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Immobilienpreise in Jura

Der jüngste Kanton der Schweiz ist zugleich der günstigste: Eine Eigentumswohnung kostet im Jura im August 2026 durchschnittlich 4'368 CHF je Quadratmeter. Seit Januar 2026 gehört auch Moutier dazu.

4'368CHF/m²
Eigentumswohnung
4'068CHF/m²
Haus
15.25CHF/m²
Miete je Monat
4.2%
Bruttomietrendite
82'400
Einwohner

Stand August 2026 · Quelle: RealAdvisor Kanton Jura

Der Immobilienmarkt in Jura im Überblick

Eine Eigentumswohnung kostet im Kanton Jura im August 2026 durchschnittlich 4'368 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor, Stand August 2026). Die dokumentierte Spanne reicht von 2'524 bis 6'698 CHF je Quadratmeter, Häuser liegen im Mittel bei 4'068 CHF je Quadratmeter mit einer Spanne von 1'872 bis 7'103 CHF. Damit ist der Jura der Kanton mit dem tiefsten Wohneigentumsniveau der Schweiz. Wer die Zahlen aus Zürich, Zug oder Genf im Kopf hat, wird sie hier kaum wiedererkennen: Für den Preis einer mittleren Viereinhalbzimmerwohnung in einer Zentrumsagglomeration lässt sich im Jura ein freistehendes Haus mit Umschwung erwerben. Diese Seite ordnet ein, wie dieses Preisniveau zustande kommt, wo es innerhalb des Kantons auseinanderläuft und welche Regeln beim Kauf und Verkauf im jüngsten Kanton der Schweiz gelten.

Was kostet Wohneigentum im Kanton Jura?

Das Kantonsmittel von 4'368 CHF je Quadratmeter für Eigentumswohnungen ist ein Angebotswert und bildet die Bandbreite des Kantons nur unvollständig ab. Zwischen der Untergrenze von 2'524 CHF und der Obergrenze von 6'698 CHF liegt der Faktor 2,7 — ein für einen kleinen Kanton bemerkenswerter Abstand. Er erklärt sich weniger durch Lagequalität im städtischen Sinn als durch Bausubstanz und Erschliessung: Renovationsbedürftige Bauernhäuser in den Streusiedlungen des Clos du Doubs und der Ajoie markieren das untere Ende, neuwertige Etagenwohnungen in Delémont, Le Noirmont oder Saignelégier das obere. Bei den Häusern ist die Spanne mit 1'872 bis 7'103 CHF je Quadratmeter noch breiter, weil hier auch unsanierte Objekte mit hohem Investitionsbedarf in die Statistik einfliessen.

Eine zweite Auswertung auf Basis der Plattform Lookmove weist für Juni 2026 mit 4'873 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 4'224 CHF für Häuser ein spürbar höheres Niveau aus. Wir folgen der RealAdvisor-Reihe, weil sie zum selben Zeitpunkt auch Gemeindewerte und Spannen ausweist, benennen die Abweichung aber ausdrücklich: Wer im Jura kauft oder verkauft, sollte mit einer Bandbreite rechnen, nicht mit einem Punktwert. Amtliche Quadratmeterpreise nach deutschem Vorbild kennt die Schweiz nicht; alle hier genannten Werte stammen aus Marktauswertungen von Angebotsdaten.

Wer kauft im Jura, und wer verkauft?

Der jurassische Markt ist ein Eigennutzermarkt. Familien und Paare aus dem Kanton selbst bilden den Kern der Nachfrage, ergänzt um Zuzügerinnen und Zuzüger aus den teureren Nachbarräumen Basel, Biel und dem bernischen Jurabogen, für die Delémont dank der Bahnverbindung nach Basel in gut einer halben Stunde erreichbar bleibt. Kapitalanlegerinnen und Kapitalanleger spielen eine geringere Rolle als in den Zentrumskantonen; wo sie auftreten, richtet sich das Interesse auf Mehrfamilienhäuser in Delémont, Porrentruy und seit 2026 auch Moutier, weil dort die Vermietbarkeit am ehesten gesichert ist. Auf der Verkäuferseite dominieren Erbengemeinschaften und ältere Eigentümerhaushalte, die aus einem grossen Einfamilienhaus in eine kleinere Wohnung wechseln. Dieses Muster erklärt einen wesentlichen Teil des Angebots an sanierungsbedürftigem Bestand: Objekte, die über Jahrzehnte selbst bewohnt und nur punktuell erneuert wurden, kommen gebündelt auf den Markt.

Wie steht es um Angebot und Leerstand?

Der Jura ist der einzige Kanton der Schweiz mit einer Leerwohnungsziffer klar über zwei Prozent. Am Stichtag 1. Juni 2025 standen 3,03 Prozent aller Wohnungen leer, während der Landeswert von 1,08 auf 1,00 Prozent zurückging; als Zweiter folgte Solothurn mit 2,05 Prozent. Für Kaufinteressierte bedeutet das ein Angebot, das nicht innert Tagen vergeben ist, sowie realen Verhandlungsspielraum. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet es umgekehrt, dass Preisvorstellungen, die sich an Zentrumsmärkten orientieren, hier selten durchsetzbar sind und dass die Vermarktungsdauer länger ausfällt als in Basel oder Biel. Der Leerstand ist zudem ungleich verteilt: Er konzentriert sich auf ältere Mietwohnungen in kleineren Gemeinden, während gut erschlossene Neubauwohnungen in Delémont und Porrentruy weiterhin zügig belegt werden.

Wie entwickelt sich die Bevölkerung?

Mit rund 82'400 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt der Jura zu den kleinsten Kantonen der Schweiz. Die Zahl setzt sich aus dem BFS-Bestand von 75'016 Personen per 30. September 2025 und den rund 7'400 Einwohnerinnen und Einwohnern von Moutier zusammen, das per 1. Januar 2026 vom Kanton Bern zum Jura wechselte. Der Kanton verteilt sich auf 858 Quadratkilometer und erreicht damit eine Dichte von etwa 89 Personen je Quadratkilometer, weniger als die Hälfte des Landesmittels von 221. Das Wachstum aus eigener Kraft ist verhalten; der einzige grössere Sprung der jüngeren Vergangenheit ist der territoriale Zuwachs durch Moutier. Wer die Nachfrageentwicklung im Jura einschätzen will, sollte deshalb weniger auf demografische Trends als auf den Arbeitsmarkt schauen — und der hängt an der Uhren- und Mikrotechnikindustrie.

Wie haben sich die Preise entwickelt?

