Veris MarktRadar

Immobilienpreise in Niederösterreich

Niederösterreich umschliesst Wien vollständig und reicht vom teuren Speckgürtel bis ins ländliche Wald- und Weinviertel. Der Veris MarktRadar zeigt Preise, Mieten und regionale Unterschiede im Überblick.

Blick über Weinberge und Donautal der Wachau in Niederösterreich
3.100€/m²
Eigentumswohnung
2.486€/m²
Haus
8,46€/m²
Miete je Monat
3,3%
Bruttomietrendite
1.729.541
Einwohner

Stand Juli 2026 · Quelle: immoverkauf24.at · Mietpreisbremse

Der Immobilienmarkt in Niederösterreich im Überblick

Eine Eigentumswohnung kostet in Niederösterreich im Juli 2026 durchschnittlich 3.100 € je Quadratmeter, ein Haus im Landesschnitt 2.486 € je Quadratmeter (immoverkauf24.at, Stand März 2026). Die Spanne ist beträchtlich: Sie reicht von rund 1.550 € je Quadratmeter im Bezirk Gmünd im nördlichen Waldviertel bis über 6.000 € in den gefragtesten Lagen des südlichen Wiener Umlands rund um Mödling – ein Preisgefälle innerhalb eines einzigen Bundeslands, das in dieser Deutlichkeit sonst nirgends in Österreich zu finden ist.

Mit rund 19.178 Quadratkilometern ist Niederösterreich das flächenmässig grösste Bundesland Österreichs und umschliesst zugleich die Bundeshauptstadt Wien vollständig – eine geografische Konstellation, die es sonst in keinem österreichischen Bundesland gibt. Zum 1. Januar 2026 lebten rund 1.729.541 Menschen in Niederösterreich, dem nach Wien bevölkerungsreichsten Bundesland des Landes (citypopulation.de/Statistik Austria). Verwaltet wird das Gebiet in 20 politischen Bezirken sowie den beiden Statutarstädten Krems an der Donau und Waidhofen an der Ybbs, mit St. Pölten als flächenmässig kleinster, aber administrativ zentraler Landeshauptstadt.

Wie gross und wie unterschiedlich ist der niederösterreichische Markt?

Traditionell gliedert sich Niederösterreich in vier Landschaftsräume: das Weinviertel im Nordosten, das Waldviertel im Nordwesten, das Mostviertel im Südwesten und das Industrieviertel im Südosten. Quer über alle vier Viertel hinweg legt sich der sogenannte Speckgürtel – jene Umlandgemeinden entlang der Bahnachsen nach Wien, in denen die Nachfrage seit Jahren spürbar über dem Landesdurchschnitt liegt. Käuferinnen und Käufer sind hier vor allem Familien und Paare, die sich Wohneigentum in Wien selbst nicht mehr leisten können und im niederösterreichischen Umland deutlich mehr Fläche fürs gleiche Budget finden.

Getragen wird diese Nachfrage von einer engen Verflechtung mit dem Wiener Arbeitsmarkt: Mehr als ein Viertel der niederösterreichischen Erwerbstätigen pendelt zur Arbeit nach Wien, insgesamt verlassen rund 219.194 Personen aus Niederösterreich täglich ihr Bundesland Richtung Arbeitsplatz (Arbeiterkammer Niederösterreich). Neben dem Pendlereffekt setzt Niederösterreich eigene wirtschaftliche Schwerpunkte: das Industrieviertel um Wiener Neustadt mit produzierendem Gewerbe, das Weinviertel mit Landwirtschaft und Weinbau, sowie Wachau und Waldviertel mit einem ausgeprägten Tourismussektor. St. Pölten selbst punktet als Verwaltungssitz mit öffentlichem Dienst, Gesundheitswesen und einer wachsenden Bildungslandschaft.

Wie verhalten sich Mieten und Kaufpreise zueinander?

Bei den Mieten zeigen sich je nach Quelle deutliche Unterschiede: Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel weist für Niederösterreich einen Durchschnitt von 8,46 € je Quadratmeter aus (Stand April 2026), während ImmoScout24.at auf Basis aktueller Angebotsinserate 12,98 € je Quadratmeter nennt. Der Abstand erklärt sich methodisch: Der Preisspiegel wertet die tatsächliche Kaufpreis- und Mietvertragssammlung über das gesamte Bundesland aus, während Portalpreise vor allem die teureren Neuvermietungen im gefragten Speckgürtel abbilden.

Eine flächendeckende Mietpreisbremse wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Für Altbauten im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes, meist vor 1945 errichtet, gilt stattdessen der Richtwertmietzins, der in Niederösterreich seit der Valorisierung im April 2026 bei 6,92 € je Quadratmeter liegt. Neubauten und viele frei finanzierte Objekte unterliegen dieser Beschränkung nicht und sind grösstenteils frei vermietbar, was den Unterschied zwischen amtlichem Richtwert und tatsächlichen Angebotsmieten zusätzlich erklärt.

Bevölkerung und Haushalte entwickeln sich innerhalb Niederösterreichs sehr unterschiedlich: Während der Speckgürtel spürbar wächst, verzeichnen einzelne periphere Gemeinden im Wald- und Weinviertel Abwanderung, insbesondere junger Menschen in Richtung Wien oder in die regionalen Zentren. Landesweit sinkt zudem die durchschnittliche Haushaltsgrösse, was den Bedarf an kleineren, gut geschnittenen Wohnungen zusätzlich erhöht – ein Effekt, der sich in den Neubauprojekten rund um St. Pölten und Tulln bereits ablesen lässt.

Wie sieht es bei Bautätigkeit und Vermarktungsdauer aus?

Die Wohnbautätigkeit in Niederösterreich ist derzeit rückläufig: Für 2026 rechnen Marktbeobachter mit rund 3.400 fertiggestellten Wohnungen im gesamten Bundesland, weniger als in den Vorjahren (WKO Niederösterreich). Die höchste Neubauaktivität verzeichnen dabei die Stadt St. Pölten und der Bezirk Tulln – beides Regionen mit guter Anbindung an Wien und wachsender Bevölkerung. Diese rückläufige Fertigstellungszahl trifft auf eine anhaltend hohe Nachfrage, was mittelfristig zu einer weiteren Angebotsverknappung führen könnte.

