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Immobilienmarkt Brandenburg

Zwischen Potsdamer Wasserlagen und der Prignitz liegt beim Quadratmeterpreis der Faktor drei. Preise, Landkreise, Steuern und Marktdaten für Brandenburg 2026 – belegt und regional aufgeschlüsselt.

Der Brandenburger Immobilienmarkt auf einen Blick

Brandenburg ist kein einheitlicher Immobilienmarkt, sondern mindestens zwei. Rund um Berlin liegt ein dicht besiedelter Ring aus Umlandgemeinden mit Preisen auf westdeutschem Niveau; dahinter beginnt ein weiter Flächenraum, in dem Wohnungen für einen Bruchteil davon den Eigentümer wechseln. Eine Eigentumswohnung kostet im Landesschnitt rund 2.530 €/m² (Angebotspreise, 1. Quartal 2026) – in Potsdam sind es 4.027 €/m², im Landkreis Elbe-Elster 1.184 €/m².

Häuser liegen im Landesschnitt bei rund 2.865 €/m², die durchschnittliche Angebotsmiete bei 9,09 €/m² im zweiten Quartal 2026. Amtlich gemessen wurden auf dem Brandenburger Grundstücksmarkt 2025 rund 7,2 Milliarden Euro umgesetzt, verteilt auf 27.050 Kaufverträge – 13 Prozent mehr Umsatz und 7 Prozent mehr Verträge als im Vorjahr.

Zugleich verliert das Land erstmals seit 2013 wieder Einwohner: Ende 2025 lebten 2.551.889 Menschen in Brandenburg, 4.858 weniger als ein Jahr zuvor. Auch dieser Rückgang verteilt sich ungleich – das Berliner Umland wuchs um 2.363 Personen (+0,2 %), während der weitere Metropolenraum 7.221 Einwohner verlor (−0,5 %). Wer in Brandenburg kauft, kauft deshalb nie „den Brandenburger Markt“, sondern eine sehr konkrete Lage.

Vier Eigenheiten prägen diesen Markt:

  • Die amtliche Zweiteilung des Landes in „Berliner Umland“ und „Weiterer Metropolenraum“, festgeschrieben im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion – mit direkten Folgen für Bauland und Baurecht.
  • Die höchste Grunderwerbsteuer Deutschlands mit 6,5 Prozent, unverändert seit dem 1. Juli 2015.
  • Eine zum 1. Januar 2026 deutlich ausgeweitete Mietpreisbremse, die nun 36 statt bisher 19 Städte und Gemeinden erfasst.
  • Zwei industriepolitische Sonderfälle: die Tesla-Ansiedlung in Grünheide im Osten und der milliardenschwere Strukturwandel der Lausitz im Süden.

Brandenburg in Zahlen

≈ 2.530€/m²
Eigentumswohnung
Landesschnitt, Angebotspreise Q1 2026
≈ 2.865€/m²
Haus
Landesschnitt, Angebotspreise Q1 2026
9,09€/m²
Angebotsmiete
Brandenburg-Schnitt, Q2 2026
7,2Mrd. €
Geldumsatz 2025
27.050 Kaufverträge, +13 % ggü. 2024
8,5%
Kaufnebenkosten
ohne Makler; mit Makler rund 12 %

Marktlage 2025 und 2026: Erholung mit angezogener Handbremse

Der Brandenburger Grundstücksmarkt hat sich 2025 das zweite Jahr in Folge erholt, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Rekordniveau von 2021. Damals wurden 10,1 Milliarden Euro umgesetzt; nach der Zinswende fiel der Umsatz 2022 auf 8,6 Milliarden und 2023 auf den Tiefpunkt von 5,7 Milliarden Euro. 2024 folgten 6,37 Milliarden, 2025 dann 7,2 Milliarden Euro.

Auffällig ist, wo die Erholung stattfindet. Bei den Erstverkäufen von Eigentumswohnungen – also im Neubau – stieg die Zahl der Kaufverträge 2025 um 9 Prozent auf 1.245, der Geldumsatz sogar um 25 Prozent. Der durchschnittliche Kaufpreis einer neu gebauten Eigentumswohnung legte um 5 Prozent auf 423.000 Euro zu. Im Bestand blieben die Preise dagegen weitgehend seitwärts: Ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus kostete im Landesdurchschnitt 361.000 Euro nach 367.000 Euro im Jahr zuvor.