Die lange Linie ist eindeutig, das kurze Bild ist es nicht. Über 25 Jahre haben die Wohnungspreise im Kanton Jura um 66,3 Prozent zugelegt, über 20 Jahre um 58,5 Prozent, über zehn Jahre um 26,6 Prozent und über fünf Jahre um 14,8 Prozent (RealAdvisor, Stand August 2026). Rechnet man diese Veränderungsraten auf das aktuelle Niveau von 4'368 CHF je Quadratmeter zurück, ergibt sich für 2001 ein Wert um 2'630 CHF, für 2016 rund 3'450 CHF und für 2021 etwa 3'805 CHF. Die Kurve im Diagramm beruht auf genau dieser Rückrechnung und ist deshalb bewusst nicht gleichmässig getaktet — eine amtliche jurassische Preisreihe je Quadratmeter existiert nicht.

Wie viel haben die Preise über zehn und 25 Jahre zugelegt?

Ein Vierteljahrhundert mit plus 66 Prozent klingt beachtlich, relativiert sich im Landesvergleich aber deutlich. Während die Zentrumskantone im selben Zeitraum vielfach eine Verdoppelung und mehr gesehen haben, blieb der Jura nahe an der allgemeinen Teuerung. Das ist die eigentliche Charakteristik dieses Marktes: Er hat die Übertreibungen der Jahre 2015 bis 2022 nur abgeschwächt mitgemacht — und in der Folge auch weniger Korrekturbedarf angesammelt. Über die letzten fünf Jahre stehen 14,8 Prozent zu Buche, über die letzten zehn 26,6 Prozent. Wer im Jura Wohneigentum unter dem Gesichtspunkt der Wertentwicklung betrachtet, findet historisch ein flaches, aber stetiges Bild vor.

Was hat die Zinswende 2022 im Jura verändert?

Die Zinserhöhungen der Schweizerischen Nationalbank in den Jahren 2022 und 2023 haben die Nachfrage schweizweit gebremst, ohne die Preise nennenswert zurückzuführen. Im Jura fiel dieser Effekt milder aus als in den Hochpreiskantonen, weil die absoluten Kaufsummen niedriger und die Tragbarkeitsrechnungen entsprechend weniger angespannt sind: Eine Erhöhung des kalkulatorischen Zinssatzes wirkt sich bei einem Kaufpreis von 400'000 CHF schlicht anders aus als bei 1,4 Millionen. Sichtbar wurde die Zinswende hier weniger im Preis als in der Dauer: Objekte blieben länger am Markt, Verkäufe ohne belegten Sanierungsstand kamen schwerer zustande. Seit der hypothekarische Referenzzinssatz im September 2025 auf 1,25 Prozent gesunken ist und dort verharrt, hat sich diese Anspannung wieder gelöst.

Warum widersprechen sich die Portale?

Für den Zwölfmonatszeitraum bis Sommer 2026 melden die beiden verfügbaren Auswertungen unterschiedliche Vorzeichen. RealAdvisor weist für August 2026 plus 3,6 Prozent bei Wohnungen und plus 2,7 Prozent bei Häusern aus; die auf Lookmove-Daten beruhende Neho-Auswertung nennt für Juni 2026 dagegen minus 2,1 Prozent bei Wohnungen und plus 3,2 Prozent bei Häusern. Beide Reihen sind Angebotsdatenreihen, keine Transaktionsstatistiken, und beide beruhen auf Stichproben von wenigen Tausend Objekten in einem Kanton mit gut 82'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. In einem so kleinen Markt genügen wenige besonders teure oder besonders günstige Inserate, um den Durchschnitt zu bewegen. Für diese Seite verwenden wir die RealAdvisor-Werte, halten aber fest: Die Richtung bei Häusern ist mit plus 2,7 respektive plus 3,2 Prozent konsistent, bei Wohnungen ist sie es nicht. Wer eine belastbare Aussage für ein konkretes Objekt braucht, kommt um eine Einzelbewertung nicht herum.

Wie haben sich die Mieten entwickelt?

Für die Mieten liegt keine kantonale Zeitreihe vor. Belegt ist der aktuelle Stand: rund 183 CHF je Quadratmeter und Jahr, also etwa 15.25 CHF je Quadratmeter und Monat, mit einer Spanne von 8.80 bis 23.40 CHF (RealAdvisor, August 2026). Delémont führt das Feld an; für die Kantonshauptstadt wurden Anfang 2024 rund 16.31 CHF je Quadratmeter und Monat ausgewiesen. Der wichtigste Preistreiber für bestehende Mietverhältnisse ist allerdings nicht das Marktniveau, sondern der hypothekarische Referenzzinssatz. Er liegt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent und blieb auch bei der Bekanntgabe vom 2. Juni 2026 unverändert; die nächste Publikation ist für den 1. September 2026 angesetzt. Solange sich dieser Satz nicht bewegt, entsteht weder ein Senkungs- noch ein Erhöhungsanspruch.

Preisentwicklung

Preisentwicklung im Kanton Jura

Die Punkte sind aus den von RealAdvisor publizierten Veränderungsraten über 1, 5, 10, 20 und 25 Jahre auf das Niveau von August 2026 zurückgerechnet und deshalb nicht gleichmässig verteilt. Eine kantonale Mietzeitreihe wird nicht publiziert; der Mietwert ist nur für 2026 belegt.

Kaufpreis (CHF/m²)Miete (CHF/m²)
2'6272'7563'4503'8054'2164'3680000015200120062016202120252026

Über 25 Jahre legten die Wohnungspreise im Jura um 66,3 Prozent zu, über zehn Jahre um 26,6 Prozent und über fünf Jahre um 14,8 Prozent. Das ist deutlich weniger als in den Zentrumskantonen.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor Aug. 2026, eigene Rückrechnung

Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus?

Der Jura ist ein Hauskanton. Anders als in den Agglomerationen des Mittellandes prägt nicht die Etagenwohnung das Bild, sondern das freistehende Haus mit Umschwung, häufig aus der Zeit vor 1980 und häufig mit Sanierungsbedarf. Die Preisstatistik bildet das ab: Häuser kosten im Mittel 4'068 CHF je Quadratmeter und damit rund 300 CHF weniger als Eigentumswohnungen mit 4'368 CHF (RealAdvisor, August 2026). Diese Umkehrung des in den Städten üblichen Verhältnisses ist eines der auffälligsten Merkmale des jurassischen Marktes.

Was unterscheidet Wohnung und Haus im Jura preislich?