Entsprechend unterschiedlich ist die Vermarktungsdauer: In den gefragten Speckgürtel-Gemeinden finden sich für gut ausgestattete Objekte meist zügig Käuferinnen und Käufer, während sich der Verkaufsprozess in den ländlichen Teilen des Wald- und Weinviertels spürbar länger hinziehen kann. Für Verkäuferinnen und Verkäufer in strukturschwächeren Lagen bedeutet das mitunter mehr Geduld, einen grösseren Verhandlungsspielraum für Käuferseite und eine realistischere Preisfindung von Beginn an.

Im Vergleich der österreichischen Bundesländer liegt Niederösterreich preislich im Mittelfeld: Mit rund 3.100 € je Quadratmeter für Wohnungen bewegt sich das Land etwa auf Höhe von Oberösterreich (rund 3.113 €), deutlich über dem Burgenland (rund 2.105 €) und der Steiermark (rund 2.787 €), aber klar unter Vorarlberg (rund 5.082 €), Tirol (rund 4.573 €), Salzburg (rund 4.600 €) und dem angrenzenden Wien (rund 4.905 €, immoverkauf24.at). Diese mittlere Position erklärt einen Teil der Attraktivität für Käuferinnen und Käufer aus der Bundeshauptstadt, die im Umland spürbar mehr Wohnfläche für ihr Budget erhalten.

Bei den Käufergruppen zeigt sich ein gemischtes Bild: Im Speckgürtel dominieren Eigennutzer mit Familien, oft Zuzüglerinnen und Zuzügler aus Wien, die den Sprung ins eigene Haus oder in eine grössere Wohnung wagen. In den ländlicheren Landesteilen sind es häufiger langjährig ansässige Familien und Erstkäuferinnen und Erstkäufer, die von niedrigeren Einstiegspreisen profitieren. Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger sind in Niederösterreich seltener der bestimmende Faktor als in Wien selbst, spielen aber rund um Universitätsstandorte wie Krems und Wiener Neustadt eine gewisse Rolle bei kleineren Wohnungen.

Auch die Finanzierungsbedingungen beeinflussen die Nachfrage: Die 2025/26 gelockerten Eigenmittelvorschriften der KIM-Verordnung erleichtern Erstkäuferinnen und Erstkäufern den Zugang zu Krediten, während das Zinsniveau seit dem Höchststand der Zinswende wieder besser kalkulierbar ist. Das dürfte die Erholung des niederösterreichischen Marktes 2026 zusätzlich stützen, ohne dass sich daraus eine gesicherte Prognose für einzelne Regionen ableiten liesse.

Ergänzend wirkt die niederösterreichische Wohnbauförderung: Sie richtet sich vor allem an Erstkäuferinnen und Erstkäufer sowie an geförderten Miet- und Eigentumswohnbau und soll gezielt leistbaren Wohnraum abseits der teuersten Speckgürtel-Lagen sichern. Nach Angaben des Landes hängen daran auch mehrere tausend Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft, was die Bedeutung des geförderten Wohnbaus für die niederösterreichische Wirtschaft insgesamt unterstreicht.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

In den Jahren 2020 bis 2022 durchlief auch der niederösterreichische Markt eine ausgeprägte Boomphase: Niedrige Zinsen, Homeoffice-bedingter Zusatzbedarf an Wohnfläche und ein anhaltend starker Zuzug aus Wien liessen die Preise Jahr für Jahr steigen, bis der Markt 2022 seinen bisherigen Höchststand erreichte. Danach setzte die Zinswende die Preise deutlich unter Druck.

2023 gaben die Preise für Wohneigentum landesweit um rund 1,6 % nach, 2024 folgte ein weiterer Rückgang um rund 2,1 % gegenüber dem Vorjahr (NÖN/APA, auf Basis von Statistik-Austria-Daten). Diese Korrektur traf Niederösterreich damit spürbar, wenngleich moderater als manche westösterreichischen Bundesländer, wo die Ausschläge nach oben in der Boomphase noch grösser ausgefallen waren.

Seit 2025 zeichnet sich mit einem nominalen Plus von rund 1 % eine Trendwende ab, die sich 2026 verstärkt fortsetzt. Aktuelle Portaldaten von immoverkauf24.at zeigen für den Zeitraum bis März 2026 ein Plus von 3,8 % bei Eigentumswohnungen und von auffälligen 13,6 % bei Häusern – eine Grössenordnung, die eine Analyse der Raiffeisenlandesbank für das Hausmarktsegment 2025 mit einem Plus von 13,1 % bereits andeutete.

Der starke Anstieg bei den Häuserpreisen erklärt sich unter anderem mit einer seit der Zinswende veränderten Zusammensetzung der Transaktionen: Es wechseln inzwischen tendenziell hochwertigere, teurere Objekte den Besitzer, was den statistischen Durchschnittspreis nach oben zieht, ohne dass jede einzelne Immobilie im gleichen Ausmass teurer geworden wäre. Auch die anhaltend hohe Nachfrage im Speckgürtel nach freistehenden Einfamilienhäusern mit Garten trägt zu diesem Effekt bei.

Regional verläuft die Erholung uneinheitlich: Nach Auswertungen regionaler Medien ziehen die Preise 2026 vor allem in den Bezirken Bruck an der Leitha und Wiener Neustadt im Industrieviertel, in St. Pölten Land, im Tulln des Mostviertels sowie in Hollabrunn, Korneuburg und Krems Stadt an. Umgekehrt bleiben die Preise im Bezirk Zwettl in fast allen Segmenten rückläufig, und auch Gmünd, Waidhofen an der Thaya und Mistelbach verzeichnen in einzelnen Kategorien weiterhin sinkende Werte – ein anhaltendes West-Ost- beziehungsweise Rand-Zentrum-Gefälle innerhalb des Bundeslands.

Warum weichen die Zahlen verschiedener Quellen so stark voneinander ab?

Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel, der auf der Kaufpreissammlung sämtlicher grundbücherlich eingetragener Transaktionen beruht, weist für Eigentumswohnungen mit 2.728,95 € (Erstbezug) beziehungsweise 1.674,48 € (gebraucht) je Quadratmeter deutlich niedrigere Werte aus als der Portaldurchschnitt von 3.100 € je Quadratmeter. Der Grund liegt in unterschiedlichen Stichproben: Portale wie immoverkauf24.at bilden vor allem aktuell inserierte, tendenziell höherpreisige Objekte im Speckgürtel ab, während die amtliche Kaufpreissammlung auch ländliche und ältere Bestandsverkäufe im gesamten Bundesland einschliesst.

