikel 270 Absatz 2 OR hat der Thurgau nicht eingeführt.

Woher stammen die Zahlen auf dieser Seite?

Die Leitzahlen stammen aus dem TKB Eigenheim-Index, den die Thurgauer Kantonalbank auf Basis abgeschlossener Kaufverträge publiziert, sowie aus den Erhebungen des kantonalen Amts für Daten und Statistik. Ergänzend werden die Angebotswerte von RealAdvisor, Neho und Lookmove herangezogen, um die Spannweite abzubilden. Wo sich amtliche und portalgestützte Werte unterscheiden, folgt die Einordnung der amtlichen beziehungsweise transaktionsbasierten Quelle, und die Abweichung wird benannt. Alle Angaben beziehen sich auf den Datenstand vom August 2026 und ersetzen keine Bewertung des einzelnen Objekts.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Wie stark sind die Preise in den letzten zwölf Monaten gestiegen?

Um 4,5 Prozent bei Einfamilienhäusern. Der TKB Eigenheim-Index weist damit für den Thurgau einen stärkeren Anstieg aus als für die Schweiz insgesamt, wo 3,6 Prozent gemessen wurden (Stand April 2026). Eigentumswohnungen legten im selben Zeitraum verhaltener zu; für das vorangegangene Halbjahr nennt die Kantonalbank 1,6 Prozent. Die Angebotsportale zeichnen ein ruhigeres Bild: RealAdvisor kommt für August 2026 auf plus 3,3 Prozent bei Wohnungen. Beide Reihen zeigen in dieselbe Richtung, unterscheiden sich aber im Tempo — ein Hinweis darauf, dass die tatsächlich bezahlten Preise derzeit rascher steigen als die geforderten.

Wo lagen die Wendepunkte?

Der Thurgauer Markt folgt dem schweizerischen Zyklus, aber gedämpft. Nach der Zinswende von 2022, als die Schweizerische Nationalbank die Negativzinsphase beendete, verlangsamte sich der Preisanstieg auch hier spürbar; anders als in Deutschland kam es jedoch zu keinem nominalen Rückgang. Der hypothekarische Referenzzinssatz, an dem sich die Bestandsmieten ausrichten, stieg 2023 zweimal an und wurde ab 2024 wieder gesenkt; seit dem 2. September 2025 liegt er unverändert bei 1,25 Prozent (BWO). Mit den wieder tiefen Finanzierungskosten kehrte ab 2024 die Nachfrage zurück, und der Thurgau profitierte überdurchschnittlich, weil das Ausweichen aus dem Raum Zürich zusätzliche Nachfrage in den Kanton trug.

Was zeigen die längeren Reihen?

Über längere Fristen ist der Zuwachs erheblich. RealAdvisor beziffert die kumulierte Veränderung bei Thurgauer Eigentumswohnungen auf 18,2 Prozent über fünf Jahre, 37,8 Prozent über zehn Jahre und 91,5 Prozent seit 2001. Aus diesen Ankerpunkten sind die Stützjahre der Grafik auf dieser Seite abgeleitet; Zwischenjahre werden bewusst nicht interpoliert, weil dafür keine belastbare kantonale Reihe vorliegt. Eine Verdoppelung des Quadratmeterpreises in fünfundzwanzig Jahren entspricht rund 2,7 Prozent jährlichem Zuwachs — kein Ausreisser im schweizerischen Vergleich, aber deutlich mehr als die Teuerung im selben Zeitraum.

Welche Regionen im Kanton haben sich am stärksten bewegt?

Die Region Weinfelden führt. Sie verzeichnete nach Angaben der Thurgauer Kantonalbank ein Jahresplus von 5 Prozent und gehört damit zu den dynamischsten Teilmärkten der Schweiz. Der Grund liegt in der Lage: Weinfelden ist Bahnknoten zwischen Kreuzlingen, Romanshorn, Frauenfeld und Wil, hat ein gewachsenes Zentrum und ist gleichwohl günstiger als die Seegemeinden. Auch die Bevölkerungsentwicklung folgt keinem reinen Zentrumsmuster — 2025 wuchsen 19 der 80 Gemeinden um mindestens zwei Prozent, angeführt von Uesslingen-Buch mit 8,9 Prozent, Matzingen mit 6,2 Prozent und Güttingen mit 5,6 Prozent. In absoluten Zahlen führte Amriswil mit 270 zusätzlichen Personen.

Und wie haben sich die Mieten bewegt?

Für die Mieten liegt keine kantonale Zeitreihe je Quadratmeter vor. Das Amt für Daten und Statistik publiziert Durchschnittsmieten nach Zimmerzahl, Baujahr und Bezirk aus der Strukturerhebung, jedoch keinen fortgeschriebenen Quadratmeterindex. Deshalb zeigt die Preisgrafik auf dieser Seite nur die Kaufreihe. Als Anhaltspunkt für die Mietdynamik dient der Abstand zwischen Bestand und Neubau: 1'350 CHF durchschnittliche Nettomiete über alle Grössen gegenüber 1'587 CHF bei Objekten bis zwei Jahre — ein Aufschlag von rund 18 Prozent, der die Preisentwicklung der jüngeren Bautätigkeit spiegelt.

Wie belastbar sind die Zahlen?

Belastbar, aber nicht deckungsgleich. Die transaktionsbasierten Werte der Kantonalbank beruhen auf tatsächlich abgeschlossenen Kaufverträgen und bilden den Markt am genauesten ab, erscheinen jedoch nur halbjährlich und in aggregierter Form. Die Portalwerte sind monatlich verfügbar und feiner regionalisiert, beruhen aber auf Bewertungsmodellen und Angebotsdaten, die vom bezahlten Preis abweichen können. Für Wohnungen liegt die Spanne der publizierten Kantonsmittel zwischen 6'927 CHF/m² (RealAdvisor, August 2026) und 7'668 CHF/m² (Neho, Juni 2026) — ein Unterschied von rund zehn Prozent, den man kennen sollte, bevor man einen einzelnen Wert als Verhandlungsgrundlage nimmt.

Was bedeutet das für die kommenden Monate?

Die Ausgangslage spricht für eine Fortsetzung des Anstiegs bei nachlassendem Tempo. Zuzug, tiefe Hypothekarzinsen und ein verhaltener Wohnungsneubau stützen die Nachfrage, während die Tragbarkeitsrechnung mit fünf Prozent kalkulatorischem Zins und ein Leerstand über dem Landesmittel bremsen. Der Prognoseblock weiter unten auf dieser Seite ordnet die Szenarien mit Bandbreiten und Wahrscheinlichkeiten ein. Prognosen bleiben Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten und keine Zusicherung einer künftigen Entwicklung.