Dass der Quadratmeter im Haus günstiger ist als in der Wohnung, hat zwei Gründe. Erstens ist Bauland im Jura reichlich verfügbar und im Vergleich zu den Zentrumskantonen preiswert; der Landanteil, der in Zürich oder Zug den Hauspreis nach oben zieht, fällt hier deutlich weniger ins Gewicht. Zweitens ist der Wohnungsbestand jünger: Neuere Eigentumswohnungen in Delémont, Le Noirmont oder Saignelégier stammen häufig aus den letzten zwei Jahrzehnten und sind energetisch besser aufgestellt als der Hausbestand. Wer eine grosse Fläche sucht, zahlt im Jura also je Quadratmeter weniger, bekommt dafür aber im Regelfall ein Objekt mit älterer Gebäudetechnik. Die Spannen zeigen es: Bei Häusern reicht die dokumentierte Bandbreite von 1'872 bis 7'103 CHF je Quadratmeter, bei Wohnungen von 2'524 bis 6'698 CHF.

Was kostet der Einstieg bei den einzelnen Objektarten?

Rechnet man mit der jeweiligen Spannenuntergrenze und typischen Flächen, ergeben sich die Einstiegsmarken der Vergleichstabelle: eine Eigentumswohnung von rund 75 Quadratmetern ab etwa 190'000 CHF, ein Reihenhaus von rund 110 Quadratmetern ab etwa 210'000 CHF, eine Doppelhaushälfte von rund 130 Quadratmetern ab etwa 250'000 CHF und ein Einfamilienhaus von rund 140 Quadratmetern ab etwa 270'000 CHF. Diese Werte beschreiben das renovationsbedürftige Segment in peripheren Lagen, nicht bezugsfertige Objekte in Delémont. Zu beachten ist ausserdem, dass für Reihenhäuser und Doppelhaushälften im Jura keine getrennte Statistik geführt wird; beide Zeilen der Tabelle greifen deshalb auf das Haussegment insgesamt zurück. Reihenhauszeilen sind im Kanton ohnehin selten und meist Ergebnis von Überbauungen der 1990er- und 2000er-Jahre am Rand der grösseren Gemeinden.

Welche Rolle spielt der Sanierungsstand?

In einem Markt mit hohem Leerstand und tiefem Preisniveau ist der Sanierungsstand der entscheidende Preisfaktor. Ein unsaniertes Haus mit Ölheizung, ungedämmter Fassade und Einfachverglasung findet zwar Käuferinnen und Käufer, aber zu einem Preis, der die anstehenden Investitionen einpreist — und diese Investitionen bewegen sich bei einem typischen jurassischen Einfamilienhaus rasch in einer sechsstelligen Grössenordnung. Umgekehrt erzielen energetisch erneuerte Objekte im Jura einen sichtbaren Aufschlag, weil sie im Angebot selten sind. Seit 2010 lassen sich Unterhalts- und Energiesparaufwendungen im Kanton ohne die früher geltenden Einschränkungen in Abzug bringen, was Sanierungen steuerlich begünstigt. Für Kaufinteressierte lohnt sich deshalb der Blick in den Gebäudeenergieausweis und in die Rechnungen der letzten Erneuerungen, bevor über den Preis gesprochen wird.

Was heisst das für die Finanzierung?

Die Schweizer Finanzierungsregeln gelten im Jura unverändert, wirken aber wegen der tiefen Kaufsummen milder. Vorausgesetzt sind mindestens 20 Prozent Eigenmittel, von denen höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule stammen darf; die Belehnung ist binnen 15 Jahren auf zwei Drittel des Verkehrswerts zu amortisieren. Die Tragbarkeit prüfen Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von banküblich 4,5 bis 5 Prozent, wobei Zins, Amortisation und Nebenkosten zusammen ein Drittel des Bruttoeinkommens nicht überschreiten sollen. Für eine Wohnung von 90 Quadratmetern zum Kantonsmittel bedeutet das einen Kaufpreis von rund 393'000 CHF, etwa 79'000 CHF Eigenmittel und rund 12'700 CHF Kaufnebenkosten. Ob eine Festhypothek oder eine SARON-Hypothek besser passt, hängt weniger vom Kanton als von der persönlichen Risikofähigkeit ab; im Jura fällt allerdings ins Gewicht, dass die absoluten Zinsbeträge klein sind und Schwankungen entsprechend weniger durchschlagen.

Objektarten im Kanton Jura

ObjektartPreis je m²Typischer EinstiegMerkmal
Eigentumswohnung4'368 CHF/m² (2'524–6'698)ab rund 190'000 CHFDelémont, Porrentruy, Moutier
ReihenhausHaussegment 4'068 CHF/m²ab rund 210'000 CHFSelten, meist Neubauzeilen
DoppelhaushälfteHaussegment 4'068 CHF/m²ab rund 250'000 CHFVerbreitet in Dorfrandlagen
Einfamilienhaus4'068 CHF/m² (1'872–7'103)ab rund 270'000 CHFPrägend, oft Bestand vor 1980

Quelle: RealAdvisor Aug. 2026; Einstieg = Spannenuntergrenze

Welche Lagen und Regionen gibt es?

Der Kanton Jura gliedert sich seit 2026 in vier Bezirke: Delsberg (Delémont) im Zentrum, Pruntrut (Porrentruy) mit der Ajoie im Nordwesten, die Freiberge (Franches-Montagnes) auf dem Hochplateau im Süden und den neu hinzugekommenen Bezirk Moutier. 51 politische Gemeinden verteilen sich auf 858 Quadratkilometer. Das Preisgefälle folgt dabei weniger einer Nord-Süd- oder Ost-West-Achse als der Erreichbarkeit: Wo Autobahn und Bahn zusammentreffen, ist es teurer.

Wie unterscheiden sich die vier Bezirke?

Der Bezirk Delsberg um die Kantonshauptstadt ist der wirtschaftliche und administrative Schwerpunkt und zugleich der am besten erschlossene Teil des Kantons. Der Bezirk Pruntrut umfasst die Ajoie, eine landwirtschaftlich geprägte Ebene bis zur französischen Grenze bei Boncourt, mit Porrentruy als historischem Zentrum und dem Schloss der Fürstbischöfe von Basel. Die Freiberge auf rund tausend Metern über Meer sind dünn besiedelt, von Weiden, Pferdezucht und dem Marché-Concours in Saignelégier geprägt und touristisch attraktiver, als es die Einwohnerzahlen vermuten lassen — was sich in den Preisen niederschlägt: Le Noirmont weist mit 6'032 CHF je Quadratmeter für Wohnungen den höchsten dokumentierten Gemeindewert des Kantons auf, Saignelégier folgt mit 5'013 CHF. Der Bezirk Moutier schliesslich verbindet den Kanton seit 2026 mit dem Tal der Birs Richtung Bern und Biel.