Diese Seite folgt bei den Kennzahlen oben konsequent den aktuellen Portaldaten, weil sie mit den übrigen Bundesländern im MarktRadar vergleichbar erhoben werden, macht die abweichenden amtlichen Werte hier im Text aber transparent, statt sie stillschweigend zu mitteln. Wer sich an einer konkreten Kaufentscheidung orientiert, sollte beide Perspektiven kennen: den optimistischeren Portalschnitt für aktuell verfügbare Objekte und den nüchterneren amtlichen Durchschnitt über den gesamten Bestand.

Im gesamtösterreichischen Vergleich lag ein Quadratmeter Wohnraum 2025 im Schnitt rund 60 € unter dem Rekordjahr 2022, bei Wohnungen betrug die Ersparnis österreichweit rund 200 €. Niederösterreich folgt diesem landesweiten Muster in seinen Grundzügen, mit dem Unterschied, dass die Erholung 2026 im Hausmarktsegment hier ungewöhnlich kräftig ausfällt – ein Umstand, der eng mit der starken Nachfrage im Speckgürtel zusammenhängt.

Was erwarten Marktbeobachter für die kommenden Jahre?

Für 2026/27 rechnen Marktbeobachter mit einer Fortsetzung der moderaten Erholung, sofern das Zinsniveau stabil bleibt und der Zuzug aus Wien in den Speckgürtel anhält. Besonders bei Einfamilienhäusern im Wiener Umland wird für 2026 mit einem weiteren Nachfrageplus von schätzungsweise 5 bis 6 % gerechnet. Eine ausführlichere Einordnung mit mehreren Szenarien liefert die Marktprognose weiter unten auf dieser Seite.

Auch bei Baugrundstücken zeigt sich die Quellenlage uneinheitlich: Der WKÖ-Immobilienpreisspiegel weist landesweit ein moderates Plus von 1,67 % aus, während ein anderer Preisspiegel für dasselbe Segment „keine Preissteigerung seit dem Vorjahr“ vermerkt. Solche Widersprüche sind bei Baugrundstücken keine Seltenheit, weil schon einzelne grössere Transaktionen den Durchschnitt einer eher kleinen Stichprobe deutlich verschieben können – ein Umstand, den Interessentinnen und Interessenten bei der Einordnung jeder Einzelmeldung mitbedenken sollten.

Preisentwicklung

Preisentwicklung

3.0703.0202.9602.9903.10020222023202420252026

Nach dem Höchststand 2022 fielen die Preise 2023/24 durch die Zinswende, seit 2025 erholt sich der Markt wieder. Werte 2022–2025 aus Wachstumsraten von Statistik Austria/NÖN zurückgerechnet, 2026 direkt von immoverkauf24.at.

Quelle: immoverkauf24.at; Statistik Austria/NÖN (Wachstumsraten)

Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?

Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel differenziert die Objektarten in Niederösterreich deutlich feiner als der blosse Landesdurchschnitt: Neubau-Eigentumswohnungen kosten demnach 2.728,95 € je Quadratmeter (+1,03 % gegenüber Vorjahr), gebrauchte Eigentumswohnungen 1.674,48 € (+1,28 %). Einfamilienhäuser liegen bei 1.863,32 € je Quadratmeter (+1,88 %), Reihenhäuser bei 1.708,43 € (+1,94 %) – in nahezu allen Segmenten also nur moderate Zuwächse, deutlich gedämpfter als es die stärkeren Portalzahlen nahelegen.

Reihenhäuser sind damit meist die günstigste Zugangsmöglichkeit zum eigenen Haus, besonders ausserhalb des Speckgürtels. Doppelhaushälften positionieren sich preislich zwischen Reihen- und Einfamilienhaus; eigene amtliche Werte weist der Preisspiegel für dieses Segment nicht gesondert aus, weshalb die Tabelle unten hierfür eine Spanne statt eines Einzelwerts zeigt. Freistehende Einfamilienhäuser sind im Landesschnitt am teuersten und erreichen im Wiener Umland noch einmal deutlich höhere Werte als in den übrigen Landesteilen.

Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel St. Pölten: In der Landeshauptstadt kosten Einfamilienhäuser bereits 2.020,30 € je Quadratmeter, Baugrundstücke sogar 227,81 € je Quadratmeter – ein Plus von 5,59 % gegenüber dem Vorjahr und der stärkste Anstieg aller vom Preisspiegel erhobenen Kategorien. Auch Erstbezugswohnungen (3.010,17 €) und Reihenhäuser (1.877,45 €) liegen in St. Pölten spürbar über dem Landesschnitt, was die Sonderstellung der Landeshauptstadt als eigenständigen, wachsenden Teilmarkt unterstreicht.

Wie unterscheiden sich Neubau und Bestand preislich?

Zwischen Erstbezug und gebrauchter Eigentumswohnung liegt in Niederösterreich ein Aufschlag von rund 63 % (2.728,95 € gegenüber 1.674,48 € je Quadratmeter, WKÖ-Immobilienpreisspiegel). Dieser Abstand ist grösser als der reine Zustandsunterschied vermuten liesse und spiegelt auch die energetischen Anforderungen wider: Neubauten erfüllen aktuelle Wärmeschutz- und Heizstandards automatisch, während unsanierter Bestand oft mittelfristig Investitionsbedarf mitbringt, den Käuferinnen und Käufer beim Vergleich der Angebotspreise einkalkulieren sollten.

Wie wirkt sich der Zustand der Immobilie auf den Verhandlungsspielraum aus?

Objekte mit erkennbarem Sanierungsbedarf – veraltete Heizung, fehlende Wärmedämmung, alte Fenster – lassen sich in Niederösterreich meist mit spürbarem Abschlag vom Angebotspreis verhandeln, besonders in Regionen mit geringerer Nachfrage wie dem Wald- und Weinviertel. Im engen Speckgürtel-Markt ist der Verhandlungsspielraum dagegen kleiner, weil auch sanierungsbedürftige Objekte auf mehrere Interessentinnen und Interessenten treffen.

Welche Objektart passt zu welchem Budget?

Für kleinere Budgets bleibt die gebrauchte Eigentumswohnung meist der zugänglichste Einstieg, besonders ausserhalb der Speckgürtel-Gemeinden. Wer ein Haus mit Garten sucht, findet im Wald- und Weinviertel deutlich günstigere Einstiegspreise als im südlichen Wiener Umland – nimmt dafür aber häufig eine längere Pendelzeit nach Wien in Kauf. Familien, die auf gute Bahnanbindung angewiesen sind, weichen stattdessen oft auf Reihenhäuser in den Speckgürtel-Gemeinden aus, die preislich zwischen Wohnung und freistehendem Haus liegen.