Preisentwicklung

Preisentwicklung im Kanton Thurgau

3'6205'0305'8606'7106'93020012016202120252026

RealAdvisor nennt für August 2026 rund 6'927 CHF/m² und kumulierte Zuwächse von 3,3 Prozent über zwölf und 18,2 Prozent über fünf Jahre. Daraus sind die Stützjahre abgeleitet, Zwischenjahre nicht interpoliert. Eine Mietreihe je m² fehlt.

Stand: 2026-08-16 · Quelle: RealAdvisor, Kanton Thurgau, Stand August 2026

Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?

Was kostet welche Objektart im Thurgau?

Der Abstand zwischen den Objektarten ist im Thurgau kleiner als in den Zentren. Für Eigentumswohnungen weist der TKB Eigenheim-Index rund 7'390 CHF je Quadratmeter aus, für Einfamilienhäuser rund 8'060 CHF — ein Aufschlag von etwa neun Prozent. In Städten mit knappem Bauland ist dieser Abstand regelmässig grösser, weil dort der Bodenanteil den Hauspreis dominiert. Im Thurgau ist Bauland zwar knapper geworden, aber noch nicht so knapp, dass es den Quadratmeterpreis eines Hauses vom Wohnungspreis abkoppelt.

In absoluten Beträgen sieht die Rechnung anders aus. Die Musterwohnung mit 115 Quadratmetern kostet rund 850'000 CHF, das Musterhaus mit 180 Quadratmetern rund 1,45 Millionen — die Differenz beträgt 600'000 CHF, weil das Haus schlicht mehr Fläche hat. Für die Finanzierung ist der absolute Betrag massgeblich, nicht der Quadratmeterpreis. Wer mit 20 Prozent Eigenmitteln rechnet, benötigt für die Wohnung rund 170'000 CHF, für das Haus rund 290'000 CHF — und muss die laufende Tragbarkeit für beide Beträge getrennt prüfen.

Ein Hinweis zur Lesart dieser Zahlen: Die Thurgauer Kantonalbank rechnet mit standardisierten Musterobjekten — einer fünfjährigen Eigentumswohnung von 115 Quadratmetern und einem Einfamilienhaus von 180 Quadratmetern. Das macht die Werte über die Zeit und zwischen Regionen vergleichbar, bildet aber kein konkretes Objekt ab. Ein Haus mit grosser Parzelle in Seelage oder eine unsanierte Liegenschaft aus den Siebzigerjahren weichen erheblich vom Musterwert ab. Der Quadratmeterpreis eignet sich deshalb zur Einordnung eines Marktes, nicht zur Bewertung einer einzelnen Liegenschaft.

Warum sind Reihenhaus und Doppelhaushälfte schwer zu beziffern?

Weil sie im Thurgau nicht separat erhoben werden. Weder der TKB Eigenheim-Index noch die kantonale Statistik weisen Reihenhäuser und Doppelhaushälften als eigene Kategorie aus; sie erscheinen in den Auswertungen unter den Einfamilienhäusern. Die in der Vergleichstabelle genannten rund 7'100 CHF je Quadratmeter stammen deshalb aus Portalauswertungen und sind mit grösserer Unsicherheit behaftet als die Wohnungs- und Hauspreise. Als Faustregel gilt: Reihenmittelhäuser liegen unter, freistehende Einfamilienhäuser über dem Durchschnitt der Gattung, weil Grundstücksanteil und Belichtung den Preis treiben.

Welche Objektart ist im Thurgau überhaupt verfügbar?

Das Angebot ist eindeutig hausgeprägt. 61 Prozent der gut 67'500 Gebäude mit Wohnnutzung sind Einfamilienhäuser, 21 Prozent Mehrfamilienhäuser, der Rest Wohngebäude mit Nebennutzung und teilweise bewohnte Zweckbauten (Ende 2024, Amt für Daten und Statistik TG). Wer im Thurgau ein Haus sucht, findet deshalb mehr Auswahl als in einer Zentrumsstadt. Umgekehrt ist der Markt für kleine Eigentumswohnungen dünn: Vierzimmerwohnungen stellen knapp 30 Prozent des Wohnungsbestands, während nur 6 Prozent aller Wohnungen unter 50 Quadratmetern liegen.

Stockwerkeigentum ist im Thurgau zudem jung. Sein Anteil an den Haushalten stieg von 2 Prozent im Jahr 1990 auf heute 11 Prozent, während der Anteil der Einfamilienhäuser bei rund 34 Prozent verharrte. Praktisch heisst das: Ein grosser Teil der Thurgauer Eigentumswohnungen stammt aus den letzten drei Jahrzehnten, der Bestand ist im schweizerischen Vergleich vergleichsweise modern, und Sanierungsstaus wie bei Nachkriegsbauten sind seltener. Für die Beurteilung eines konkreten Objekts bleibt die Einsicht in Erneuerungsfonds und Protokolle der Stockwerkeigentümerversammlung gleichwohl unerlässlich.

Was bedeutet der Zustand für den Preis?

Energetischer Zustand und Baujahr schlagen im Thurgau spürbar durch, weil das Preisniveau insgesamt tiefer ist und ein Sanierungsbudget einen entsprechend grösseren Anteil des Kaufpreises ausmacht. Bei der Miete lässt sich der Effekt an den Statistikwerten ablesen: Vierzimmerwohnungen mit Baujahr ab 2015 kosten rund 1'856 CHF im Monat gegenüber 1'493 CHF im Bestandsdurchschnitt, also rund ein Viertel mehr. Für Kaufobjekte existiert keine entsprechende kantonale Auswertung; unsanierte Liegenschaften mit sichtbarem Investitionsbedarf bleiben erfahrungsgemäss länger am Markt.

Wie wirkt sich die Objektart auf die Nebenkosten aus?

Handänderungssteuer, Beurkundung und Grundbuchgebühr bemessen sich am Kaufpreis und sind deshalb bei Wohnung und Haus prozentual gleich — rund 1,5 Prozent. In Franken bedeutet das bei der Musterwohnung rund 12'750 CHF, beim Musterhaus rund 21'750 CHF. Beim Stockwerkeigentum kommt der Erneuerungsfonds hinzu: Ein gut dotierter Fonds mindert das Risiko unerwarteter Sonderbeiträge, ein leerer erhöht es. Beim Einfamilienhaus tragen Sie den Unterhalt allein und budgetieren üblicherweise rund ein Prozent des Gebäudewerts pro Jahr.