Was kostet Wohneigentum in Delémont und Porrentruy?

Delémont ist mit rund 12'800 Einwohnerinnen und Einwohnern die grösste Gemeinde des Kantons. Eine Eigentumswohnung kostet hier im August 2026 durchschnittlich 4'661 CHF je Quadratmeter, ein Haus 4'975 CHF — in beiden Segmenten über dem Kantonsmittel, beim Haus sogar deutlich. Porrentruy folgt mit 4'411 CHF für Wohnungen und 4'208 CHF für Häuser bei rund 6'600 Einwohnerinnen und Einwohnern. Haute-Sorne, mit gut 7'400 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrösste Gemeinde des ursprünglichen Kantonsgebiets, und Val Terbi mit rund 3'300 sind Fusionsgemeinden aus mehreren Dörfern im Umland von Delémont; sie profitieren von der Nähe zur Hauptstadt bei tieferem Preisniveau und sind für Familien die typische Alternative zum Kauf in der Stadt.

Was ändert sich durch Moutier?

Mit dem Vollzug des Kantonswechsels per 1. Januar 2026 hat der Jura auf einen Schlag rund zehn Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner erhalten. Moutier ist mit rund 7'400 Personen nach Delémont die zweitgrösste Gemeinde des Kantons und bildet einen eigenen Bezirk. Für den Immobilienmarkt ist das mehr als eine Verwaltungsfrage: Für Eigentümerinnen und Eigentümer in Moutier gilt seit Anfang 2026 das jurassische Steuerrecht mit einer Handänderungssteuer von 2,1 respektive 1,7 Prozent statt der bernischen Regelung, und die Grundbuchzuständigkeit ist gewechselt. Rund 40 Vereinbarungen zwischen den Kantonen Bern und Jura regeln den Übergang, dessen Abwicklung nach Angaben der beteiligten Verwaltungen noch mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Wer in Moutier kauft oder verkauft, sollte deshalb prüfen, welche Übergangsbestimmung im konkreten Fall greift.

Wie gut ist der Kanton erschlossen?

Die Autobahn A16 Transjurane verbindet Biel über Moutier, Delémont und Porrentruy mit der französischen Grenze bei Boncourt und hat die Fahrzeiten innerhalb des Kantons in den vergangenen zwei Jahrzehnten spürbar verkürzt. Delémont liegt an der Bahnachse Basel–Biel und ist von Basel aus in gut einer halben Stunde erreichbar, was den Hauptort für Pendlerinnen und Pendler in die Nordwestschweiz interessant macht. Diese Erreichbarkeit ist der wichtigste Preisfaktor des Kantons. Umgekehrt sind die Freiberge und das Clos du Doubs, die Flusslandschaft am Doubs mit ihren Streusiedlungen, nur über kurvige Landstrassen oder die Schmalspurbahn der Chemins de fer du Jura zu erreichen. Dort liegen die Objekte, die das untere Ende der Preisspanne markieren — und dort ist auch der Leerstand am spürbarsten.

Was ist in Jura anders als anderswo?

Kein anderer Kanton der Schweiz ist so jung, so klar von einer einzigen Branche geprägt und so eindeutig am unteren Ende der Preisskala verortet. Diese drei Eigenschaften erklären den jurassischen Immobilienmarkt besser als jede einzelne Kennzahl.

Warum ist der Jura der jüngste Kanton?

Der Kanton Jura entstand am 1. Januar 1979 aus den französischsprachigen Nordbezirken des Kantons Bern und ist damit der einzige Kanton, der im 20. Jahrhundert neu gebildet wurde. Die Kantonsgründung war der Abschluss eines jahrzehntelangen Konflikts um Sprache, Konfession und Selbstverwaltung — abgeschlossen war die Frage 1979 allerdings nicht: Die südlichen Bezirke, darunter Moutier, blieben zunächst bei Bern. Erst die Abstimmung von 2021 und ihr Vollzug am 1. Januar 2026 haben diesen Prozess beendet. Für den Immobilienmarkt ist das mehr als Geschichte: Der Kanton ist bis heute französischsprachig, verwaltungsmässig eigenständig und in seinem Steuer- und Notariatsrecht deutlich näher an Neuenburg als an Basel-Landschaft, obwohl geografisch beide gleich nah liegen.

Welche Rolle spielt die Uhren- und Mikrotechnikindustrie?

Schätzungen zufolge fertigt nahezu jeder zweite Betrieb im Kanton Uhren oder Uhrenbestandteile oder arbeitet der Branche im weiteren Sinn zu. Dazu kommen Werkzeugmaschinenbau, Automation, Robotik und zunehmend Medizinaltechnik — Felder, in die sich der Kanton bewusst diversifiziert. Die Abhängigkeit vom Uhrenzyklus bleibt gleichwohl hoch, und sie schlägt auf den Wohnungsmarkt durch. 2026 ging die Zahl der Arbeitsplätze im Jura um 3,2 Prozent zurück; die Arbeitslosenquote lag im Januar 2026 bei 5,5 Prozent und sank bis April auf 4,7 Prozent, blieb damit aber deutlich über dem Landesmittel (SECO). Wer die Nachfrage nach Wohneigentum im Jura einschätzen will, sollte die Exportzahlen der Uhrenindustrie mitlesen — sie sind hier ein besserer Frühindikator als Zins- oder Bevölkerungsprognosen.

Was bedeutet die Grenzlage zu Frankreich?

Der Jura grenzt auf einem grossen Teil seines Umfangs an Frankreich, konkret an das Département Doubs und das Territoire de Belfort. Mehrere Tausend Grenzgängerinnen und Grenzgänger arbeiten in jurassischen Betrieben, ohne im Kanton zu wohnen — sie erhöhen die Beschäftigung, aber nicht die Wohnungsnachfrage. Das ist einer der Gründe, weshalb der Kanton trotz industrieller Arbeitsplätze eine so hohe Leerwohnungsziffer ausweist. Umgekehrt sorgt die Grenzlage dafür, dass der Kaufkraftvergleich mit dem unmittelbaren Umland ungünstig ausfällt: Wohneigentum ist auf der französischen Seite nochmals deutlich günstiger. Für ausländische Interessentinnen und Interessenten gilt zudem die Lex Koller: Der Erwerb eines selbst bewohnten Hauptwohnsitzes ist bewilligungsfrei, der Erwerb einer Zweitwohnung durch Personen mit Wohnsitz im Ausland dagegen bewilligungspflichtig.

Welche Regeln gelten nur hier?