Die Angebotspreise zeichnen dasselbe Bild mit umgekehrten Vorzeichen zwischen den Objektarten: Wohnungen legten binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent zu, Häuser gaben um 1,8 Prozent nach. Über fünf Jahre betrachtet stehen Wohnungen mit +14,3 Prozent und Häuser mit +8,2 Prozent im Plus – ein Markt, der die Korrektur verdaut hat, ohne in einen neuen Boom überzugehen.

Bemerkenswert ist eine dritte Beobachtung der Gutachterausschüsse: Das Preisgefälle zwischen Berliner Umland und weiterem Metropolenraum hat sich verringert. Bei baureifen Einfamilienhausgrundstücken sank das Verhältnis auf 2,86 : 1 und damit erstmals unter die 3 : 1-Marke (2024: 3,1 : 1). Grund ist weniger ein Rückgang im Umland – dort stagnierten die Preise bei 318 €/m² – als ein Anstieg im übrigen Land von 103 auf 111 €/m². Gute Bahnanbindung und Homeoffice verschieben die Nachfrage messbar in die zweite und dritte Reihe.

Geldumsatz am Brandenburger Grundstücksmarkt

0510152010.18.65.76.377.220212022202320242025

Quelle: Oberer Gutachterausschuss Brandenburg / MIK, Grundstücksmarktberichte 2021–2025

Wohnung, Reihenhaus oder freistehendes Haus?

Die amtlichen Durchschnittspreise für 2025 ergeben eine Reihenfolge, die viele Käufer überrascht. Am günstigsten ins Eigenheim führt in Brandenburg das Reihenhaus oder die Doppelhaushälfte mit im Mittel 304.000 Euro. Das freistehende Ein- oder Zweifamilienhaus liegt mit 361.000 Euro darüber, die neu gebaute Eigentumswohnung mit 423.000 Euro an der Spitze.

Die Bewegung der letzten zwölf Monate verlief gegenläufig. Reihenhäuser und Doppelhaushälften verteuerten sich von 285.000 auf 304.000 Euro, also um knapp 7 Prozent, während freistehende Häuser leicht nachgaben. Das passt zum Bild eines Marktes, in dem Finanzierbarkeit das knappe Gut ist: Gefragt ist der kleinere Grundriss auf dem kleineren Grundstück.

Den grössten Teil der regionalen Unterschiede erklärt der Grundstücksanteil. Ein baureifes Einfamilienhausgrundstück kostete 2025 im Landesdurchschnitt 219 €/m². Im Berliner Umland waren es 318 €/m², im weiteren Metropolenraum 111 €/m². Bei 500 m² Grundstücksfläche entspricht das einem Unterschied von gut 103.000 Euro – allein für den Boden, vor jedem Ziegel.

Für Kapitalanleger ergibt sich daraus ein Zielkonflikt, den kein Rechenmodell auflöst: Die höchsten rechnerischen Anfangsrenditen liegen konsequent dort, wo die Bevölkerung schrumpft. Beantworten lässt sich das nur über eine ehrliche Einschätzung von Vermietbarkeit, Sanierungsstau und Energieeffizienz.

Objektarten im Vergleich (Land Brandenburg)

ObjektartØ Preis 2025VeränderungMerkmal
Reihenhaus / Doppelhaushälfte304.000 €+6,7 % ggü. 2024Günstigster Weg ins Eigenheim
Freistehendes Ein-/Zweifamilienhaus361.000 €−1,6 % ggü. 2024Preise seitwärts
Eigentumswohnung Neubau (Erstverkauf)423.000 €+5,0 % ggü. 20241.245 Verträge, +9 %
Eigentumswohnung Bestand≈ 2.530 €/m²+2,9 % ggü. VorjahrSpanne 1.184–4.027 €/m²
Baureifes Einfamilienhausgrundstück219 €/m²+3,3 % ggü. 2024Umland 318, übriges Land 111 €/m²

Quelle: Grundstücksmarktbericht 2025 Land Brandenburg; Bestand: immobilienpreise-2026.de, Q1 2026

Städte und Landkreise im Vergleich

Brandenburg gliedert sich in vier kreisfreie Städte und 14 Landkreise. Die Preisspanne zwischen dem teuersten und dem günstigsten Gebiet beträgt bei Eigentumswohnungen den Faktor 3,4 – von 4.027 €/m² in Potsdam bis 1.184 €/m² im Landkreis Elbe-Elster. Beim Bauland fällt sie noch drastischer aus.