Objektarten im Kanton Thurgau

ObjektartPreis je m²EinstiegspreisMerkmal
Eigentumswohnung≈ 7'390 CHF/m²ab rund 420'000 CHF115 m², 5-jährig: ≈ 850'000 CHF
Reihenhaus≈ 7'100 CHF/m²ab rund 640'000 CHFnicht separat erhoben, Portalwert
Doppelhaushälfte≈ 7'100 CHF/m²ab rund 700'000 CHFnicht separat erhoben, Portalwert
Einfamilienhaus≈ 8'060 CHF/m²ab rund 900'000 CHF180 m² Musterhaus: ≈ 1,45 Mio. CHF

Quelle: TKB Eigenheim-Index 04/2026, RealAdvisor 08/2026

Welche Lagen und Regionen gibt es?

Wie stark ist das Preisgefälle im Kanton?

Der Faktor zwischen der teuersten und der günstigsten der grösseren Thurgauer Gemeinden beträgt rund 1,4. RealAdvisor nennt für August 2026 bei Eigentumswohnungen Ermatingen mit rund 8'654 CHF je Quadratmeter an der Spitze, gefolgt von Kreuzlingen mit 7'880 CHF, Weinfelden mit 7'382 CHF und Frauenfeld mit 7'326 CHF. Am unteren Ende stehen Amriswil mit 6'296 CHF, Romanshorn mit 6'655 CHF und Arbon mit 6'673 CHF. Verglichen mit dem Gefälle innerhalb des Kantons Zürich, wo zwischen Zürichsee-Gemeinden und Weinland ein Vielfaches liegt, ist der Thurgau bemerkenswert homogen.

Was macht die Bodenseelagen teuer?

Die Seenähe selbst, und zwar in abgestufter Form. Ermatingen, Gottlieben, Berlingen und Steckborn am Untersee bieten Seesicht, historische Ortsbilder und ein knappes, kaum erweiterbares Angebot; Ermatingen führt die Wohnungspreise des Kantons an. Der Preisaufschlag entsteht dort weniger durch Infrastruktur als durch Lagequalität und Angebotsknappheit: Seeuferparzellen sind faktisch nicht vermehrbar, und die Ortskerne stehen unter Ortsbildschutz. Die Thurgauer Kantonalbank weist darauf hin, dass die kantonale Musterwohnung in den Bodenseegemeinden und in Frauenfeld über eine Million Franken kostet, gegenüber 850'000 CHF im Kantonsmittel.

Der Obersee zwischen Kreuzlingen, Münsterlingen, Altnau, Güttingen und Romanshorn ist heterogener. Hier mischen sich Seelagen in zweiter Reihe, Wohnquartiere ohne Seesicht und Gewerbeflächen. Güttingen gehörte 2025 mit 5,6 Prozent zu den am schnellsten wachsenden Gemeinden des Kantons. Romanshorn hingegen liegt mit 6'655 CHF/m² im unteren Drittel — die Hafenstadt ist Verkehrsknoten und Industriestandort zugleich, was die Preise trotz Seelage dämpft. Seelage ist im Thurgau also kein Preisautomatismus, sondern wirkt nur zusammen mit Ortsbild, Aussicht und Nutzungsstruktur.

Welche Rolle spielt Kreuzlingen?

Kreuzlingen ist der Sonderfall des Kantons. Die Stadt ist mit dem deutschen Konstanz baulich zusammengewachsen; die Landesgrenze verläuft mitten durch den Siedlungsraum, und die beiden Städte bilden funktional einen gemeinsamen Arbeits-, Einkaufs- und Wohnmarkt. Das hält die Nachfrage hoch: Kreuzlingen liegt bei Eigentumswohnungen mit rund 7'880 CHF/m² etwa sieben Prozent über Frauenfeld, und der Bezirk Kreuzlingen weist mit 1'534 CHF die höchste Durchschnittsmiete für Vierzimmerwohnungen im Kanton aus. Wer hier kauft, kauft in einen Markt hinein, der auf Wechselkurs, Grenzgängerzahlen und die Konjunktur im süddeutschen Raum reagiert — eine Abhängigkeit, die andere Thurgauer Gemeinden nicht in dieser Schärfe kennen.

Was zeichnet die Zentren im Landesinnern aus?

Frauenfeld ist Kantonshauptort, Verwaltungs- und Bildungsstandort und liegt mit rund 7'326 CHF/m² leicht über dem Kantonsmittel. Die Verbindung nach Winterthur und Zürich ist die beste im Kanton, was Frauenfeld zur ersten Adresse für Zürcher Ausweichkäufer macht. Weinfelden ist der Bahnknoten des Oberthurgaus und hat mit einem Jahresplus von 5 Prozent die stärkste Dynamik. Amriswil wuchs 2025 in absoluten Zahlen am stärksten — 270 zusätzliche Personen —, bleibt aber mit 6'296 CHF/m² die günstigste der grösseren Gemeinden und ist damit der klassische Einstiegsmarkt für Erstkäufer.

Arbon und Romanshorn bilden den industriell geprägten Nordosten. Arbon hat den Strukturwandel nach dem Rückzug grosser Industriebetriebe noch nicht abgeschlossen; der Bezirk Arbon weist mit 1,69 Prozent den höchsten Leerstand des Kantons aus, hat sich damit aber gegenüber rund 4 Prozent im Jahr 2020 deutlich erholt. Zugleich liegt hier die tiefste Wohneigentumsquote des Kantons bei 40 Prozent. Wer Leerstand als Verhandlungsspielraum liest, findet ihn am ehesten in dieser Region; wer auf Wertentwicklung achtet, sollte die Sanierung des Bestands und die Entwicklung der Seeufer im Auge behalten.

Und was bietet der ländliche Hinterthurgau?

Der Hinterthurgau um Sirnach, Münchwilen und Aadorf ist der günstigste Teilraum, gehört aber zum Einzugsgebiet von Wil und Winterthur. Der Bezirk Münchwilen weist mit 50 Prozent die höchste Wohneigentumsquote des Kantons aus. Kleinere Gemeinden wachsen dort teilweise sehr rasch: Uesslingen-Buch legte 2025 um 8,9 Prozent zu, Matzingen um 6,2 Prozent. Solche Prozentwerte beruhen auf kleinen Basiszahlen und sind nicht als Trend zu lesen; sie zeigen aber, dass Neubauprojekte auch in ländlichen Gemeinden zügig Abnehmer finden.

Für die Einordnung einzelner Gemeinden gilt dabei dieselbe Vorsicht wie beim Kantonsmittel: Die Gemeindewerte stammen aus Portalauswertungen und beruhen auf Bewertungsmodellen, nicht auf Grundbuchdaten. Sie geben die Rangfolge der Gemeinden zuverlässiger wieder als das absolute Preisniveau, und sie reagieren auf wenige aussergewöhnliche Angebote stärker, je kleiner die Gemeinde ist.

Wo finde ich verbindliche Lageinformationen?