Die folgende Übersicht ordnet die vier gängigen Objektarten mit ihren typischen Preisniveaus ein. Die genannten Einstiegspreise sind auf Basis üblicher Objektgrössen geschätzt und nicht selbst erhoben, da die verfügbaren Quellen keine eigenständigen Absolutpreise je Objekt ausweisen.

Wer neu baut statt zu kaufen, sollte zusätzlich den Baugrundpreis im Blick behalten: Er liegt in Niederösterreich im Landesschnitt bei 193,33 € je Quadratmeter (+1,67 %), in St. Pölten wegen der hohen Nachfrage bereits bei 227,81 € je Quadratmeter. Zusammen mit den Baukosten relativiert das den vermeintlichen Preisvorteil eines Neubaus gegenüber dem Kauf einer bestehenden Immobilie, besonders in Lagen mit knappem Bauland wie dem Speckgürtel.

Auch die Gebäudeform spielt für die Nebenkosten eine Rolle: Reihen- und Doppelhäuser sind durch die gemeinsamen Wände in der Regel energieeffizienter und günstiger im Betrieb als freistehende Einfamilienhäuser gleicher Wohnfläche. Für Käuferinnen und Käufer, die neben dem Kaufpreis auch die laufenden Betriebskosten im Blick behalten, kann das die etwas geringere Privatsphäre eines Reihenhauses aufwiegen.

Objektartenvergleich Niederösterreich

ObjektartPreis je m²EinstiegspreisMerkmal
Eigentumswohnung1.674–2.729 €ab ca. 85.000 €Gebraucht deutlich günstiger als Erstbezug
Reihenhaus1.708 €ab ca. 190.000 €Günstigster Zugang zum Haus
Doppelhaushälfte1.700–1.950 €ab ca. 235.000 €Zwischen Reihen- und Einfamilienhaus
Einfamilienhaus1.863 €ab ca. 280.000 €In St. Pölten und Speckgürtel teurer

Quelle: WKÖ-Immobilienpreisspiegel, April 2026

Welche Lagen und Regionen gibt es?

Niederösterreich gliedert sich in die vier historisch gewachsenen Landschaftsräume Weinviertel, Waldviertel, Mostviertel und Industrieviertel sowie in 20 politische Bezirke und die beiden Statutarstädte Krems an der Donau und Waidhofen an der Ybbs. Quer durch alle vier Viertel zieht sich der Speckgürtel um Wien, dessen Preisniveau sich deutlich vom übrigen Bundesland abhebt und die einfache Vier-Viertel-Logik in der Praxis zusätzlich überlagert.

Wo ist Wohneigentum in Niederösterreich am teuersten?

Am teuersten ist der Bezirk Mödling im südlichen Wiener Umland: Dort kosten Eigentumswohnungen laut Portalauswertungen rund 6.500 € je Quadratmeter, Häuser rund 5.200 € (ohne-makler.at, Stand 2026). Auch die Bezirke Baden, Wien-Umgebung, Klosterneuburg und Korneuburg zählen zu den gefragtesten und teuersten Lagen des Landes, ebenso Wiener Neustadt Stadt und der Bezirk Bruck an der Leitha im Industrieviertel, wo die Preise laut regionalen Medienberichten zuletzt weiter anzogen.

Innerhalb dieser Spitzenreiter gibt es allerdings Unterschiede: Während Mödling bei Häusern, Wohnungen und Baugründen zuletzt eher eine stabile bis leicht sinkende Preisentwicklung zeigte, meldeten Bruck an der Leitha, Wiener Neustadt, St. Pölten Land und Tulln im Mostviertel für 2026 weiter steigende Preise. Das deutet darauf hin, dass sich der Nachfragedruck vom engsten Speckgürtel zunehmend auch in die zweite Reihe der Wien-nahen Bezirke verlagert.

Wo ist Wohneigentum günstiger?

Am unteren Ende der Preisskala liegt das nördliche Wald- und Weinviertel: Im Bezirk Gmünd kosten Eigentumswohnungen im Schnitt rund 1.550 € je Quadratmeter, Häuser rund 1.790 € (ohne-makler.at, Stand 2026) – nur etwa ein Viertel des Preisniveaus in Mödling. Auch die Bezirke Zwettl, Waidhofen an der Thaya, Hollabrunn und Korneuburg im Weinviertel sowie Mistelbach gehören laut Marktbeobachtern zu jenen Regionen, in denen einzelne Segmente zuletzt sogar günstiger wurden.

Der Bezirk Zwettl verzeichnete dabei laut regionalen Auswertungen in fast allen Segmenten und Kategorien Rückgänge – ein Gegentrend zum sonst landesweit überwiegend positiven Bild. Für Käuferinnen und Käufer mit begrenztem Budget bleibt das nördliche Wald- und Weinviertel damit die zugänglichste Region Niederösterreichs, allerdings mit spürbar längeren Pendelzeiten nach Wien und einer im Landesvergleich dünneren Infrastruktur.

Welche Rolle spielt der Speckgürtel um Wien?

Der Speckgürtel – die Umlandgemeinden entlang der Bahnachsen Süd-, West-, Franz-Josefs- und Nordbahn – wächst seit Jahren, weil sich viele Wienerinnen und Wiener Wohneigentum in der Stadt selbst nicht mehr leisten können und im Umland mehr Fläche fürs gleiche Budget finden. Für 2026 erwarten Marktbeobachter eine besonders starke Nachfrage nach Einfamilienhäusern im Umland, mit Preissteigerungen von schätzungsweise 5 bis 6 % allein in diesem Segment.

Die Kehrseite dieser Entwicklung: Schulen und Kindergärten stossen in manchen Speckgürtel-Gemeinden bereits an ihre Kapazitätsgrenzen, und der Pendlerverkehr auf den Zufahrtsstrassen nach Wien nimmt spürbar zu. Gemeinden, die neue Wohngebiete ausweisen, stehen deshalb zunehmend vor der Aufgabe, Infrastruktur und Bevölkerungswachstum in Einklang zu bringen.