Potsdam und der Berliner Ring

Potsdam ist mit Abstand der teuerste Markt des Landes und der einzige, der sich preislich Berlin annähert. Häuser kosten hier 4.553 €/m², Wohnungen 4.027 €/m², die Angebotsmiete liegt bei 12,74 €/m². Beim Bauland ist der Abstand noch grösser: Der durchschnittliche Baulandpreis erreichte in der Landeshauptstadt 429 €/m² – mehr als das Zehnfache der günstigsten Landkreise.

Unmittelbar dahinter folgen die Umlandkreise. Potsdam-Mittelmark führt mit 3.074 €/m² für Wohnungen und 3.460 €/m² für Häuser, gefolgt von Dahme-Spreewald (2.856 €/m²), Havelland (2.850 €/m²), Oberhavel (2.768 €/m²) und Barnim (2.724 €/m²). Innerhalb dieser Kreise ist die Streuung allerdings enorm: In Kleinmachnow kostete ein Ein- oder Zweifamilienhaus 2025 im Durchschnitt 905.000 Euro – im selben Landkreis Potsdam-Mittelmark, dessen südwestliche Gemeinden nur einen Bruchteil davon aufrufen.

Die drei Oberzentren jenseits des Rings

Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus/Chóśebuz sind im Landesentwicklungsplan als Oberzentren des weiteren Metropolenraums ausgewiesen – und bilden preislich eine eigene Klasse. Wohnungen kosten in Brandenburg an der Havel 2.618 €/m², in Frankfurt (Oder) 2.251 €/m² und in Cottbus 2.021 €/m². Die Angebotsmieten liegen bei 8,45 €/m², 7,35 €/m² und 8,06 €/m². Alle drei Städte sind damit günstiger als jeder einzelne Umlandkreis.

Cottbus ist dabei der Sonderfall: Die Stadt hat die günstigsten Wohnungspreise unter den vier kreisfreien Städten und steht zugleich im Zentrum des grössten Investitionsprogramms, das je in einer Brandenburger Region aufgelegt wurde.

Der weite Norden und der Süden

Am unteren Ende der Preisskala stehen Elbe-Elster (1.184 €/m² für Wohnungen), Spree-Neisse (1.356 €/m²), Prignitz (1.567 €/m²), Oberspreewald-Lausitz (1.650 €/m²) und Uckermark (1.809 €/m²). Auch die Mieten fallen hier deutlich ab – von 6,14 €/m² in Elbe-Elster bis 7,35 €/m² in der Uckermark.

Der Baulandmarkt bildet dieselbe Ordnung noch schärfer ab: 36 €/m² in Elbe-Elster, 38 €/m² in der Uckermark und 44 €/m² in der Prignitz. Zu den Extremen zählen Gemeinden wie Putlitz und Karstädt in der Prignitz, wo Ein- und Zweifamilienhäuser 2025 im Schnitt für 98.700 beziehungsweise 99.700 Euro verkauft wurden – rund ein Neuntel des Kleinmachnower Durchschnitts.

Drei Faustregeln helfen bei der Einordnung:

  • Erreichbarkeit vor Entfernung: Der Preis folgt in Brandenburg weniger der Luftlinie nach Berlin als der Fahrzeit im Regionalexpress.
  • Streuung im Kreis: Innerhalb eines Landkreises ist die Spanne oft grösser als zwischen zwei Landkreisen – Kreisdurchschnitte taugen zur Orientierung, nicht zur Bewertung.
  • Mietschwelle: Wo die Angebotsmiete unter 7 €/m² liegt, trägt sie in der Regel weder eine Neubau- noch eine Vollsanierungskalkulation.