Im Geoportal ThurGIS des Amts für Geoinformation unter map.geo.tg.ch. Dort sind die amtliche Vermessung, das Gebäude- und Wohnungsregister, der Leitungskataster und der ÖREB-Kataster mit den öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen abrufbar; die Landwertzonen der kantonalen Steuerverwaltung liegen als eigene Kartenebene vor. Ein Bodenrichtwert im deutschen Sinn existiert in der Schweiz nicht — die Landwertzonen sind das nächstliegende amtliche Äquivalent. Grundbuchauszüge selbst erhalten Sie bei den Grundbuchämtern in Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen.

Was ist im Thurgau anders als anderswo?

Warum kostet der Kauf hier mehr Nebenkosten als im Kanton Zürich?

Weil der Thurgau eine Handänderungssteuer erhebt und Zürich keine. Ein Prozent des Kaufpreises geht beim Eigentumsübergang an den Kanton; dazu kommen 1 Promille Beurkundungsgebühr (mindestens 100, höchstens 5'000 CHF) und rund 4 Promille Handänderungsgebühr für die grundbuchlichen Verrichtungen. In der Summe sind das rund 1,5 Prozent, bei der Musterwohnung von 850'000 CHF also etwa 12'750 CHF. Die Nachbarkantone Zürich und Schaffhausen kennen keine Handänderungssteuer und verlangen nur Grundbuchgebühren. Im schweizweiten Vergleich bleibt ein Prozent moderat, gegenüber den unmittelbaren Nachbarn ist es aber ein realer Unterschied.

Steuerfrei bleiben Handänderungen zwischen Eltern und Nachkommen, Stief- und Schwiegerkindern sowie unter Geschwistern (§ 138 StG). Für Ersatzbeschaffungen bestehen besondere Aufschubtatbestände. Getragen wird die Steuer üblicherweise von der Käuferschaft, sofern der Kaufvertrag nichts anderes vorsieht; eine hälftige Teilung ist zulässig und wird gelegentlich vereinbart. Wer ein Budget aufstellt, sollte die Handänderungsgebühr von rund 4 Promille nicht mit der Steuer verwechseln — sie fällt zusätzlich an.

Wie streng ist die Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf?

Der Grundsatz klingt streng, die Staffel entschärft ihn. Der Thurgau besteuert den Grundstückgewinn im Grundsatz mit 40 Prozent (§ 130 ff. StG). Wer innert Jahresfrist weiterverkauft, zahlt einen Zuschlag, der die Belastung auf rund 54 Prozent treibt. Mit zunehmender Besitzdauer wächst dagegen ein Abzug, der bis auf 60 Prozent des Steuerbetrags ansteigt. Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Liegenschaft über Jahrzehnte halten, ist der Kanton damit steuerlich freundlich; für kurzfristige Weiterverkäufe ist er es ausgesprochen nicht. Die Steuer trägt die Verkäuferschaft; beim Erwerb eines selbstbewohnten Ersatzobjekts kann die Besteuerung aufgeschoben werden.

Was bedeutet das Amtsnotariat für den Ablauf?

Sie wählen die Urkundsperson nicht selbst. Der Thurgau kennt das Amtsnotariat: Beurkundung und Grundbuchführung liegen bei denselben kantonalen Grundbuchämtern und Notariaten mit Standorten in Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen. Anders als in Bern, Genf oder im Tessin, wo freiberufliche Notarinnen und Notare tätig sind, gibt es keinen Wettbewerb um das Honorar. Der praktische Vorteil ist Berechenbarkeit: Die Gebühren sind tarifiert und lassen sich vor der Vertragsunterzeichnung genau ausrechnen. Der Nachteil ist geringere Flexibilität bei Terminen und Vertragsgestaltung.

Wer bezahlt im Thurgau die Maklerprovision?

In aller Regel die Verkäuferschaft. Anders als in Deutschland, wo seit 2020 eine hälftige Teilung vorgeschrieben ist, beauftragt in der Schweiz üblicherweise die verkaufende Partei die Maklerin oder den Makler und trägt das Honorar allein; marktüblich sind 2 bis 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Im Kaufnebenkosten-Rechner auf dieser Seite ist für die Käuferseite deshalb 0 Prozent hinterlegt. Abweichende Vereinbarungen sind zulässig und kommen vor, gehören aber ausdrücklich in den Kaufvertrag. Wer als Käuferin oder Käufer eine Provision zugesichert bekommt, sollte deren Umfang und Fälligkeit vor der Beurkundung schriftlich festhalten.

Welche Rolle spielt die Grenze zu Deutschland?

Eine grössere als in den meisten Schweizer Kantonen. Deutschland ist mit rund 43 Prozent Anteil der wichtigste Exportmarkt der Thurgauer Wirtschaft, und im Raum Kreuzlingen–Konstanz ist der Arbeitsmarkt grenzüberschreitend organisiert. Für den Immobilienmarkt heisst das zweierlei: Die Nachfrage in den grenznahen Gemeinden hängt an Wechselkurs und Grenzgängerzahlen, und eine konjunkturelle Eintrübung in Süddeutschland erreicht den Thurgau schneller als andere Kantone. Umgekehrt profitieren Kreuzlingen und Umgebung von einem Einzugsgebiet, das an der Landesgrenze nicht endet.

Gelten Lex Koller und das Zweitwohnungsgesetz hier?

Die Lex Koller gilt, das Zweitwohnungsgesetz praktisch nicht. Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz benötigen für den Erwerb von Wohnliegenschaften eine Bewilligung nach dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland; wer in der Schweiz Wohnsitz hat und die Liegenschaft selbst bewohnt, ist ausgenommen. Im Grenzraum Kreuzlingen–Konstanz ist diese Abgrenzung praxisrelevant, zuständig ist die kantonale Bewilligungsbehörde. Das Zweitwohnungsgesetz dagegen sperrt neue Zweitwohnungen nur in Gemeinden mit einem Anteil über 20 Prozent — eine Schwelle, die im Thurgau nach heutigem Stand keine Rolle spielt. Verbindlich ist allein das jährlich aktualisierte Wohnungsinventar des Bundesamts für Raumentwicklung.

Was ändert der Wegfall des Eigenmietwerts?

Der Bundesrat hat den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung nach heutigem Stand auf den 1. Januar 2029 in Kraft gesetzt (Mitteilung vom 1. April 2026). Der Eigenmietwert auf selbstbewohntem Wohneigentum entfällt dann, im Gegenzug fallen Schuldzinsen- und Unterhaltsabzüge weitgehend weg; die Kantone erhalten die Möglichkeit, eine Sondersteuer auf überwiegend selbstgenutzten Zweitliegenschaften einzuführen. Bis zum Inkrafttreten gelten im Thurgau die bisherigen Regeln unverändert. Wer stark fremdfinanziert und in den nächsten Jahren umfassend sanieren will, rechnet die Planung sinnvollerweise unter beiden Regimen durch. Eine steuerliche Beratung ersetzt diese Seite nicht.