Mehrere laufende Ausbauprojekte der Bahninfrastruktur, etwa entlang der Pottendorfer Linie südlich von Wien, sollen die Fahrzeiten in Teile des Speckgürtels weiter verkürzen und dürften die Nachfrage in den betroffenen Gemeinden mittelfristig zusätzlich stützen. Gleichzeitig bleiben grosse zusammenhängende Grün- und Erholungsräume wie der Biosphärenpark Wienerwald, der Nationalpark Donau-Auen und der Nationalpark Thayatal wichtige, in ihrer Fläche geschützte Naherholungsgebiete, die das Umland ergänzend zur guten Verkehrsanbindung attraktiv machen.

Welche Rolle spielt der Tourismus in der Wachau?

Die Wachau, das von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannte Donautal zwischen Melk und Krems, ist touristisch stark geprägt und wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus: In Orten wie Dürnstein und Weissenkirchen sind Weingärten, historische Kellergassen und Ferienimmobilien gefragt, was das ortsübliche Preisniveau in diesen kleinen Gemeinden über den sonstigen Waldviertel-Schnitt hebt. Belastbare, eigenständig erhobene Zahlen für die Wachau als Teilregion liegen für diese Seite nicht in ausreichender Tiefe vor und werden deshalb bewusst nicht beziffert.

Wie gut sind die einzelnen Regionen an Wien angebunden?

Die Verkehrsanbindung entscheidet in Niederösterreich massgeblich über das Preisniveau einer Gemeinde: Entlang der Westbahn, der Südbahn, der Franz-Josefs-Bahn und der Nordbahn erreichen Pendlerinnen und Pendler Wien häufig in 20 bis 45 Minuten, was diese Achsen zu den gefragtesten und teuersten Lagen macht. Abseits der Schnellbahn- und Bahnachsen, etwa im nördlichen Waldviertel oder im südlichen Mostviertel, verlängern sich die Fahrzeiten spürbar, was sich unmittelbar in niedrigeren Quadratmeterpreisen niederschlägt.

Neben Wien selbst prägen auch eigene regionale Arbeitsmarktzentren die Nachfrage: St. Pölten mit Landesverwaltung, Gesundheitswesen und der Fachhochschule St. Pölten, Wiener Neustadt mit Industriebetrieben und einer eigenen Fachhochschule, sowie Krems an der Donau mit der Donau-Universität Krems als Zentrum für Weiterbildung und Wissenschaft. Diese Hochschulstandorte sorgen für eine zusätzliche, vom Wiener Arbeitsmarkt unabhängige Nachfrage nach kleineren Wohnungen für Studierende und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.

Das Industrieviertel rund um Wiener Neustadt und Bruck an der Leitha bleibt zudem der traditionelle industrielle Schwerpunkt Niederösterreichs mit einer vergleichsweise hohen Dichte an produzierendem Gewerbe und entsprechend stabiler Arbeitsplatznachfrage. Diese wirtschaftliche Eigenständigkeit unterscheidet das Industrieviertel von reinen Wien-Pendlerregionen und trägt mit dazu bei, dass die Nachfrage dort auch unabhängig von der Entwicklung in Wien selbst robust bleibt.

Was ist in Niederösterreich anders als anderswo?

Niederösterreich unterscheidet sich in mehreren rechtlichen und strukturellen Punkten von anderen österreichischen Bundesländern und von Deutschland.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Niederösterreich?

Anders als in Deutschland, wo die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % liegt, ist sie in Österreich bundesweit einheitlich auf 3,5 % des Kaufpreises festgelegt – auch in Niederösterreich. Hinzu kommen rund 1,1 % Grundbucheintragungsgebühr sowie Kosten für Vertragserrichtung und, bei fremdfinanzierten Käufen, für die Pfandrechtseintragung.

Was regelt das NÖ Grundverkehrsgesetz?

Das NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 verfolgt zwei Ziele: den Erhalt einer leistungsfähigen Land- und Forstwirtschaft und die Beschränkung des Grunderwerbs durch Personen ausserhalb der EU beziehungsweise des EWR. Drittstaatsangehörige benötigen für den Erwerb von Grundstücken grundsätzlich eine Genehmigung der zuständigen Grundverkehrsbehörde; EU- und EWR-Bürgerinnen und -Bürger geben dagegen lediglich eine Erklärung ab (Land Niederösterreich).

Genehmigungspflichtig sind darüber hinaus Erwerbe, die land- und forstwirtschaftliche Flächen betreffen, sowie Immobilien, die als Freizeitwohnsitz genutzt werden sollen. Für ausländische Käuferinnen und Käufer, die eine Ferienimmobilie in Niederösterreich suchen, ist dieser Genehmigungsvorbehalt ein wichtiger Planungsfaktor, den es frühzeitig mit der Grundverkehrsbehörde zu klären gilt.

Warum sind die Kellergassen im Weinviertel geschützt?

Die historischen Kellergassen des Weinviertels prägen das Ortsbild ganzer Gemeinden und erzählen die Geschichte des dortigen Weinbaus über Jahrhunderte. Weil Verfall und unsensible Umbauten dieses baukulturelle Erbe gefährden, richtet die niederösterreichische Baudirektion auf Basis der NÖ Bauordnung 2014 zunehmend Schutzzonen ein. In solchen Zonen sind Abbruch, Fassadenänderungen, Solar- und Photovoltaikanlagen sowie Dachumgestaltungen genehmigungspflichtig, um das historische Erscheinungsbild zu bewahren.

Für Käuferinnen und Käufer historischer Objekte in Schutzzonen bedeutet das zusätzlichen Abstimmungsaufwand mit der Gemeinde, kann aber auch den Werterhalt der umliegenden Bausubstanz und damit langfristig des eigenen Grundstücks unterstützen. Ähnliche Sorgfaltspflichten gelten für denkmalgeschützte Objekte, wie sie besonders in der Wachau und in den historischen Ortskernen von Krems, Melk oder Waidhofen an der Ybbs häufig vorkommen.

Was bedeuten die energetischen Anforderungen für unsanierten Altbestand?

Ein grosser Teil des niederösterreichischen Wohnungsbestands, besonders im Wald- und Weinviertel, stammt aus Jahrzehnten vor den heutigen Wärmeschutzstandards. Strengere energetische Anforderungen an Heizsysteme und Gebäudehülle – etwa im Zuge der schrittweisen Ölheizungs-Ausstiegspflichten – erhöhen bei unsaniertem Bestand den Investitionsbedarf nach dem Kauf und drücken tendenziell den erzielbaren Verkaufspreis gegenüber bereits sanierten oder neu gebauten Objekten. Käuferinnen und Käufer älterer Häuser im ländlichen Niederösterreich sollten diese absehbaren Zusatzkosten von Beginn an in ihre Budgetplanung einrechnen.