Eigentumswohnungen: Angebotspreise nach Gebiet

01'2502'5003'7505'000PotsdamPotsd.-M.Dahme-S.HavellndOberhavelBarnimTeltow-F.Bbg/HavelMärk.-Od.Oder-Spr.Frankf./OOstpr.-R.CottbusUckermarkObersp.-LPrignitzSpree-NeiElbe-Elst

Quelle: immobilienpreise-2026.de, Angebotspreise Eigentumswohnungen, 1. Quartal 2026

Häuser, Mieten und Marktprofil nach Gebiet

GebietHaus €/m²Miete €/m²Profil
Potsdam4.55312,74Teuerster Markt, Bauland 429 €/m²
Potsdam-Mittelmark3.46011,13Teuerster Kreis, Kleinmachnow, Teltow
Oberhavel3.14311,20Nordring, Oranienburg, Hohen Neuendorf
Havelland3.13110,12Falkensee, Brieselang, Nauen
Barnim3.09410,56Bernau, Panketal, Eberswalde
Dahme-Spreewald2.97511,30Flughafen BER, Königs Wusterhausen
Märkisch-Oderland2.88610,25Strausberg, Ostring nach Berlin
Teltow-Fläming2.78810,34Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow
Brandenburg a. d. Havel2.7588,45Oberzentrum, kreisfreie Stadt
Oder-Spree2.6529,91Tesla-Standort Grünheide, Erkner
Ostprignitz-Ruppin2.5227,83Neuruppin, Übergang zur Peripherie
Frankfurt (Oder)2.3867,35Oberzentrum an der polnischen Grenze
Cottbus2.3758,06Zentrum des Lausitzer Strukturwandels
Oberspreewald-Lausitz2.0806,75Senftenberg, Lausitzer Seenland
Uckermark2.0427,35Schwedt, dünn besiedelter Norden
Spree-Neisse1.9676,67Lausitzer Revier, Guben, Forst
Elbe-Elster1.9346,14Günstigster Markt, Bauland 36 €/m²
Prignitz1.8186,66Bauland 44 €/m², Putlitz, Karstädt

Quelle: immobilienpreise-2026.de (Q1 2026); Mieten kreisfreie Städte: ImmoScout24 (Q2 2026)

Die Brandenburger Besonderheit: zwei Strukturräume, ein Landesplan

Kein anderes deutsches Bundesland teilt sein Gebiet so ausdrücklich in zwei Marktzonen wie Brandenburg. Der Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion (LEP HR), in Kraft seit dem 1. Juli 2019 und gemeinsam von Berlin und Brandenburg getragen, unterscheidet innerhalb Brandenburgs zwischen dem „Berliner Umland“ und dem „Weiteren Metropolenraum“. Das Berliner Umland umfasst 2.888 Quadratkilometer mit rund 1,01 Millionen Einwohnern – die Landeshauptstadt Potsdam und 50 weitere Städte und Gemeinden. Der weitere Metropolenraum schliesst daran an; er ist in weiten Teilen ländlich geprägt und wird von den Oberzentren Cottbus/Chóśebuz, Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) gegliedert.

Diese Einteilung ist kein Etikett, sondern steuert die Siedlungsentwicklung. Für Käufer und Eigentümer heisst das: Wo neues Bauland ausgewiesen werden darf und in welchem Umfang, hängt an der Zuordnung der Gemeinde. Genau daraus speist sich das Preisgefälle beim Boden – 318 €/m² im Umland gegenüber 111 €/m² im weiteren Metropolenraum. Die Frage „In welchem Strukturraum liegt die Gemeinde?“ gehört deshalb vor jeden Grundstückskauf.

Wie eng die Zonen mit dem Mietrecht verzahnt sind, zeigt die neue Mietpreisbegrenzungsverordnung. Von den 36 Städten und Gemeinden, die seit dem 1. Januar 2026 unter die Mietpreisbremse fallen, liegen praktisch alle im Berliner Umland: Potsdam sowie Kommunen wie Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf, Werder (Havel), Falkensee, Oranienburg, Bernau bei Berlin, Königs Wusterhausen, Schönefeld, Ludwigsfelde, Zossen, Strausberg, Erkner und Grünheide (Mark). Bis Ende 2025 waren es 19 Kommunen; fünf sind herausgefallen, 22 neu hinzugekommen.

Grünheide und der Osten

Die Tesla-Ansiedlung in Grünheide (Mark) hat den lokalen Markt im Landkreis Oder-Spree seit 2020 dauerhaft verändert. Kurz nach der Ankündigung wurden Baugrundstücke in Grünheide für 300 €/m² angeboten, während der Gutachterausschuss für den Landkreis im Jahr zuvor einen Durchschnitt von 150 €/m² ermittelt hatte. Dass Grünheide und das benachbarte Erkner seit 2026 zu den Mietpreisbremse-Kommunen zählen, ist die mietrechtliche Spätfolge dieser Entwicklung. Der Landkreis Oder-Spree insgesamt liegt mit 2.388 €/m² für Wohnungen aber weiterhin im Mittelfeld – der Effekt ist punktuell, nicht regional.