Wie finanziert man einen Kauf im Thurgau?

Nach dem gleichen Schweizer Rahmen wie überall, aber auf tieferem Niveau. Mindestens 20 Prozent der Anlagekosten sind als Eigenmittel einzubringen, davon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule — mindestens 10 Prozent müssen also aus Ersparnissen, Säule 3a, Erbvorbezug oder Schenkung stammen. Die Tragbarkeit rechnen Thurgauer Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent; Zins, Amortisation und Unterhalt zusammen dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Die Belehnung ist innert 15 Jahren auf zwei Drittel zu amortisieren. Bei der Zinsbindung stehen SARON-Hypotheken mit variablem Satz den Festhypotheken mit fester Laufzeit gegenüber; welche Variante passt, hängt von Einkommenssicherheit und Risikofähigkeit ab, nicht von einer allgemeinen Marktmeinung.

Regionale Besonderheiten

Was den Thurgauer Markt prägt

Steuern & Abgaben

Handänderungssteuer von einem Prozent

Zürich und Schaffhausen kennen keine Handänderungssteuer, der Thurgau erhebt 1 Prozent des Kaufpreises. Mit Beurkundung (1 Promille) und Handänderungsgebühr (rund 4 Promille) liegen die Erwerbsnebenkosten bei rund 1,5 Prozent.

Steuern & Abgaben

Grundstückgewinnsteuer belohnt langes Halten

Der Grundsatz von 40 Prozent wird durch eine ausgeprägte Besitzdauerstaffel relativiert: Der Abzug wächst bis auf 60 Prozent, ein Verkauf innert Jahresfrist wird bis auf rund 54 Prozent belastet. Langes Halten wird belohnt.

Nachfrage & Zielgruppen

Der Bodensee als Preisfaktor

RealAdvisor nennt im August 2026 für Ermatingen rund 8'654 CHF/m² und für Kreuzlingen 7'880 CHF/m², für Amriswil dagegen 6'296 CHF/m². Die TKB-Musterwohnung kostet an den Seegemeinden über eine Million statt 850'000 CHF.

Infrastruktur & Erreichbarkeit

Kreuzlingen und der Grenzraum Konstanz

Kreuzlingen ist mit Konstanz baulich zusammengewachsen; die Landesgrenze verläuft mitten durch den Siedlungsraum. Der Wohnungsmarkt reagiert auf Impulse von beiden Seiten. Deutschland nimmt 43 Prozent der Ausfuhren auf.

Marktstruktur

Ein Kanton der Einfamilienhäuser

61 Prozent der gut 67'500 Gebäude mit Wohnnutzung sind Einfamilienhäuser, 21 Prozent Mehrfamilienhäuser (Ende 2024). Die mittlere Wohnung misst 115 Quadratmeter, nur 6 Prozent bleiben unter 50. Kleinwohnungen sind knapp.

Bauzonen & Raumplanung

Leerstand über dem Landesschnitt

Am 1. Juni 2025 standen 2'074 Wohnungen leer, 1,41 Prozent — über dem Landesmittel von 1,00 und deutlich über Zürich mit 0,48 Prozent. Innerkantonal reicht die Spanne von 1,10 (Frauenfeld) bis 1,69 Prozent (Arbon).

Stand: 2026-08-16 · Quelle: Statistik TG, TKB, Steuerverwaltung TG

Recht & Kosten

Recht und Kosten im Kanton Thurgau

Handänderungssteuer
1.0 % des Kaufpreises. Notar und Grundbuch schlagen mit rund 0.5 % zu Buche.
Mietpreisbremse
Für Thurgau nicht ausgewiesen.
Bodenrichtwerte
ThurGIS
Amtsnotariat statt freies Notariat
Beurkundung und Grundbuchführung liegen bei denselben kantonalen Ämtern in Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen. Eine freie Notarwahl gibt es nicht; die Gebühren sind tarifiert und berechenbar.
Handänderungsgebühr zusätzlich zur Steuer
Neben der Handänderungssteuer von 1 Prozent fällt für die grundbuchlichen Verrichtungen eine Handänderungsgebühr von rund 4 Promille an. Bei 850'000 CHF Kaufpreis sind das rund 3'400 CHF, die oft übersehen werden.
Schuldbrief kostet separat
Wird für die Hypothek ein Register-Schuldbrief errichtet, kosten Beurkundung rund 1 Promille und Grundpfandgebühr rund 1,5 Promille der Pfandsumme. Sie entfallen bei Übernahme eines bestehenden Schuldbriefs.
Tragbarkeit mit fünf Prozent kalkulatorischem Zins
Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von 5 Prozent; Zins, Amortisation und Unterhalt dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Mindestens 20 Prozent Eigenmittel, Amortisation binnen 15 Jahren.

Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten im Thurgau berechnen

Handänderungssteuer, Beurkundung und Grundbuch — die Sätze stammen aus den kantonalen Angaben und gelten für alle Thurgauer Gemeinden.

Kaufpreis500'000 CHF
Grunderwerbsteuer1.0 %5'000 CHF
Notar & Grundbuch0.5 %2'500 CHF
Nebenkosten gesamt1.5 %7'500 CHF
Gesamtaufwand507'500 CHF

Richtwerte für Thurgau. Keine Steuer- oder Rechtsberatung — im Einzelfall weichen Notar- und Grundbuchkosten ab.

Miet- und Kaufmarkt

Miet- und Kaufmarkt im Vergleich

Mietmarkt

Mietmarkt

Ø Nettomiete alle Grössen
1'350 CHF/Mt.
Vierzimmerwohnung
1'493 CHF/Mt.
Neubau bis 2 Jahre
1'587 CHF/Mt.
Leerwohnungsziffer
1,41 % (2025)
Kaufmarkt

Kaufmarkt

Ø Eigentumswohnung
≈ 7'390 CHF/m²
Musterwohnung 115 m²
≈ 850'000 CHF
Musterhaus 180 m²
≈ 1,45 Mio. CHF
Wohneigentumsquote
45 % (2022)

Der Mietmarkt ist mit 1,41 Prozent Leerstand entspannt, der Kaufmarkt zieht an. Die ausgewiesene Bruttomietrendite beruht auf Bestandsmieten und fällt konservativ aus. Eine Aussage zur Vorteilhaftigkeit ist nicht verbunden.

Stand: 2026-08-16 · Quelle: Statistik TG, TKB Eigenheim-Index

Marktprognose

Ausblick für den Thurgauer Markt

Grundtendenz: steigendHorizont: 12–24 Monate

Der TKB Eigenheim-Index meldet für Einfamilienhäuser plus 4,5 Prozent in zwölf Monaten, schweizweit 3,6 Prozent; Weinfelden führt mit 5 Prozent. Zuzug und tiefe Zinsen stützen, Tragbarkeit und Leerstand dämpfen.