Gibt es ein gemeindliches Vorkaufsrecht in Niederösterreich?

Das NÖ Raumordnungsgesetz kann Gemeinden unter bestimmten Voraussetzungen ein Vorkaufsrecht einräumen, etwa bei gewidmetem Bauland, das über längere Zeit unbebaut bleibt, um der Baulandmobilisierung und der Vermeidung von Zersiedelung entgegenzuwirken. Für Käuferinnen und Käufer unbebauter Grundstücke lohnt sich deshalb ein Blick in den jeweiligen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan der Gemeinde, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird.

Wie läuft ein Immobilienkauf in Niederösterreich formal ab?

Anders als in Deutschland, wo die Beurkundung durch eine Notarin oder einen Notar zwingend ist, wird der Kaufvertrag in Österreich meist von einer Rechtsanwältin, einem Rechtsanwalt oder einer Notarin bzw. einem Notar errichtet und die Kaufsumme über ein Treuhandkonto abgewickelt, bis alle Voraussetzungen für die Verbücherung erfüllt sind. Erst mit der Eintragung im Grundbuch geht das Eigentum tatsächlich über – ein Prozess, der in Niederösterreich üblicherweise einige Wochen bis wenige Monate in Anspruch nimmt.

Regionale Besonderheiten

Regionale Besonderheiten

Marktstruktur

Wien vollständig umschlossen

Niederösterreich ist das einzige Bundesland Österreichs, das die Bundeshauptstadt Wien komplett umschliesst. Diese Konstellation erzeugt eine Speckgürtel-Dynamik, die es in dieser Form in keinem anderen Bundesland gibt.

Recht & Bewilligungen

Grundverkehrsgesetz mit Genehmigungspflicht

Das NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 verlangt von Personen ausserhalb der EU/des EWR eine Genehmigung für den Grundstückserwerb und erfasst zusätzlich landwirtschaftliche Flächen und Freizeitwohnsitze.

Bauzonen & Raumplanung

Kellergassenschutz im Weinviertel

Historische Kellergassen prägen viele Weinviertel-Gemeinden. Die NÖ Bauordnung 2014 ermöglicht Schutzzonen, in denen Abbruch, Fassadenänderungen und Solaranlagen genehmigungspflichtig sind.

Nachfrage & Zielgruppen

Starker Pendlerzuzug aus Wien

Mehr als ein Viertel der Erwerbstätigen pendelt nach Wien, insgesamt rund 219.194 Personen in ein anderes Bundesland. Der Zuzug in den Speckgürtel treibt Nachfrage und Preise, bringt aber auch Kapazitätsgrenzen bei Schulen und im Verkehr mit sich.

Marktstruktur

Vier Landschaftsräume mit grossem Preisgefälle

Weinviertel, Waldviertel, Mostviertel und Industrieviertel unterscheiden sich preislich stark: Der Faktor zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk liegt bei mehr als vier.

Recht & Kosten

Recht und Kosten kompakt

Grunderwerbsteuer
3,5 % des Kaufpreises. Notar und Grundbuch schlagen mit rund 2,6 % zu Buche.
Mietpreisbremse
Gilt in Niederösterreich. Richtwertmietzins gilt für Altbauten im Vollanwendungsbereich des MRG (meist vor 1945 errichtet); Neubauten sind frei vermietbar.
NÖ Grundverkehrsgesetz 2007
Genehmigungspflicht für Drittstaatsangehörige, landwirtschaftliche Flächen und Freizeitwohnsitze.
Kellergassenschutz / Schutzzonen
NÖ Bauordnung 2014 ermöglicht Schutzzonen für historische Kellergassen im Weinviertel.
Richtwertmietzins NÖ
6,92 €/m² für Altbauten im Vollanwendungsbereich des MRG (Stand April 2026).

Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kaufnebenkosten

Was kostet der Kauf zusätzlich?

Kaufpreis500.000 €
Grunderwerbsteuer3,5 %17.500 €
Notar & Grundbuch2,6 %13.000 €
Maklerprovision (Käuferanteil)3,6 %18.000 €
Nebenkosten gesamt9,7 %48.500 €
Gesamtaufwand548.500 €

Richtwerte für Niederösterreich. Keine Steuer- oder Rechtsberatung — im Einzelfall weichen Notar- und Grundbuchkosten ab.

Miet- und Kaufmarkt

Miet- und Kaufmarkt

Mietmarkt

Mietmarkt Niederösterreich

Ø Miete (amtlich)
8,46 €/m²
Ø Angebotsmiete (Portal)
12,98 €/m²
Richtwert NÖ
6,92 €/m²
Kaufmarkt

Kaufmarkt Niederösterreich

Ø Wohnung
3.100 €/m²
Ø Haus
2.486 €/m²
Preisentwicklung 2026
+3,8 %

Kaufpreise und Mieten liegen in Niederösterreich unter dem österreichischen Spitzenniveau, mit dem grössten Abstand zum übrigen Bundesland im Wiener Speckgürtel. Ob Kauf oder Miete näher liegt, hängt stark von Region, Eigenkapital und Pendeldistanz ab – eine pauschale Einordnung ersetzt das nicht.

Quelle: WKÖ-Immobilienpreisspiegel, immoverkauf24.at

Marktprognose

Marktprognose

Grundtendenz: steigendHorizont: 12–24 Monate

Nach der Korrektur der Jahre 2023/24 erholt sich der niederösterreichische Immobilienmarkt spürbar. Für 2026/27 rechnen Marktbeobachter mit einer Fortsetzung des moderaten Preiswachstums, getragen vom anhaltenden Zuzug aus Wien in den Speckgürtel und einem stabileren Zinsniveau.

Basisszenario
+2 bis +4 % p. a.
Wahrscheinlichkeit 50 %

Moderates, breit getragenes Preiswachstum bei anhaltender Nachfrage im Speckgürtel und stabilem Zinsniveau.

Optimistisch
+5 bis +8 % p. a.
Wahrscheinlichkeit 25 %

Rückläufige Fertigstellungszahlen (2026 rund 3.400 Wohnungen) verknappen das Angebot zusätzlich und könnten die Preise vor allem bei Häusern stärker treiben.