Drei Punkte unterscheiden den Jura rechtlich von den Nachbarkantonen. Erstens die Handänderungssteuer: 2,1 Prozent im Regelfall, 1,7 Prozent bei selbst bewohntem Hauptwohnsitz, getragen von der Käuferschaft, bemessen am höheren Wert aus Kaufpreis und amtlicher Schätzung. Für Moutier ist das seit 2026 eine unmittelbar spürbare Änderung gegenüber dem bernischen Recht. Zweitens die Grundstückgewinnsteuer: Gewinne unter 4'000 CHF bleiben steuerfrei, ab zehn Jahren Besitzdauer sinkt die Steuer um ein Prozent je weiteres Jahr, ab vierzig Jahren um zwei Prozent, insgesamt um höchstens die Hälfte; kurze Haltedauern werden zusätzlich belastet. Drittens die Mietzinsregeln: Der Jura hat keine Formularpflicht für den Anfangsmietzins nach Art. 270 Abs. 2 OR eingeführt, anders als die Nachbarkantone Bern und Neuenburg. Der Vormietzins muss beim Mieterwechsel also nicht offengelegt werden; massgebend für Anpassungen bestehender Mietverhältnisse bleibt der Referenzzinssatz. Hinzu kommen die punktuellen Zweitwohnungsbeschränkungen in Mettembert und Bonfol sowie das laufende Prüfverfahren für Moutier.

Wie unterscheidet sich der Jura von Bern, Solothurn und Neuenburg?

Gegenüber dem Kanton Bern ist der Jura kleiner, einsprachig französisch und im Preisniveau tiefer; die Berner Agglomerationen Bern, Thun und Biel ziehen Nachfrage an, die dem Jura fehlt. Gegenüber Solothurn, dem Kanton mit der zweithöchsten Leerwohnungsziffer der Schweiz, teilt der Jura das Problem des Angebotsüberhangs, nicht aber die Anbindung an die Wirtschaftsräume Basel und Zürich, über die Solothurn im Kantonsnorden verfügt. Neuenburg im Südwesten ist der ähnlichste Nachbar: ebenfalls französischsprachig, ebenfalls von der Uhrenindustrie geprägt, ebenfalls mit tiefem Preisniveau und hohem Leerstand. Der Unterschied liegt in der Zentralität: Neuenburg hat mit der Stadt am See ein Zentrum von überregionaler Ausstrahlung, der Jura hat mit Delémont ein Verwaltungszentrum, dessen Anziehungskraft an der Kantonsgrenze endet. Genau das erklärt, warum der Jura auch dann der günstigste Kanton der Schweiz bleibt, wenn die Preise wie zuletzt leicht anziehen.

Regionale Besonderheiten

Was den Jura ausmacht

Recht & Bewilligungen

Moutier gehört seit 2026 zum Jura

Der Kantonswechsel von Moutier wurde per 1. Januar 2026 vollzogen. Rund 7'400 Personen und ein eigener Bezirk kamen vom Kanton Bern hinzu, die Kantonsbevölkerung wuchs um etwa zehn Prozent. Rund 40 Vereinbarungen regeln den Übergang.

Steuern & Abgaben

Handänderungssteuer mit Erstwohnungsrabatt

Der Jura erhebt 2,1 Prozent Handänderungssteuer, bei selbstbewohntem Hauptwohnsitz 1,7 Prozent. Der Satz liegt damit im Mittelfeld der Kantone, ist aber wegen des tiefen Preisniveaus in Franken gerechnet niedrig.

Marktstruktur

Höchste Leerwohnungsziffer der Schweiz

Am Stichtag 1. Juni 2025 standen im Jura 3,03 Prozent aller Wohnungen leer. Der Kanton lag damit als einziger deutlich über zwei Prozent, während der Landeswert auf 1,00 Prozent sank (BFS/BWO).

Nachfrage & Zielgruppen

Uhren und Mikrotechnik prägen den Arbeitsmarkt

Nahezu jeder zweite Betrieb im Kanton fertigt Uhren oder Uhrenbestandteile oder arbeitet der Branche zu. Das macht die Wohnungsnachfrage konjunkturempfindlicher als in breiter aufgestellten Kantonen.

Bauzonen & Raumplanung

Zweitwohnungen nur punktuell beschränkt

Über der 20-Prozent-Schwelle des Zweitwohnungsgesetzes liegen im Jura Mettembert und Bonfol; für Moutier läuft nach dem Inventar vom 31. März 2026 ein Prüfverfahren des ARE. Für den Rest des Kantons gilt die Beschränkung nicht.

Infrastruktur & Erreichbarkeit

A16 Transjurane und Bahnknoten Delémont

Die Autobahn A16 verbindet Biel über Delémont und Porrentruy mit der französischen Grenze bei Boncourt. Delémont liegt an der Bahnachse Basel–Biel und ist von Basel aus in gut einer halben Stunde erreichbar.

Stand: 2026-08-01

Recht & Kosten

Recht und Kosten kompakt

Kaufnebenkosten, Portalzugang und die Besonderheiten des jurassischen Rechts auf einen Blick.

Handänderungssteuer
2.1 % des Kaufpreises. Notar und Grundbuch schlagen mit rund 0.6 % zu Buche.
Mietpreisbremse
Für Jura nicht ausgewiesen.
Grundstückgewinnsteuer
Gewinne unter 4'000 CHF bleiben steuerfrei. Ab zehn Jahren Besitzdauer sinkt die Steuer um 1 Prozent je weiteres Jahr, ab vierzig Jahren um 2 Prozent, höchstens um 50 Prozent.
Keine Formularpflicht beim Anfangsmietzins
Anders als in Bern, Neuenburg oder Genf muss im Jura beim Mieterwechsel kein amtliches Formular mit dem Vormietzins abgegeben werden. Massgebend bleibt der hypothekarische Referenzzinssatz.
Lex Koller
Personen mit Wohnsitz im Ausland benötigen für den Erwerb einer Zweitwohnung eine Bewilligung. Der Kauf eines selbst bewohnten Hauptwohnsitzes ist davon nicht erfasst.
Eigenmietwert
Nach heutigem Stand entfällt der Eigenmietwert auf den 1. Januar 2029, mit Übergangsphase bis Ende 2028. Schuldzinsabzug und Unterhaltsabzug ändern sich damit ebenfalls.

Informativ, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kaufnebenkosten

Was kostet der Kauf zusätzlich?