Basisszenario
+1 bis +3 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit 55 %

Der Zuzug aus dem Raum Zürich hält an, die Zinsen bleiben tief, die Bautätigkeit zieht langsam an. Die Bodenseegemeinden und Weinfelden entwickeln sich überdurchschnittlich, der Bezirk Arbon schwächer.

Optimistisch
+4 bis +6 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit 25 %

Sinkende Hypothekarzinsen und hoher Wanderungssaldo treffen auf ein knappes Angebot an Einfamilienhäusern. Der Ausweichdruck aus dem Kanton Zürich verstärkt sich, wo ein vergleichbares Haus rund das Dreifache kostet.

Konservativ
-2 bis 0 % pro Jahr
Wahrscheinlichkeit 20 %

Steigende Zinsen oder eine konjunkturelle Eintrübung dämpfen die Nachfrage; der Thurgau ist über die Exportindustrie stark mit Deutschland verflochten. Der Leerstand steigt, die Preise treten auf der Stelle.

Einflussfaktoren

  • Zuzug aus dem Raum Zürich · stützend · Bevölkerung 2025 um 1,1 % auf 300'097 Personen gewachsen
  • Tiefe Hypothekarzinsen · stützend · Referenzzinssatz seit 02.09.2025 bei 1,25 Prozent
  • Verhaltener Wohnungsneubau · stützend · Wohnbauinvestitionen 2023 um 3,5 Prozent rückläufig
  • Leerstand über Landesmittel · belastend · 1,41 Prozent gegenüber 1,00 Prozent schweizweit
  • Tragbarkeit bei 5 Prozent · belastend · Kalkulatorischer Zins begrenzt den Käuferkreis
  • Systemwechsel Eigenmietwert · neutral · Inkraftsetzung nach heutigem Stand per 1. Januar 2029

Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.

Stand: 2026-08-16 · Quelle: TKB, Statistik TG, BWO

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt Thurgau

Was kostet eine Eigentumswohnung im Kanton Thurgau?

Rund 7'390 CHF je Quadratmeter: Eine fünfjährige Wohnung mit 115 Quadratmetern wechselt im Thurgauer Schnitt für etwa 850'000 CHF die Hand (TKB Eigenheim-Index, April 2026). Angebotsportale nennen für August 2026 Werte zwischen 6'927 CHF/m² (RealAdvisor) und 7'668 CHF/m² (Neho, Stand Juni 2026). In Frauenfeld und den Bodenseegemeinden kostet dieselbe Musterwohnung laut TKB über eine Million Franken.

Was kostet ein Einfamilienhaus im Thurgau?

Rund 1,45 Millionen CHF für ein Musterhaus mit 180 Quadratmetern Wohnfläche, also etwa 8'060 CHF je Quadratmeter (TKB Eigenheim-Index, April 2026). Zum Vergleich: Dasselbe Haus kostet in Winterthur rund 2,5 und in der Stadt Zürich rund 4,5 Millionen CHF. Angebotsportale weisen tiefere Quadratmeterwerte aus — RealAdvisor 7'066 CHF/m², Lookmove 7'301 CHF/m² —, weil sie Bewertungsmodelle statt abgeschlossener Transaktionen zugrunde legen.

Welche Gemeinden im Thurgau sind am teuersten?

Die Bodenseegemeinden. Für Eigentumswohnungen nennt RealAdvisor im August 2026 Ermatingen mit rund 8'654 CHF/m² an der Spitze, gefolgt von Kreuzlingen mit 7'880 CHF/m², Weinfelden mit 7'382 CHF/m² und Frauenfeld mit 7'326 CHF/m². Am günstigsten sind Amriswil mit 6'296 CHF/m², Romanshorn mit 6'655 CHF/m² und Arbon mit 6'673 CHF/m². Zwischen dem teuersten und dem günstigsten dieser Orte liegt ein Faktor von rund 1,4.

Steigen die Immobilienpreise im Thurgau?

Ja. Der transaktionsbasierte TKB Eigenheim-Index weist für Einfamilienhäuser ein Plus von 4,5 Prozent in zwölf Monaten aus, gegenüber 3,6 Prozent schweizweit (Stand April 2026). Eigentumswohnungen legten in den vorangegangenen sechs Monaten um 1,6 Prozent zu. Die Region Weinfelden führt mit einem Jahresplus von 5 Prozent. Angebotsportale melden mit +0,9 bis +3,3 Prozent geringere Zuwächse.

Wie hoch ist die Miete im Kanton Thurgau?

Im Mittel 1'350 CHF netto pro Monat über alle Wohnungsgrössen; eine Vierzimmerwohnung kostet durchschnittlich 1'493 CHF (Amt für Daten und Statistik TG, Strukturerhebung 2020–2022). Neubauten bis zwei Jahre liegen bei 1'587 CHF, Vierzimmerwohnungen mit Baujahr ab 2015 bei rund 1'856 CHF. Regional wohnt man im Bezirk Arbon am günstigsten (1'334 CHF für vier Zimmer), im Bezirk Kreuzlingen am teuersten (1'534 CHF).

Lohnt sich eine Kapitalanlage im Thurgau?

Das hängt vom Objekt ab, und diese Seite spricht keine Empfehlung aus. Für den Markt sprechen der Zuzug — 2025 wuchs die Bevölkerung um 1,1 Prozent auf 300'097 Personen — sowie ein Referenzzinssatz von 1,25 Prozent. Dagegen steht eine Leerwohnungsziffer von 1,41 Prozent, die über dem Schweizer Wert von 1,00 Prozent liegt. Die hier ausgewiesene Bruttomietrendite beruht auf der durchschnittlichen Bestandsmiete und fällt deshalb konservativ aus.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich im Thurgau rechnen?

Mit rund 1,5 Prozent des Kaufpreises. Die Handänderungssteuer beträgt 1 Prozent, die Beurkundung des Kaufvertrags kostet 1 Promille des Vertragswerts (mindestens 100, höchstens 5'000 CHF), dazu kommt eine Handänderungsgebühr von rund 4 Promille. Bei 850'000 CHF Kaufpreis sind das etwa 12'750 CHF. Für einen Schuldbrief fallen zusätzlich rund 1 Promille Beurkundungs- und 1,5 Promille Grundpfandgebühr auf die Pfandsumme an (Grundbuchämter und Notariate TG).

Gilt im Kanton Thurgau eine Mietpreisbremse?

Nein — eine Mietpreisbremse nach deutschem Vorbild kennt das Schweizer Mietrecht nicht. Der Thurgau hat auch die Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Artikel 270 Absatz 2 OR nicht eingeführt; der Vormietzins muss bei einer Neuvermietung also nicht auf amtlichem Formular offengelegt werden. Laufende Mietverhältnisse richten sich nach dem hypothekarischen Referenzzinssatz, der seit dem 2. September 2025 unverändert bei 1,25 Prozent liegt (BWO).