Konservativ
0 bis −2 % p. a.
Wahrscheinlichkeit 25 %

Ein erneuter Zinsanstieg oder eine schwächere Konjunktur in Wien dämpfen die Pendlernachfrage und bremsen den Speckgürtel-Boom.

Einflussfaktoren

  • Zinsniveau · stützend · Ein stabiles bis leicht sinkendes Zinsniveau verbessert die Leistbarkeit.
  • Zuzug aus Wien · stützend · Zuzug in den Speckgürtel stützt die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen.
  • Rückläufige Fertigstellungen · neutral · 2026 werden rund 3.400 neue Wohnungen erwartet, weniger als in den Vorjahren.
  • Pendlerinfrastruktur · neutral · Kapazitätsgrenzen bei Schulen und Verkehr bremsen einzelne Umlandgemeinden.
  • Landwirtschaftliche Flächenknappheit · neutral · Das Grundverkehrsgesetz schützt Agrarflächen und begrenzt das Bauland-Angebot.

Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Eigentumswohnung in Niederösterreich?

Eine Eigentumswohnung kostet in Niederösterreich im Juli 2026 durchschnittlich 3.100 € je Quadratmeter (immoverkauf24.at, Stand März 2026). Die Spanne reicht von rund 1.550 € im Bezirk Gmünd bis über 6.000 € in Mödling und anderen Speckgürtel-Lagen.

Was kostet ein Haus in Niederösterreich?

Ein Haus kostet in Niederösterreich im Landesschnitt 2.486 € je Quadratmeter (immoverkauf24.at, Stand März 2026). Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel weist für Einfamilienhäuser mit 1.863,32 € je Quadratmeter einen niedrigeren, konservativeren Wert aus.

Welche Lage ist am teuersten, welche am günstigsten?

Am teuersten ist der Bezirk Mödling im südlichen Wiener Umland mit rund 6.500 € je Quadratmeter für Wohnungen, am günstigsten der Bezirk Gmünd im Waldviertel mit rund 1.550 € – ein Faktor von mehr als vier zwischen den Extremen (ohne-makler.at).

Steigen oder fallen die Preise in Niederösterreich?

Nach Rückgängen 2023 (−1,6 %) und 2024 (−2,1 %) steigen die Preise seit 2025 wieder: Für 2026 melden Portale ein Plus von 3,8 % bei Wohnungen und 13,6 % bei Häusern, während der amtliche Preisspiegel moderatere Zuwächse von rund 1 bis 2 % ausweist.

Wie hoch ist die Miete pro Quadratmeter in Niederösterreich?

Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel nennt für Niederösterreich 8,46 € je Quadratmeter, aktuelle Angebotsinserate bei ImmoScout24.at liegen mit 12,98 € deutlich darüber. Der Unterschied liegt vor allem an teureren Neuvermietungen im Speckgürtel.

Lohnt sich eine Kapitalanlage in Niederösterreich?

Die Bruttomietrendite ergibt sich rechnerisch aus Kaufpreis und Miete und liegt in Niederösterreich angesichts moderater Kaufpreise im österreichischen Mittelfeld. Sie ersetzt keine Einzelfallprüfung und ist keine Anlageempfehlung.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich in Niederösterreich rechnen?

In Niederösterreich fallen 3,5 % Grunderwerbsteuer an, dazu rund 1,1 % Grundbucheintragungsgebühr, Vertragserrichtungskosten von rund 1,5 % sowie üblicherweise 3,6 % Maklerprovision. Insgesamt sind das mit Makler rund 9 bis 10 % des Kaufpreises.

Gilt in Niederösterreich die Mietpreisbremse?

Eine flächendeckende Mietpreisbremse wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Für Altbauten im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes, meist vor 1945 errichtet, gilt stattdessen der Richtwertmietzins, der in Niederösterreich seit April 2026 bei 6,92 € je Quadratmeter liegt.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilie in Niederösterreich?

Banken verlangen üblicherweise mindestens die Kaufnebenkosten von rund 9 bis 10 % als Eigenkapital, häufig zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises. Bei niederösterreichischen Durchschnittspreisen bedeutet das je nach Region einen mittleren bis hohen fünfstelligen Betrag.

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung in Niederösterreich?

Die Vermarktungsdauer hängt stark von der Lage ab: Im gefragten Speckgürtel finden sich häufig zügig Käuferinnen und Käufer, während sich der Verkauf im ländlichen Wald- und Weinviertel spürbar länger hinziehen kann.

Wie viele Menschen leben in Niederösterreich?

Zum 1. Januar 2026 lebten rund 1.729.541 Menschen in Niederösterreich (citypopulation.de/Statistik Austria). Damit ist es nach Wien das bevölkerungsreichste und zugleich flächenmässig grösste Bundesland Österreichs.

Warum sind die Immobilienpreise im Wiener Umland so hoch?

Der Speckgürtel profitiert vom Zuzug aus Wien: Viele Familien und Paare finden im Umland mehr Wohnfläche fürs gleiche Budget, gute Bahnanbindung nach Wien inklusive. Diese Nachfrage treibt die Preise vor allem in Mödling, Baden, Klosterneuburg und Korneuburg.

Was regelt das NÖ Grundverkehrsgesetz?

Das NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 verlangt von Personen ausserhalb der EU/des EWR eine Genehmigung der Grundverkehrsbehörde für den Grundstückserwerb. EU- und EWR-Bürgerinnen und -Bürger geben lediglich eine Erklärung ab. Auch land- und forstwirtschaftliche Flächen und Freizeitwohnsitze sind genehmigungspflichtig.

Darf ich in Niederösterreich eine Ferienimmobilie kaufen und als Freizeitwohnsitz nutzen?

Der Erwerb einer Immobilie zur Nutzung als Freizeitwohnsitz unterliegt in Niederösterreich der Genehmigungspflicht nach dem NÖ Grundverkehrsgesetz. Die Genehmigung wird im Einzelfall geprüft; eine automatische Zusage gibt es nicht.

Was bedeutet der Kellergassenschutz im Weinviertel?

Die historischen Kellergassen im Weinviertel prägen viele Ortsbilder und stehen zunehmend unter Schutz: Nach der NÖ Bauordnung 2014 richtet die Baudirektion Schutzzonen ein, in denen Abbruch, Fassadenänderungen und Solaranlagen genehmigungspflichtig sind.

Was ist der Wiener Speckgürtel?