Die Lausitz und der Süden

Im Süden läuft der Gegenentwurf. Der Kohleausstieg spätestens 2038 wird von einem Strukturprogramm begleitet, in dessen Rahmen rund zehn Milliarden Euro Fördermittel in das Lausitzer Revier fliessen. In Cottbus entsteht mit der Universitätsmedizin ein neuer Grossarbeitgeber – zum Wintersemester 2026/27 sollen die ersten 200 Medizinstudierenden beginnen. Das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn ist mit rund einer Milliarde Euro Bundesförderung und 1.200 geplanten Industriearbeitsplätzen das zweite Ankerprojekt.

Für den Immobilienmarkt ergibt das eine ungewöhnliche Konstellation: Cottbus, Spree-Neisse und Oberspreewald-Lausitz gehören heute zu den günstigsten Teilmärkten des Landes, sind aber die einzigen Regionen Brandenburgs mit einem staatlich finanzierten Arbeitsplatzaufbau in dieser Grössenordnung. Ob daraus ein tragfähiger Nachfrageschub wird, ist offen – die Bevölkerungszahlen sprechen bislang nicht dafür. Wer hier kauft, kauft eine Wette auf die Umsetzung, nicht auf einen bereits sichtbaren Trend.

Kaufnebenkosten in Brandenburg

Brandenburg erhebt mit 6,5 Prozent die höchste Grunderwerbsteuer in Deutschland; der Satz gilt unverändert seit dem 1. Juli 2015. Hinzu kommen die Notarkosten für die Beurkundung des Kaufvertrags mit rund 1,5 Prozent und die Grundbuchkosten für die Eigentumsumschreibung mit etwa 0,5 Prozent. Ohne Makler summieren sich die Nebenkosten damit auf rund 8,5 Prozent des Kaufpreises.

Ist ein Makler eingeschaltet, gilt bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern seit dem 23. Dezember 2020 die hälftige Teilung der Provision: Beauftragt der Verkäufer den Makler, trägt der Käufer höchstens die Hälfte – üblich sind rund 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Mit Makler liegt die Gesamtbelastung damit bei etwa 12 Prozent.

Ein häufiger Fehler in der Finanzierungsplanung: Die Nebenkosten sind in aller Regel nicht beleihbar und müssen aus Eigenkapital gedeckt werden. Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro sind das rund 29.750 Euro ohne und rund 42.245 Euro mit Makler – zusätzlich zum Kaufpreis.

Kaufnebenkosten Brandenburg – Beispiel 350.000 €

PostenSatzBetrag
Grunderwerbsteuer6,5 %22.750 €
Notar (Beurkundung)ca. 1,5 %ca. 5.250 €
Grundbucheintragungca. 0,5 %ca. 1.750 €
Zwischensumme ohne Maklerca. 8,5 %ca. 29.750 €
Maklerprovision (Käuferanteil)ca. 3,57 %ca. 12.495 €
Gesamt mit Maklerca. 12,1 %ca. 42.245 €

Quelle: Grunderwerbsteuer 6,5 % seit 1.7.2015; Notar/Grundbuch als Richtwerte. Beispiel, gerundet.

Grundbuch und Erwerb: was in Brandenburg zusätzlich zu prüfen ist

Der Eigentumsübergang folgt dem bundesdeutschen Standard: notariell beurkundeter Kaufvertrag, Auflassung, Eintragung im Grundbuch beim zuständigen Amtsgericht. Zur Absicherung des Käufers wird zwischen Beurkundung und Umschreibung eine Auflassungsvormerkung eingetragen. Die Grunderwerbsteuer ist zu zahlen, bevor das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt – ohne sie erfolgt keine Eigentumsumschreibung.