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Haus im Thurgau?

Mindestens 20 Prozent der Anlagekosten — beim Musterhaus von 1,45 Millionen CHF also rund 290'000 CHF. Davon müssen mindestens 10 Prozent echte Eigenmittel sein, die nicht aus der zweiten Säule stammen. Die Tragbarkeit rechnen Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent; Zins, Amortisation und Unterhalt zusammen dürfen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Die Belehnung ist innert 15 Jahren auf zwei Drittel zu amortisieren (TKB).

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung im Thurgau?

Eine kantonale Statistik zur Vermarktungsdauer wird im Thurgau nicht publiziert. Als Näherung dient die Leerwohnungszählung: Am 1. Juni 2025 standen 2'074 Wohnungen leer, davon rund 25 Prozent zum Verkauf und 73 Prozent zur Miete ausgeschrieben (Amt für Daten und Statistik TG). Die Absorption ist regional unterschiedlich — der Bezirk Frauenfeld weist mit 1,10 Prozent den tiefsten, der Bezirk Arbon mit 1,69 Prozent den höchsten Leerstand aus.

Wie hoch ist die Handänderungssteuer im Kanton Thurgau?

Sie beträgt 1 Prozent des Kaufpreises. Steuerfrei bleiben Handänderungen zwischen Eltern und Nachkommen, Stief- und Schwiegerkindern sowie unter Geschwistern nach § 138 StG; für Ersatzbeschaffungen gelten besondere Aufschubtatbestände (Steuerverwaltung Thurgau). Getragen wird sie üblicherweise von der Käuferschaft, sofern der Kaufvertrag nichts anderes regelt. Die Nachbarkantone Zürich und Schaffhausen erheben keine Handänderungssteuer.

Wann fällt im Thurgau die Grundstückgewinnsteuer an?

Bei jedem Verkauf mit Gewinn. Der Steuersatz beträgt im Grundsatz 40 Prozent des Grundstückgewinns (Steuerverwaltung Thurgau). Kurze Besitzdauer führt zu Zuschlägen — bei einem Verkauf innert Jahresfrist auf rund 54 Prozent —, lange Besitzdauer zu Abzügen, die über die Jahre bis auf 60 Prozent anwachsen. Die Steuer trägt die Verkäuferschaft. Beim Erwerb eines selbstbewohnten Ersatzobjekts kann die Besteuerung aufgeschoben werden.

Dürfen Personen aus dem Ausland im Thurgau eine Immobilie kaufen?

Nur eingeschränkt. Nach dem Bundesgesetz über den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland — der Lex Koller — brauchen Personen ohne Wohnsitz in der Schweiz für Wohnliegenschaften eine Bewilligung. Wer in der Schweiz Wohnsitz hat und die Liegenschaft selbst bewohnt, ist von der Bewilligungspflicht ausgenommen. Gerade im Grenzraum Kreuzlingen–Konstanz ist die Abgrenzung praxisrelevant; zuständig ist die kantonale Bewilligungsbehörde.

Gibt es im Thurgau Gemeinden mit Zweitwohnungsstopp?

Das Zweitwohnungsgesetz sperrt neue Zweitwohnungen nur in Gemeinden mit einem Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent. Der Thurgau ist kein alpiner Tourismuskanton, und die Schwelle spielt hier nach heutigem Stand keine praktische Rolle. Verbindlich ist allein das jährlich aktualisierte Wohnungsinventar des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) — prüfen Sie dort die konkrete Gemeinde, bevor Sie ein Ferienobjekt am See erwerben.

Was kostet Bauland im Kanton Thurgau?

Einen publizierten kantonalen Durchschnittspreis für Bauland gibt es im Thurgau nicht. Massgebend sind die Landwertzonen der kantonalen Steuerverwaltung, die im Geoportal ThurGIS unter map.geo.tg.ch parzellenscharf abrufbar sind. Dort finden Sie auch die amtliche Vermessung, das Gebäude- und Wohnungsregister sowie den ÖREB-Kataster mit den öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (Amt für Geoinformation Thurgau).

Wie viele Einwohner hat der Kanton Thurgau?

Ende 2025 zählte der Thurgau 300'097 Personen in der ständigen Wohnbevölkerung und überschritt damit erstmals die Marke von 300'000. Das Plus betrug 1,1 Prozent oder 3'286 Personen; 2024 waren es 1,3 und 2023 1,4 Prozent. Rund 81'700 Personen oder 27,2 Prozent sind ausländische Staatsangehörige. Der Kanton umfasst achtzig Gemeinden (Kanton Thurgau, Bevölkerungsstand).

Warum ist der Thurgau günstiger als der Kanton Zürich?

Vor allem wegen der Lage abseits der Zentren. Ein Musterhaus mit 180 Quadratmetern kostet im Thurgau rund 1,45 Millionen CHF, in Winterthur rund 2,5 und in der Stadt Zürich rund 4,5 Millionen (TKB, April 2026). Hinzu kommt ein entspannterer Wohnungsmarkt: 1,41 Prozent Leerstand gegenüber 0,48 Prozent im Kanton Zürich. Dafür sind die Pendelwege länger, und der Thurgau erhebt eine Handänderungssteuer, die Zürich nicht kennt.

Welche Thurgauer Gemeinden wachsen am stärksten?

2025 verzeichneten 19 der 80 Thurgauer Gemeinden ein Plus von mindestens zwei Prozent. Am stärksten wuchsen Uesslingen-Buch mit 8,9 Prozent, Matzingen mit 6,2 Prozent und Güttingen mit 5,6 Prozent. In absoluten Zahlen führte Amriswil mit 270 zusätzlichen Personen. Das Wachstum verteilt sich damit nicht auf die Zentren allein, sondern erfasst auch kleinere Gemeinden im Hinterthurgau und am See (Kanton Thurgau).

Wie hoch ist die Wohneigentumsquote im Thurgau?

45 Prozent der Haushalte wohnen im Eigentum — 34 Prozent im Einfamilienhaus, 11 Prozent im Stockwerkeigentum (Strukturerhebung 2020–2022, Amt für Daten und Statistik TG). Die Quote ist seit 1970 von 39 Prozent gestiegen, wobei fast der gesamte Zuwachs auf Stockwerkeigentum entfällt, das von 2 Prozent im Jahr 1990 auf heute 11 Prozent kletterte. Am höchsten liegt sie im Bezirk Münchwilen mit 50, am tiefsten im Bezirk Arbon mit 40 Prozent.

Wie gross ist der Thurgauer Wohnungsbestand?