Kaufpreis500'000 CHF
Grunderwerbsteuer2.1 %10'500 CHF
Notar & Grundbuch0.6 %3'000 CHF
Nebenkosten gesamt2.7 %13'500 CHF
Gesamtaufwand513'500 CHF

Richtwerte für Jura. Keine Steuer- oder Rechtsberatung — im Einzelfall weichen Notar- und Grundbuchkosten ab.

Miet- und Kaufmarkt

Mieten oder kaufen im Kanton Jura

Der Jura ist einer der wenigen Kantone, in denen Kaufen und Mieten rechnerisch nah beieinanderliegen. Grund ist das tiefe Kaufpreisniveau, nicht ein besonders hohes Mietniveau.

Mietmarkt

Mietmarkt

Ø Angebotsmiete
15.25 CHF/m²/Mt.
Spanne
8.80–23.40 CHF/m²
Leerwohnungsziffer
3,03 % (1.6.2025)
Referenzzinssatz
1,25 % seit 9/2025
Kaufmarkt

Kaufmarkt

Ø Eigentumswohnung
4'368 CHF/m²
Spanne Wohnung
2'524–6'698 CHF/m²
Ø Haus
4'068 CHF/m²
Trend Wohnungen
+3,6 % / 12 Mte.

Das rechnerische Verhältnis von Miete zu Kaufpreis fällt im Jura günstiger aus als im Landesmittel, weil das Kaufpreisniveau tief ist. Dem stehen die höchste Leerwohnungsziffer der Schweiz und ein zyklischer Arbeitsmarkt gegenüber.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: RealAdvisor, BFS und BWO, August 2026

Marktprognose

Ausblick für den Jura

Grundtendenz: stabilHorizont: 12–24 Monate

Für die kommenden zwölf bis 24 Monate deutet die Datenlage auf ein weitgehend seitwärts laufendes Preisniveau: tiefe Einstiegspreise und der Zuwachs durch Moutier stützen, hohe Leerstände und der Uhrenzyklus bremsen.

Basisszenario
0 bis +2 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 55 Prozent

Die Preise bewegen sich seitwärts bis leicht aufwärts. Der Referenzzinssatz bleibt bei 1,25 Prozent, die Leerwohnungsziffer verharrt über zwei Prozent.

Optimistisch
+2 bis +4 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 25 Prozent

Zuzug aus teureren Nachbarkantonen und die Integration von Moutier beleben die Nachfrage in Delémont und im neuen Bezirk stärker als erwartet.

Konservativ
minus 2 bis 0 Prozent
Wahrscheinlichkeit rund 20 Prozent

Ein weiterer Rückgang der Beschäftigung in Uhren- und Zulieferindustrie trifft auf hohe Leerstände. Verkäufe in Randlagen dauern länger, Preisabschläge nehmen zu.

Einflussfaktoren

  • Referenzzinssatz bei 1,25 Prozent · neutral · Seit September 2025 unverändert, nächste Prüfung 9/2026
  • Höchste Leerwohnungsziffer der Schweiz · belastend · 3,03 Prozent per 1.6.2025 dämpfen den Preisauftrieb
  • Bevölkerungszuwachs durch Moutier · stützend · Rund 7'400 Personen seit dem 1. Januar 2026
  • Uhren- und Mikrotechnikzyklus · belastend · Beschäftigung im Kanton zuletzt rückläufig
  • Tiefstes Preisniveau der Schweiz · stützend · Zuzug von Preisverdrängten aus BE, BL und NE
  • A16 und Bahnknoten Delémont · stützend · Basel und Biel in gut einer halben Stunde erreichbar

Prognosen sind Einschätzungen auf Basis öffentlich verfügbarer Daten – keine Anlageberatung.

Stand: 2026-08-01 · Quelle: Veris Redaktion auf Basis von BFS, BWO und SECO

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt im Kanton Jura

Was kostet eine Eigentumswohnung im Kanton Jura?

Im August 2026 kostet eine Eigentumswohnung im Kanton Jura durchschnittlich 4'368 CHF je Quadratmeter (RealAdvisor). Die dokumentierte Spanne reicht von 2'524 bis 6'698 CHF je Quadratmeter. Damit ist der Jura der günstigste Kanton der Schweiz. Eine zweite Auswertung (Neho/Lookmove, Juni 2026) weist mit 4'873 CHF je Quadratmeter ein höheres Niveau aus; die Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Stichproben und Erhebungsmethoden.

Was kostet ein Haus im Kanton Jura?

Häuser kosten im Kanton Jura im August 2026 im Mittel 4'068 CHF je Quadratmeter, mit einer Spanne von 1'872 bis 7'103 CHF (RealAdvisor). Ein 140 Quadratmeter grosses Einfamilienhaus im unteren Bereich der Spanne beginnt damit bei rund 270'000 CHF. In den letzten zwölf Monaten legten die Hauspreise um 2,7 Prozent zu.

Welche Gemeinde im Jura ist am teuersten, welche am günstigsten?

Unter den ausgewiesenen Gemeinden liegt Le Noirmont mit 6'032 CHF je Quadratmeter für Wohnungen an der Spitze, gefolgt von Saignelégier mit 5'013 CHF und Delémont mit 4'661 CHF. Porrentruy liegt mit 4'411 CHF darunter (RealAdvisor, August 2026). Deutlich günstiger wird es in den kleinen Landgemeinden der Ajoie und des Clos du Doubs, wo die Spannenuntergrenze von 2'524 CHF je Quadratmeter erreicht wird.

Steigen oder fallen die Immobilienpreise im Kanton Jura?

Nach RealAdvisor sind die Wohnungspreise im Jura in den zwölf Monaten bis August 2026 um 3,6 Prozent gestiegen, Häuser um 2,7 Prozent. Eine zweite Quelle (Neho/Lookmove, Juni 2026) weist für Wohnungen dagegen minus 2,1 Prozent und für Häuser plus 3,2 Prozent aus. Die Richtung bei Häusern ist damit einheitlich, bei Wohnungen widersprüchlich. Über fünf Jahre beträgt der Zuwachs 14,8 Prozent.

Wie hoch ist die Miete je Quadratmeter im Kanton Jura?

Angebotswohnungen im Kanton Jura kosten im August 2026 im Mittel 183 CHF je Quadratmeter und Jahr, also rund 15.25 CHF je Quadratmeter und Monat (RealAdvisor). Die Spanne reicht von 8.80 bis 23.40 CHF je Quadratmeter und Monat. Delémont liegt am oberen Rand; für die Stadt wurden Anfang 2024 rund 16.31 CHF je Quadratmeter ausgewiesen.

Lohnt sich eine Kapitalanlage im Kanton Jura?