Drei Prüfpunkte sind in Brandenburg überdurchschnittlich häufig relevant:

  • Abteilung II des Grundbuchs. In den ostdeutschen Ländern finden sich hier vergleichsweise oft Alt- und Nutzungsrechte aus der Zeit vor 1990, Wege- und Leitungsrechte oder fortbestehende Verpachtungen landwirtschaftlicher Flächen.
  • Wasser- und Uferlagen. Brandenburg ist eines der seenreichsten Flächenländer Deutschlands. Bei Grundstücken an Seen und Fliessgewässern sind wasserrechtliche Vorgaben, Gewässerrandstreifen und Fragen des Uferzugangs vor dem Kauf zu klären.
  • Freizeit- und Wochenendgrundstücke. Sie sind in Brandenburg weit verbreitet, baurechtlich aber kein Bauland. Eine dauerhafte Wohnnutzung oder die Anmeldung des Hauptwohnsitzes ist dort in der Regel nicht zulässig.

Kommunal geregelt sind zwei weitere Positionen: die Zweitwohnungssteuer, die unter anderem Potsdam, Teltow und Werder (Havel) erheben, während etwa Cottbus und Brandenburg an der Havel darauf verzichten; und die Grundsteuer, für die Brandenburg das Bundesmodell anwendet und die Gemeinden die Hebesätze festlegen.

Stand der Daten und Hinweis

Recherchestand: 29. Juli 2026. Amtliche Werte stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2025 des Oberen Gutachterausschusses Brandenburg und der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Angebotspreise und Mieten (Q1/Q2 2026) sind keine Abschlusspreise. Informativ – keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt Brandenburg

Was kostet eine Eigentumswohnung in Brandenburg?

Im Landesdurchschnitt rund 2.530 €/m² (Angebotspreise, 1. Quartal 2026). Die Spanne reicht von 1.184 €/m² im Landkreis Elbe-Elster bis 4.027 €/m² in Potsdam.

Was kostet ein Haus in Brandenburg?

Rund 2.865 €/m² im Landesschnitt. Amtlich lag der Durchschnittspreis eines freistehenden Ein- oder Zweifamilienhauses 2025 bei 361.000 Euro, nach 367.000 Euro im Vorjahr.

Wo ist Brandenburg am teuersten?

In Potsdam. Häuser kosten dort 4.553 €/m², Wohnungen 4.027 €/m², Bauland im Schnitt 429 €/m². Unter den Landkreisen führt Potsdam-Mittelmark mit 3.460 €/m² für Häuser.

Wo ist Brandenburg am günstigsten?

Im Landkreis Elbe-Elster: 1.184 €/m² für Wohnungen, 1.934 €/m² für Häuser und 36 €/m² für Bauland. Ähnlich günstig sind Prignitz, Spree-Neisse und Uckermark.

Wie gross ist der Preisunterschied innerhalb Brandenburgs?

Bei Eigentumswohnungen liegt zwischen Potsdam und Elbe-Elster der Faktor 3,4. Beim Bauland ist die Spreizung noch grösser: 429 €/m² in Potsdam gegenüber 36 €/m² in Elbe-Elster.

Sind die Immobilienpreise 2026 gestiegen oder gefallen?

Gemischt. Wohnungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent, Häuser gaben um 1,8 Prozent nach. Über fünf Jahre liegen Wohnungen mit +14,3 und Häuser mit +8,2 Prozent im Plus.

Was ist günstiger: Reihenhaus oder freistehendes Haus?

Das Reihenhaus beziehungsweise die Doppelhaushälfte. 2025 kostete diese Objektart im Landesschnitt 304.000 Euro, das freistehende Ein- oder Zweifamilienhaus 361.000 Euro.

Warum ist eine Neubauwohnung teurer als ein Haus?

Weil Neubau in Brandenburg fast ausschliesslich in den teuren Lagen entsteht. Der Durchschnittspreis beim Erstverkauf einer Eigentumswohnung lag 2025 bei 423.000 Euro und damit über dem freistehenden Haus.

Wie haben sich Reihenhäuser zuletzt entwickelt?

Sie sind der einzige Objekttyp mit klarem Preisanstieg: von 285.000 Euro (2024) auf 304.000 Euro (2025), also um knapp 7 Prozent. Freistehende Häuser gaben im selben Zeitraum leicht nach.

Was kostet ein Baugrundstück in Brandenburg?

Ein baureifes Einfamilienhausgrundstück kostete 2025 im Landesdurchschnitt 219 €/m². Im Berliner Umland waren es 318 €/m², im weiteren Metropolenraum 111 €/m².

Wie hoch ist die Durchschnittsmiete in Brandenburg?

9,09 €/m² im zweiten Quartal 2026, nach 8,92 €/m² ein Jahr zuvor – ein Anstieg um rund 1,9 Prozent.