Als Speckgürtel bezeichnet man die Umlandgemeinden rund um Wien entlang der Bahnachsen Süd, West, Franz-Josefs- und Nordbahn, in denen die Nachfrage nach Wohneigentum seit Jahren besonders stark ist. Städte wie Mödling, Klosterneuburg, Korneuburg, Baden und Tulln zählen dazu.

Was unterscheidet Weinviertel, Waldviertel, Mostviertel und Industrieviertel?

Die vier Landschaftsräume unterscheiden sich stark im Preisniveau: Weinviertel und Waldviertel gehören zu den günstigeren Regionen, während das Mostviertel und vor allem das dicht besiedelte Industrieviertel näher an Wien liegen und teurer sind.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Niederösterreich?

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Niederösterreich wie in ganz Österreich einheitlich 3,5 % des Kaufpreises – anders als in Deutschland, wo sie je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 % variiert.

Was ist der Richtwertmietzins und wie hoch ist er in Niederösterreich?

Der Richtwertmietzins gilt für Altbauten im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes, meist vor 1945 errichtet. In Niederösterreich liegt er seit der Valorisierung im April 2026 bei 6,92 € je Quadratmeter; Neubauten sind grösstenteils frei vermietbar.

Wie viele Menschen pendeln aus Niederösterreich nach Wien?

Mehr als ein Viertel der niederösterreichischen Erwerbstätigen arbeitet in Wien; insgesamt pendeln rund 219.194 Personen aus Niederösterreich in ein anderes Bundesland, ganz überwiegend nach Wien (Arbeiterkammer Niederösterreich).

Wie viel wird in Niederösterreich aktuell gebaut?

Für 2026 rechnen Marktbeobachter mit rund 3.400 fertiggestellten Wohnungen im ganzen Land, ein Rückgang gegenüber den Vorjahren. Die höchste Neubauaktivität verzeichnen die Stadt St. Pölten und der Bezirk Tulln.

Welche Branchen prägen den niederösterreichischen Arbeitsmarkt?

Das Industrieviertel um Wiener Neustadt ist stark industriell geprägt, das Weinviertel von Landwirtschaft und Weinbau, Wachau und Waldviertel vom Tourismus. St. Pölten als Landeshauptstadt bietet zusätzlich öffentlichen Dienst und Gesundheitswesen.

Warum ist St. Pölten für den Immobilienmarkt wichtig?

St. Pölten ist als Landeshauptstadt ein zentraler Arbeitsmarkt mit überdurchschnittlich vielen Einpendlern aus dem übrigen Niederösterreich und verzeichnet mit einem Plus von 5,59 % bei Baugrundstücken 2026 die stärkste Preisdynamik aller erhobenen Kategorien.

Wie gross ist der Preisunterschied zwischen den teuersten und günstigsten Bezirken?

Zwischen dem teuersten Bezirk Mödling (rund 6.500 € je Quadratmeter für Wohnungen) und dem günstigsten Bezirk Gmünd (rund 1.550 €) liegt ein Faktor von mehr als vier – ein Preisgefälle, das massgeblich von der Nähe zu Wien abhängt.

Beeinflusst der Tourismus in der Wachau die Immobilienpreise?

In der Wachau, dem UNESCO-Weltkulturerbe zwischen Melk und Krems, heben touristische Nachfrage nach Ferienimmobilien und die Lage an der Donau das Preisniveau einzelner Orte wie Dürnstein über den sonstigen Waldviertel-Schnitt. Eigenständige Zahlen für die Region liegen nicht in ausreichender Tiefe vor.

Wie könnten sich die Preise in Niederösterreich weiterentwickeln?

Für 2026/27 rechnen Marktbeobachter mit einer Fortsetzung des moderaten Preiswachstums von schätzungsweise 2 bis 4 % pro Jahr, getragen vom Zuzug in den Speckgürtel und rückläufigen Fertigstellungszahlen. Das ist eine Einschätzung, keine Garantie.

Warum unterscheiden sich Angaben zu den Mietpreisen so stark?

Der amtliche WKÖ-Immobilienpreisspiegel (8,46 €/m²) wertet die tatsächliche Kaufpreis- und Mietvertragssammlung aus, während Portale wie ImmoScout24.at (12,98 €/m²) aktuelle Neuvermietungsinserate zeigen, die tendenziell teurer sind als Bestandsmieten.

Stand der Daten

Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Datenstand

Datenstand

Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand Juli 2026 (immoverkauf24.at). Sie werden quartalsweise überprüft.

  • Q3/2026 · Erstveröffentlichung mit Marktdaten Stand Juli 2026 (immoverkauf24.at, WKÖ-Immobilienpreisspiegel, ohne-makler.at, Statistik Austria).
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Weiterführend

Quellen

  1. immoverkauf24.at – Quadratmeterpreise Österreich 2026 · abgerufen 31.7.2026
  2. ohne-makler.at – Immobilienpreise Kreis Gmünd 2026 · abgerufen 31.7.2026
  3. ohne-makler.at – Immobilienpreise Kreis Wiener Neustadt(Land) 2026 · abgerufen 31.7.2026
  4. WKO Niederösterreich – Immobilienpreisspiegel 2026 · abgerufen 31.7.2026
  5. OTS/WKO – Immobilienpreisspiegel 2026 Pressemeldung · abgerufen 31.7.2026
  6. citypopulation.de – Niederösterreich Einwohnerzahlen (Statistik Austria) · abgerufen 31.7.2026
  7. immobilien-redaktion.com – s REAL Marktüberblick NÖ 2026 · abgerufen 31.7.2026
  8. meinbezirk.at – Immobilienboom im Weinviertel 2026 · abgerufen 31.7.2026
  9. NÖN.at/APA – Immobilienpreise 2025, West-Ost-Gefälle · abgerufen 31.7.2026
  10. Mietervereinigung Österreichs – Richtwert und Richtwertmiete · abgerufen 31.7.2026
  11. Land Niederösterreich – Grunderwerb durch ausländische Personen · abgerufen 31.7.2026
  12. Land Niederösterreich – NÖ Bauordnung 2014 · abgerufen 31.7.2026
  13. weinviertelost.at / Land NÖ – Handbuch Kellergasse Baukultur · abgerufen 31.7.2026
  14. ImmoScout24.at – Mietmarkt-Datenanalyse 2026 · abgerufen 31.7.2026
  15. Arbeiterkammer Niederösterreich – Pendlerinnen und Pendler · abgerufen 31.7.2026
  16. WKO Niederösterreich – Wie baut Niederösterreich 2025? · abgerufen 31.7.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: Informativ — keine Anlageberatung.
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