Rechnerisch ergibt sich aus einer Miete von 15.25 CHF je Quadratmeter und Monat und einem Kaufpreis von 4'368 CHF je Quadratmeter eine Bruttorendite deutlich über dem Schweizer Mittel. Dem stehen konkrete Risiken gegenüber: Der Jura hatte am 1. Juni 2025 mit 3,03 Prozent die höchste Leerwohnungsziffer aller Kantone, und die Beschäftigung in der prägenden Uhrenindustrie ging zuletzt zurück. Dies ist eine Beschreibung der Marktlage, keine Anlageempfehlung.

Mit welchen Kaufnebenkosten muss ich im Jura rechnen?

Bei einem Kaufpreis von 500'000 CHF fallen im Jura rund 10'500 CHF Handänderungssteuer an (2,1 Prozent), bei selbstbewohntem Hauptwohnsitz rund 8'500 CHF (1,7 Prozent). Dazu kommen Notariatsgebühren von rund 2'200 CHF nach dem degressiven Tarif sowie Grundbuchgebühren. Die Maklerprovision trägt in der Schweiz üblicherweise die Verkäuferschaft.

Gilt im Kanton Jura eine Formularpflicht für den Anfangsmietzins?

Nein. Der Jura gehört nicht zu den Kantonen, die eine Formularpflicht nach Art. 270 Abs. 2 OR eingeführt haben; das sind unter anderem Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Neuenburg, Waadt, Zug und Zürich (BWO, Verzeichnis 2026). Vermieterinnen und Vermieter müssen den Vormietzins beim Mieterwechsel im Jura also nicht offenlegen. Eine Anfechtung des Anfangsmietzinses bleibt gleichwohl möglich.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Kauf im Kanton Jura?

Für eine Wohnung von 90 Quadratmetern zum kantonalen Mittel von 4'368 CHF je Quadratmeter sind rund 393'000 CHF fällig; 20 Prozent Eigenmittel entsprechen etwa 79'000 CHF, wovon höchstens die Hälfte aus der zweiten Säule stammen darf. Hinzu kommen rund 12'700 CHF Kaufnebenkosten. Die Tragbarkeit rechnen Banken mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 4,5 bis 5 Prozent.

Wie lange dauert der Verkauf einer Wohnung im Kanton Jura?

Belastbare kantonale Vermarktungsdauern werden für den Jura nicht publiziert. Als Anhaltspunkt dient die Leerwohnungsziffer von 3,03 Prozent per 1. Juni 2025, die höchste aller Kantone: In einem Markt mit spürbarem Angebotsüberhang dauert die Vermarktung länger und der Verhandlungsspielraum ist grösser als in Zentrumslagen. In Delémont und Moutier ist die Nachfrage erkennbar breiter als in den Streusiedlungen des Clos du Doubs.

Wie hoch ist die Handänderungssteuer im Kanton Jura?

Der ordentliche Satz beträgt 2,1 Prozent des Kaufpreises, mindestens 30 CHF. Wer die Liegenschaft als Hauptwohnsitz selbst bewohnt, zahlt 1,7 Prozent. Bemessungsgrundlage ist der höhere Wert aus Kaufpreis und amtlicher Schätzung. Die Steuer trägt grundsätzlich die Käuferschaft; im Kaufvertrag kann schriftlich eine hälftige Teilung oder die vollständige Übernahme durch die Verkäuferschaft vereinbart werden.

Wer zahlt im Kanton Jura die Maklerprovision?

Wie in der übrigen Schweiz zahlt im Jura üblicherweise die verkaufende Partei die Maklerprovision. Marktüblich sind 2 bis 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Käuferanteil ist deshalb in unserem Nebenkostenrechner mit 0 Prozent hinterlegt. Eine abweichende Regelung ist vertraglich möglich, aber unüblich.

Wie hoch sind Notariats- und Grundbuchgebühren im Jura?

Der Notariatstarif ist degressiv: 7 Promille auf die ersten 100'000 CHF, 5 Promille auf die nächsten 200'000, 2,5 Promille auf die nächsten 250'000 und 2 Promille darüber. Bei 500'000 CHF Kaufpreis ergibt das rund 2'200 CHF; hinzu kommen die Gebühren des Grundbuchamts. Beurkundet wird im Jura durch freiberuflich tätige Notarinnen und Notare.

Wie funktioniert die Grundstückgewinnsteuer im Kanton Jura?

Besteuert wird die Differenz zwischen Verkaufserlös und Anlagekosten. Gewinne unter 4'000 CHF bleiben steuerfrei, der Tarif ist progressiv nach Gewinnhöhe. Ab zehn Jahren Besitzdauer sinkt die Steuer um 1 Prozent je weiteres Jahr, ab vierzig Jahren um 2 Prozent, insgesamt höchstens um 50 Prozent. Kurze Haltedauern werden zusätzlich belastet. Gewinne gewerbsmässiger Händler unterliegen der Einkommenssteuer.

Wie viele Wohnungen stehen im Kanton Jura leer?

Am Stichtag 1. Juni 2025 lag die Leerwohnungsziffer im Kanton Jura bei 3,03 Prozent. Der Jura war damit der einzige Kanton deutlich über der Zwei-Prozent-Marke; nur Solothurn folgte mit 2,05 Prozent. Schweizweit sank die Ziffer im selben Zeitraum von 1,08 auf 1,00 Prozent (BFS-Leerwohnungszählung). Für Kaufinteressenten bedeutet das ein vergleichsweise breites Angebot.

Was bedeutet der Kantonswechsel von Moutier für den Immobilienmarkt?

Moutier gehört seit dem 1. Januar 2026 zum Kanton Jura. Rund 7'400 Personen kamen hinzu, die Kantonsbevölkerung wuchs um etwa zehn Prozent, und Moutier bildet einen eigenen Bezirk. Für Eigentümerinnen und Eigentümer ändern sich damit Steuerrecht, Handänderungssteuer und Grundbuchzuständigkeit: Statt des bernischen gilt nun das jurassische Recht mit 2,1 beziehungsweise 1,7 Prozent Handänderungssteuer.

Dürfen Personen aus dem Ausland im Kanton Jura eine Immobilie kaufen?

Für den Kauf eines selbst bewohnten Hauptwohnsitzes gilt die Bewilligungspflicht nach Lex Koller nicht; wer im Ausland Wohnsitz hat und eine Zweitwohnung erwerben will, braucht dagegen eine Bewilligung. Angesichts der Grenzlage zu Frankreich und der vielen Grenzgängerinnen und Grenzgänger ist die Abgrenzung zwischen Wohnsitz und Zweitwohnung im Jura besonders relevant.

In welchen Jura-Gemeinden dürfen keine Zweitwohnungen mehr gebaut werden?