Was kostet Miete in Potsdam?

Rund 12,74 €/m² im zweiten Quartal 2026. Potsdam ist damit der mit Abstand teuerste Mietmarkt Brandenburgs, rund 40 Prozent über dem Landesschnitt.

Wo sind die Mieten in Brandenburg am niedrigsten?

In Elbe-Elster mit 6,14 €/m², gefolgt von Prignitz (6,66 €/m²), Spree-Neisse (6,67 €/m²) und Oberspreewald-Lausitz (6,75 €/m²).

Gilt in Brandenburg die Mietpreisbremse?

Ja, seit dem 1. Januar 2026 in 36 Städten und Gemeinden. Bei Neuvermietungen in Gebäuden, die vor dem 1. Oktober 2014 fertiggestellt wurden, darf die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens 10 Prozent überschritten werden. Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen sind ausgenommen.

Was regelt die Kappungsgrenzenverordnung in Brandenburg?

In denselben 36 Kommunen dürfen Bestandsmieten innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 statt der gesetzlichen 20 Prozent steigen. Auch diese Verordnung gilt seit dem 1. Januar 2026.

Wie hat sich der Brandenburger Markt seit 2021 entwickelt?

Der Geldumsatz fiel vom Rekordwert 10,1 Milliarden Euro (2021) über 8,6 Milliarden (2022) auf 5,7 Milliarden (2023) und erholte sich danach auf 6,37 Milliarden (2024) und 7,2 Milliarden Euro (2025).

Wie viele Immobilien wechseln in Brandenburg jährlich den Eigentümer?

2025 wurden 27.050 Kaufverträge geschlossen, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der zugehörige Geldumsatz stieg um 13 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Ist das Preisgefälle zwischen Umland und Peripherie kleiner geworden?

Ja. Bei baureifen Einfamilienhausgrundstücken sank das Preisverhältnis 2025 auf 2,86 : 1 und damit erstmals unter die 3 : 1-Marke (2024: 3,1 : 1). Ursache ist ein Anstieg im weiteren Metropolenraum von 103 auf 111 €/m².

Wächst die Bevölkerung in Brandenburg?

Nein. Ende 2025 lebten 2.551.889 Menschen im Land, 4.858 weniger als im Vorjahr – der erste Rückgang seit 2013. Das Berliner Umland legte um 0,2 Prozent zu, der weitere Metropolenraum verlor 0,5 Prozent.

Was ist der „Berliner Speckgürtel“ genau?

Amtlich heisst er „Berliner Umland“ und ist im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion definiert: 2.888 Quadratkilometer mit rund 1,01 Millionen Einwohnern, bestehend aus Potsdam und 50 weiteren Städten und Gemeinden.

Welcher Landkreis ist der teuerste?

Potsdam-Mittelmark mit 3.074 €/m² für Wohnungen und 3.460 €/m² für Häuser. Dort liegt auch Kleinmachnow, wo Ein- und Zweifamilienhäuser 2025 im Schnitt 905.000 Euro kosteten.

Lohnt sich die zweite Reihe hinter dem Speckgürtel?

Sie gewinnt an Bedeutung. Die Baulandpreise im weiteren Metropolenraum stiegen 2025 um rund 8 Prozent auf 111 €/m², während sie im Umland stagnierten. Homeoffice und Bahnanbindung verschieben die Nachfrage nach aussen.

Wie unterscheiden sich die drei Oberzentren?

Brandenburg an der Havel ist mit 2.618 €/m² für Wohnungen das teuerste, Frankfurt (Oder) folgt mit 2.251 €/m², Cottbus mit 2.021 €/m². Alle drei liegen unter jedem Umlandkreis.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Brandenburg?

6,5 Prozent des Kaufpreises – der höchste Satz in Deutschland. Er gilt unverändert seit dem 1. Juli 2015. Bei 350.000 Euro Kaufpreis sind das 22.750 Euro.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Brandenburg?

Rund 8,5 Prozent ohne Makler (6,5 % Grunderwerbsteuer, ca. 1,5 % Notar, ca. 0,5 % Grundbuch) und rund 12 Prozent mit Makler. Sie sind in der Regel nicht beleihbar.

Wer zahlt in Brandenburg die Maklerprovision?

Bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern gilt seit dem 23. Dezember 2020 die hälftige Teilung. Beauftragt der Verkäufer den Makler, trägt der Käufer höchstens die Hälfte – üblich sind rund 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer.

Gibt es in Brandenburg eine Zweitwohnungssteuer?

Das entscheidet jede Kommune selbst. Potsdam, Teltow und Werder (Havel) erheben sie, Cottbus und Brandenburg an der Havel verzichten darauf. Üblich sind Sätze zwischen 5 und 15 Prozent der Jahresnettokaltmiete; im Amt Biesenthal-Barnim etwa 10 Prozent des Mietaufwands.

Was ist beim Kauf eines Wassergrundstücks zu beachten?

Vor dem Kauf sollten wasserrechtliche Vorgaben, Gewässerrandstreifen und der Uferzugang geprüft werden. Wichtig ist zudem die Abgrenzung zum Freizeit- oder Wochenendgrundstück: Dieses ist kein Bauland und erlaubt in der Regel keine dauerhafte Wohnnutzung.

Was bedeutet der Strukturwandel für die Lausitz?

Rund zehn Milliarden Euro Fördermittel fliessen bis zum Kohleausstieg spätestens 2038 in das Revier. In Cottbus starten zum Wintersemester 2026/27 die ersten 200 Medizinstudierenden der neuen Universitätsmedizin; das ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn soll 1.200 Industriearbeitsplätze bringen.

Wo sind die Anfangsrenditen in Brandenburg am höchsten?

Rechnerisch dort, wo die Kaufpreise am niedrigsten sind – in Elbe-Elster, Spree-Neisse und der Prignitz. Genau diese Regionen liegen jedoch im weiteren Metropolenraum, der 2025 rund 0,5 Prozent seiner Einwohner verlor. Eine hohe Papierrendite ersetzt keine belastbare Vermietbarkeit.

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Weiterführend

Quellen

  1. MIK Brandenburg — Bilanz 2025: Grundstücksmarkt in Brandenburg erholt sich weiter (27.07.2026) · abgerufen 29.7.2026
  2. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) — Bilanz 2025 Grundstücksmarkt · abgerufen 29.7.2026
  3. MIK Brandenburg — Grundstücksmarktbericht 2025 für das Land Brandenburg (28.07.2026) · abgerufen 29.7.2026
  4. Gutachterausschüsse für Grundstückswerte des Landes Brandenburg — Grundstücksmarktberichte · abgerufen 29.7.2026
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg — Bevölkerungsfortschreibung 2025 · abgerufen 29.7.2026
  6. Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg — Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion (LEP HR) · abgerufen 29.7.2026
  7. MIL Brandenburg — Mietpreisbremse und Kappungsgrenzenverordnung ab 1.1.2026 (25.11.2025) · abgerufen 29.7.2026
  8. immobilienpreise-2026.de — Immobilienpreise Brandenburg, Landkreise und kreisfreie Städte (Q1 2026) · abgerufen 29.7.2026
  9. ImmoScout24 — Mietspiegel Brandenburg (Q2 2026) · abgerufen 29.7.2026
  10. Tagesspiegel — Teure Städte, günstiges Land: In Brandenburgs Norden bleibt das Bauen billiger · abgerufen 29.7.2026
  11. Nordkurier — Grundstücke in Brandenburg: Wo man ein Schnäppchen macht · abgerufen 29.7.2026
  12. Landesregierung Brandenburg — Strukturwandel Lausitz · abgerufen 29.7.2026
  13. Tagesspiegel — Immobilienboom für Brandenburg? Tesla kommt (Grünheide) · abgerufen 29.7.2026
  14. Grunderwerbsteuer Brandenburg 2026 — Steuersatz 6,5 % · abgerufen 29.7.2026
  15. Finanzämter des Landes Brandenburg — Grundsteuer · abgerufen 29.7.2026
Redaktion: Veris RedaktionFachlich geprüft von: Veris RedaktionZuletzt aktualisiert: 29. Juli 2026Informativ — keine Anlageberatung.
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Von Luzern und Vorarlberg aus betreuen wir Eigentümer, Partner und Projekte im gesamten D/A/CH-Raum — persönlich, diskret und mit kurzen Wegen. Ein dritter Standort in München ist bereits in Planung und wird im Zuge der geplanten Expansion für Süddeutschland im 3. Quartal eröffnet.

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Immobilienmarkt Brandenburg 2026 — Preise & Regionen