Ende 2024 umfasste der Kanton gut 67'500 Gebäude mit Wohnnutzung und über 145'000 Wohnungen; der Bestand wuchs binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent. 61 Prozent der Gebäude sind Einfamilienhäuser, 21 Prozent Mehrfamilienhäuser. Die durchschnittliche Wohnung misst 115 Quadratmeter, Vierzimmerwohnungen stellen knapp 30 Prozent des Bestands, und nur 6 Prozent aller Wohnungen bleiben unter 50 Quadratmetern (Amt für Daten und Statistik TG).

Wie viel wird im Thurgau gebaut?

2023 beliefen sich die Bauausgaben auf 1,93 Milliarden CHF, ein Plus von 1,8 Prozent; davon entfielen 1,81 Milliarden auf Bauinvestitionen. 59 Prozent flossen in den Wohnbau, dessen Volumen mit 1,1 Milliarden CHF allerdings um 3,5 Prozent zurückging. Zwei Drittel der Investitionen gingen in Neubauten, ein Drittel in Umbauten; 80 Prozent stammten von privaten Auftraggebern (Amt für Daten und Statistik TG).

Fällt der Eigenmietwert auch im Thurgau weg?

Nach heutigem Stand per 1. Januar 2029: Der Bundesrat hat den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung am 1. April 2026 auf dieses Datum in Kraft gesetzt. Der Eigenmietwert auf selbstbewohntem Wohneigentum entfällt dann, im Gegenzug fallen Schuldzinsen- und Unterhaltsabzüge weitgehend weg; die Kantone können eine Sondersteuer auf selbstgenutzten Zweitliegenschaften einführen. Bis dahin gelten im Thurgau die bisherigen Regeln unverändert.

Was bedeutet die Nähe zu Konstanz für den Kreuzlinger Markt?

Kreuzlingen und Konstanz bilden einen zusammenhängenden Siedlungsraum, durch den die Landesgrenze verläuft. Das hält die Wohnnachfrage in Kreuzlingen hoch: Die Eigentumswohnung kostet dort rund 7'880 CHF/m² und damit etwa 7 Prozent mehr als in Frauenfeld (RealAdvisor, August 2026). Zugleich weist der Bezirk Kreuzlingen mit 1'534 CHF die höchste Durchschnittsmiete für Vierzimmerwohnungen im Kanton aus.

Wo finde ich amtliche Grundstücksdaten zum Thurgau?

Im Geoportal ThurGIS des Amts für Geoinformation unter map.geo.tg.ch. Dort sind Grundstücksinformationen, die amtliche Vermessung, das Gebäude- und Wohnungsregister, der Leitungskataster und der ÖREB-Kataster abrufbar; die Landwertzonen der Steuerverwaltung liegen als eigene Kartenebene vor. Grundbuchauszüge selbst erhalten Sie bei den Grundbuchämtern in Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen.

Welche Bahnverbindungen hat der Thurgau nach Zürich und St. Gallen?

Frauenfeld liegt an der Linie Zürich–Winterthur–Konstanz und erreicht Winterthur in gut einer Viertelstunde, den Zürcher Hauptbahnhof in rund vierzig Minuten. Weinfelden ist Knotenpunkt zwischen Kreuzlingen, Romanshorn, Frauenfeld und Wil; Amriswil, Romanshorn und Arbon liegen an der Achse St. Gallen–Bodensee. Diese Anbindung ist die Voraussetzung dafür, dass der Preisabstand zum Kanton Zürich genutzt werden kann.

Wie hoch ist der Leerstand im Kanton Thurgau?

1,41 Prozent — am 1. Juni 2025 standen 2'074 Wohnungen leer (Amt für Daten und Statistik TG). Das liegt über dem schweizerischen Mittel von 1,00 Prozent und deutlich über dem Kanton Zürich mit 0,48 Prozent; St. Gallen liegt mit 1,37 Prozent nahezu gleichauf. Innerhalb des Kantons reicht die Spanne vom Bezirk Frauenfeld mit 1,10 Prozent bis zum Bezirk Arbon mit 1,69 Prozent.

Wer beurkundet im Thurgau den Kaufvertrag?

Die kantonalen Grundbuchämter und Notariate — der Thurgau kennt das Amtsnotariat. Standorte bestehen in Frauenfeld, Weinfelden, Kreuzlingen, Arbon und Münchwilen. Eine freie Wahl der Urkundsperson wie in Bern, Genf oder im Tessin gibt es nicht. Der Vorteil ist Berechenbarkeit: Die Beurkundung kostet 1 Promille des Vertragswerts, mindestens 100 und höchstens 5'000 CHF (Grundbuchämter und Notariate TG).

Stand der Daten

Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Datenstand

Datenstand

Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand August 2026 (TKB Eigenheim-Index). Sie werden quartalsweise überprüft.

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Quellen

  1. TKB, Medienmitteilung «Immobilienpreise weiter im Steigflug», 16.04.2026 · abgerufen 16.8.2026
  2. Thurgauer Kantonalbank, Eigenheim-Index · abgerufen 16.8.2026
  3. RealAdvisor, Immobilienpreise Kanton Thurgau · abgerufen 16.8.2026
  4. Neho, Quadratmeterpreis Kanton Thurgau · abgerufen 16.8.2026
  5. Acheteur/Lookmove, Quadratmeterpreis Thurgau · abgerufen 16.8.2026
  6. Amt für Daten und Statistik TG, Leerwohnungen · abgerufen 16.8.2026
  7. Amt für Daten und Statistik TG, Wohnungsmieten · abgerufen 16.8.2026
  8. Amt für Daten und Statistik TG, Gebäude- und Wohnungsbestand · abgerufen 16.8.2026
  9. Amt für Daten und Statistik TG, Wohnverhältnisse und Wohneigentum · abgerufen 16.8.2026
  10. Amt für Daten und Statistik TG, Bautätigkeit · abgerufen 16.8.2026
  11. Kanton Thurgau, Bevölkerungsstand Ende 2025 · abgerufen 16.8.2026
  12. Grundbuchämter und Notariate TG, Gebühren und Steuern · abgerufen 16.8.2026
  13. Steuerverwaltung TG, Handänderungssteuer · abgerufen 16.8.2026
  14. Steuerverwaltung TG, Berechnung der Grundstückgewinnsteuer · abgerufen 16.8.2026
  15. BWO, Hypothekarischer Referenzzinssatz · abgerufen 16.8.2026
  16. Bundesrat, Abschaffung des Eigenmietwerts per 2029 · abgerufen 19.8.2026
  17. TKB, Ratgeber «Wohnung oder Haus kaufen» · abgerufen 16.8.2026
  18. Amt für Geoinformation TG, Geoportal ThurGIS · abgerufen 16.8.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: Informativ — keine Anlageberatung.
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