Nach dem Wohnungsinventar des ARE vom 31. März 2026 liegen im Kanton Jura Mettembert und Bonfol über der 20-Prozent-Schwelle des Zweitwohnungsgesetzes; für Moutier läuft ein Prüfverfahren, Pleigne bewegt sich zurück unter die Schwelle. In diesen Gemeinden dürfen keine neuen Zweitwohnungen bewilligt werden. Für den weitaus grössten Teil des Kantons gilt die Beschränkung nicht.

Wo finde ich amtliche Grundstücks- und Zonendaten im Kanton Jura?

Das Géoportail des SIT-Jura unter geo.jura.ch zeigt Katasterdaten, Zonenpläne mit Reglement, Naturgefahren- und Leitungsdaten für alle jurassischen Gemeinden. Ein grosser Teil der Geodaten lässt sich über die Plattform Télégéodata frei herunterladen. Einen amtlichen Preisspiegel im Sinne deutscher Bodenrichtwerte kennt die Schweiz nicht; Preisangaben stammen aus Marktauswertungen.

Was kostet Wohneigentum in Delémont?

In Delémont, dem Hauptort des Kantons mit rund 12'800 Einwohnerinnen und Einwohnern, kostet eine Eigentumswohnung im August 2026 durchschnittlich 4'661 CHF je Quadratmeter, ein Haus 4'975 CHF (RealAdvisor). Delémont liegt damit über dem Kantonsmittel. Bei den Mieten führte die Stadt den Kanton bereits Anfang 2024 mit rund 16.31 CHF je Quadratmeter und Monat an.

Was kostet Wohneigentum in Porrentruy?

Porrentruy, mit rund 6'600 Einwohnerinnen und Einwohnern zweitgrösster Ort des ursprünglichen Kantonsgebiets, weist im August 2026 4'411 CHF je Quadratmeter für Wohnungen und 4'208 CHF für Häuser aus (RealAdvisor). Damit liegt die Ajoie-Hauptstadt leicht über dem kantonalen Wohnungsmittel und rund 250 CHF je Quadratmeter unter Delémont.

Wie wirkt sich die Uhrenindustrie auf den Immobilienmarkt im Jura aus?

Schätzungen zufolge fertigt nahezu jeder zweite Betrieb im Kanton Uhren oder Uhrenbestandteile oder arbeitet der Branche zu. Die Wohnungsnachfrage folgt deshalb dem Exportzyklus der Branche eng. 2026 ging die Zahl der Arbeitsplätze im Jura um 3,2 Prozent zurück, und die Arbeitslosenquote lag im Januar 2026 bei 5,5 Prozent, im April bei 4,7 Prozent (SECO) und damit über dem Landesmittel.

Was bedeutet der Referenzzinssatz für Mieten im Kanton Jura?

Der hypothekarische Referenzzinssatz liegt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent und blieb auch am 2. Juni 2026 unverändert; die nächste Bekanntgabe erfolgt am 1. September 2026 (BWO). Solange er sich nicht bewegt, entsteht weder ein Senkungs- noch ein Erhöhungsanspruch. Da der Jura keine Formularpflicht kennt, ist der Referenzzinssatz hier das zentrale Instrument der Mietzinskontrolle.

Wird der Eigenmietwert abgeschafft, und was heisst das im Jura?

Nach heutigem Stand tritt der Systemwechsel beim Eigenmietwert auf den 1. Januar 2029 in Kraft, mit einer Übergangsphase bis Ende 2028. Für Eigentümerinnen und Eigentümer im Jura verschiebt sich damit die Rechnung: Wegfallende Eigenmietwertbesteuerung steht künftig einem eingeschränkten Schuldzinsabzug gegenüber. Wer im Jura mit hohem Eigenkapital kauft, wird tendenziell entlastet.

Wie gut ist der Kanton Jura verkehrlich erschlossen?

Die Autobahn A16 Transjurane verbindet Biel über Delémont und Porrentruy mit der französischen Grenze bei Boncourt. Delémont liegt an der Bahnachse Basel–Biel und ist von Basel aus in gut einer halben Stunde erreichbar, was den Hauptort für Pendlerinnen und Pendler in die Region Basel interessant macht. Die Freiberge und das Clos du Doubs sind dagegen deutlich schlechter erschlossen, was sich im Preisgefälle niederschlägt.

Stand der Daten

Alle Angaben sind Durchschnitts- bzw. Angebotswerte mit dem angegebenen Datenstand und ersetzen keine Objektbewertung. Die Bruttomietrendite ist rechnerisch ermittelt. Informativ — keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Datenstand

Aktualisierung

Die Zahlen auf dieser Seite haben den Stand August 2026 (RealAdvisor Kanton Jura). Sie werden quartalsweise überprüft.

  • Q3/2026 · Ersterhebung Kanton Jura, inklusive Moutier
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Quellen

  1. RealAdvisor – Immobilienpreise pro m², Kanton Jura · abgerufen 16.8.2026
  2. Neho – Quadratmeterpreis Kanton Jura (Datenbasis Lookmove) · abgerufen 16.8.2026
  3. BWO – Leerwohnungsziffer fällt auf 1 Prozent im Jahr 2025 · abgerufen 16.8.2026
  4. BWO – Hypothekarischer Referenzzinssatz · abgerufen 16.8.2026
  5. République et Canton du Jura – Géoportail SIT-Jura · abgerufen 16.8.2026
  6. Droits de mutation et frais de notaire dans le Jura · abgerufen 16.8.2026
  7. RealAdvisor – Impôt sur le gain immobilier dans le Jura · abgerufen 16.8.2026
  8. ESTV – Feuille cantonale Jura (Steuerübersicht) · abgerufen 16.8.2026
  9. ARE – Zweitwohnungen und Wohnungsinventar · abgerufen 16.8.2026
  10. Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent: Inventar vom 31.03.2026 · abgerufen 16.8.2026
  11. BFS – Bevölkerungsstand am Ende des 1. Quartals 2026 · abgerufen 16.8.2026
  12. Kanton Bern – Kantonswechsel Moutier · abgerufen 16.8.2026
  13. SRF – Kantonswechsel von Moutier · abgerufen 16.8.2026
  14. NZZ – Der Jura braucht mehr als Uhren · abgerufen 16.8.2026
  15. SECO – Die Lage auf dem Arbeitsmarkt 2026 · abgerufen 16.8.2026
  16. Kanton Jura – Überblick (Bevölkerung, Bezirke, Wirtschaft) · abgerufen 16.8.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: Informativ — keine Anlageberatung.
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